Künstliche Intelligenz: Microsoft rollt Agent-Funktionen für Office-Suite aus
Microsoft hat die allgemeine Verfügbarkeit seiner sogenannten agentischen Copilot-Funktionen für die Office-Anwendungen Word, Excel und Powerpoint bekannt gegeben(öffnet im neuen Fenster). Damit wandelt sich der KI-Assistent von einer reinen Chat-Seitenleiste zu einem Werkzeug, das Dokumente direkt bearbeitet, Tabellen anpasst und Präsentationen erstellt. Laut Microsoft soll die Software damit nicht mehr nur auf Anfragen reagieren, sondern Aufgaben aktiv ausführen.
Die neuen Funktionen sind standardmäßig aktiviert. Nutzer müssen die Agent-Funktion jedoch über eine neue Eingabeaufforderung auf der rechten Bildschirmseite initial einmalig bestätigen (Anmerkung der Redaktion: Oben auf "Copilot" klicken und dann wahlweise "Bearbeitung zulassen" (Agent) oder nur "Nur Chat"). Microsoft verfolgt damit die Strategie weiter, die KI-Unterstützung tief in das gesamte Produktökosystem von Windows bis Github zu integrieren.
Kritik an der tiefen Integration
Während Textvorschläge bisher als passive Hilfe wahrgenommen wurden, greift die KI nun aktiv in die Struktur von Dokumenten und Tabellenkalkulationen ein. Die zunehmende Verzahnung stößt nicht nur auf Zustimmung. Mozilla-Vizepräsidentin Linda Griffin warf Microsoft beispielsweise vor(öffnet im neuen Fenster), Copilot durch automatische Installationen, Hardware-Defaults und Design-Taktiken zu erzwingen – und bezeichnete dies als Muster, das Geschäftsinteressen über Nutzerwahl stelle. Microsoft betont hingegen, dass die KI weiterhin "zusammen mit dem Anwender" arbeite und nicht völlig autonom agiere.
Ein problematischer Aspekt bleibt ferner das Vertrauen in die Zuverlässigkeit. Jüngste Untersuchungen der Nutzungsbedingungen machten deutlich, dass die KI-Ergebnisse lediglich der Unterhaltung dienen und nicht für wichtige Entscheidungen herangezogen werden sollten. Dennoch wird das System tiefer in alltägliche Arbeitsabläufe integriert. Administratoren bemängelten zudem in der Vergangenheit, dass Funktionen oft unangekündigt durch automatische Deployments in Unternehmensumgebungen auftauchten.
Sichtbarkeit und Kontrolle für Nutzer
Microsoft gibt an, aus der bisherigen Kritik gelernt zu haben. Das Unternehmen legt nach eigenen Angaben nun mehr Wert auf Sichtbarkeit und Kontrolle. Nutzer können sämtliche von der KI vorgenommenen Änderungen überprüfen. Bei mehrstufigen Bearbeitungsschritten soll das System zudem transparent anzeigen, woran es gerade arbeitet.
Laut dem Konzern aus Redmond zeigt das Feedback früher Kunden, dass die neue Standarderfahrung im Arbeitsalltag nützlicher sei. Für Microsoft ist die Erweiterung zum Agenten ein notwendiger Schritt, um den Preis für das Copilot-Abonnement zu rechtfertigen. Ein reines Chat-Fenster reiche dafür langfristig nicht aus.
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