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Künstliche Intelligenz: Protestwelle gegen OpenAI wegen Pentagon-Deal

Nach einer neuen Kooperation mit dem US-Verteidigungsministerium kündigen offenbar zahlreiche Nutzer ihre ChatGPT-Abonnements.
/ Nils Matthiesen
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Protest gegen OpenAIs Pentagon-Deal auf Reddit (Bild: Golem)
Protest gegen OpenAIs Pentagon-Deal auf Reddit Bild: Golem

Unter den Hashtags #QuitGPT(öffnet im neuen Fenster) und #CancelChatGPT hat sich in sozialen Medien eine Protestbewegung gegen OpenAI formiert, wie Digitaltrends(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Auslöser ist eine Partnerschaft zwischen dem KI-Unternehmen und dem US-Verteidigungsministerium (Department of Defense, DoD), die den Einsatz von Sprachmodellen in klassifizierten Regierungsnetzwerken erlaubt. Nutzer auf Plattformen wie Reddit(öffnet im neuen Fenster) und X(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichten Screenshots ihrer Stornierungsbestätigungen als Zeichen des Protests.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die organisierte Kampagne QuitGPT bereits Ende Januar 2026 entstand. Initiiert wurde die Aktion durch einen viralen Post(öffnet im neuen Fenster) des Marketing-Professors Scott Galloway, die sich damals gegen OpenAIs politische Spendenaktivitäten sowie Verbindungen zur US-Einwanderungsbehörde ICE richtete. Der Pentagon-Deal gab der Bewegung zusätzlichen Schwung.

Anthropic zieht rote Linien

Besondere Dynamik erhielt die Kontroverse durch das Verhalten des Konkurrenten Anthropic. Das Unternehmen hinter dem KI-Modell Claude lehnte ähnliche Vertragsbedingungen des Pentagons ab. Anthropic-CEO Dario Amodei erklärte, man habe versucht, in gutem Glauben eine Einigung zu erzielen, könne die geforderten Bedingungen aber "not in good conscience" (nicht mit dem Gewissen vereinbar) akzeptieren. Anthropic betonte dabei, alle rechtmäßigen Anwendungen von KI für die nationale Sicherheit zu unterstützen – mit Ausnahme von Massenüberwachung und dem Einsatz in autonomen Waffensystemen.

In der Folge ordnete US-Präsident Donald Trump über Truth-Social-Post an, die Nutzung von Anthropic-Technologie in Bundesbehörden sofort einzustellen. Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete Anthropic als "supply chain security risk" (Sicherheitsrisiko in der Lieferkette). OpenAI unterzeichnete daraufhin den Vertrag für die klassifizierten Netzwerke. Dieser Kontrast führte dazu, dass Claude zeitweise Platz 1(öffnet im neuen Fenster) der US-App-Store-Charts erreichte, während der Protest gegen OpenAI weiter an Fahrt gewann.

Widerstand aus den eigenen Reihen

Die Debatte spaltet auch die Belegschaften der Tech-Unternehmen. Mehr als 270 Mitarbeiter von Google (213) und OpenAI (65) unterzeichneten einen offenen Brief(öffnet im neuen Fenster), in dem sie strengere Grenzen für den militärischen KI-Einsatz fordern. Sie solidarisieren sich darin ausdrücklich mit der Haltung von Anthropic und warnen, das Pentagon versuche, die Unternehmen gegeneinander auszuspielen, indem es sie mit der Angst konfrontiere, der jeweils andere werde nachgeben.

OpenAI betont Schutzklauseln

OpenAI betont(öffnet im neuen Fenster), der Vertrag enthalte drei zentrale rote Linien: kein Einsatz für Massenüberwachung im Inland, keine Steuerung autonomer Waffensysteme sowie keine hochriskanten automatisierten Entscheidungssysteme. CEO Sam Altman verteidigte die Partnerschaft als Weg zur verantwortungsvollen Gestaltung staatlicher KI und behauptete, der Vertrag biete im Vergleich zu früheren Abkommen bessere Garantien, da er auf Cloud-only-Deployment beschränkt sei.

Kritiker bezweifeln jedoch die Langfristigkeit dieser Zusagen und verweisen auf Gesetze wie den Patriot Act, die eine Ausweitung von Überwachungsprogrammen ermöglichen könnten.


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