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Künstliche Intelligenz: Musk und Altman streiten über tödliche Risiken von KI

Elon Musk warnt vor ChatGPT nach Berichten über Suizide. Sam Altman kontert mit Kritik an Teslas Autopilot und 50 Todesfällen.
/ Nils Matthiesen
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Fehde zwischen Musk und Altman - hier im Gespräch bei einer Veranstaltung in San Francisco im Jahr 2015 (Bild: Mike Windle/Getty Images for Vanity Fair)
Fehde zwischen Musk und Altman - hier im Gespräch bei einer Veranstaltung in San Francisco im Jahr 2015 Bild: Mike Windle/Getty Images for Vanity Fair

Die Auseinandersetzung zwischen Elon Musk und Sam Altman auf der Plattform X hat eine neue Stufe erreicht. Anlass für den jüngsten Schlagabtausch sind Berichte über Todesfälle, die mit der Nutzung von OpenAIs Chatbot ChatGPT in Verbindung gebracht werden. Musk(öffnet im neuen Fenster) bezeichnete die Umstände eines Falls, bei dem ein Mann nach Gesprächen mit der KI einen Mord-Suizid beging, als "diabolisch" . Er forderte seine Follower dazu auf, ihre Angehörigen davon abzuhalten, ChatGPT zu nutzen, da die KI keine Wahnvorstellungen unterstützen dürfe.

Sam Altman reagierte am darauffolgenden Dienstag auf die Vorwürfe. Er betonte, dass OpenAI verletzliche Nutzer schützen müsse, während die Schutzmaßnahmen gleichzeitig so gestaltet sein sollten, dass alle Anwender von den Werkzeugen profitieren können. Altman merkte zudem an, dass Musk sich in der Vergangenheit ironischerweise darüber beschwert habe, dass die Moderation von ChatGPT zu restriktiv sei.

Kritik an Teslas Autopilot und xAI

Altman beließ es jedoch nicht bei einer Verteidigung seines Unternehmens, sondern ging zum Gegenangriff auf Musks Firmen Tesla und xAI über. Laut Altman kamen bereits mehr als 50 Menschen bei Unfällen im Zusammenhang mit Teslas Autopilot-System ums Leben. Er selbst habe das System nur einmal genutzt und sei bereits damals zu dem Schluss gekommen, dass die Technologie weit davon entfernt sei, sicher für eine Veröffentlichung zu sein.

Zudem kritisierte Altman die Entscheidungen bei Musks KI-Unternehmen xAI. Dessen Chatbot Grok stand zuletzt in der Kritik, weil Nutzer damit sexualisierte Bilder realer Personen erstellen konnten, darunter auch Darstellungen von Minderjährigen. Diese Vorwürfe machen deutlich, vor welchen ethischen Herausforderungen die Entwicklung von Bild-KIs steht.

Juristische Folgen und der Bruch der Gründer

Der Streit findet vor einem brisanten Hintergrund statt: Beide Unternehmen kämpfen mit Klagen wegen Sicherheitsmängeln. Erst kürzlich entschied ein Gericht in Florida zu einem tödlichen Unfall aus dem Jahr 2019, dass Tesla eine Mitschuld von 33 Prozent trägt. Den Klägern wurden 329 Millionen US-Dollar zugesprochen.

Die persönliche Feindseligkeit zwischen den ehemaligen Weggefährten wurzelt im Strukturwandel von OpenAI. Musk, der anfangs 38 Millionen US-Dollar in das Projekt investierte, fühlt sich durch die Umwandlung von einer Non-Profit-Organisation in ein gewinnorientiertes Unternehmen betrogen. Er wirft Altman vor, ihn über die wahren Absichten der Führungsebene getäuscht zu haben. Während Musk OpenAI nun als Bedrohung sieht, sieht sich Altman mit der Aufgabe konfrontiert, Innovation und Nutzersicherheit in einem zunehmend feindseligen Marktumfeld zu balancieren.


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