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Künstliche Intelligenz: Metas Avocado-Modell hinkt Konkurrenz hinterher

Metas neues Sprachmodell Avocado erreicht laut Berichten nicht das Niveau von OpenAI und Google . Der Release verschiebt sich nun auf Mai.
/ Nils Matthiesen
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Zuckerbergs neue KI Avocado enttäuscht. (Bild: SAUL LOEB/AFP via Getty Images)
Zuckerbergs neue KI Avocado enttäuscht. Bild: SAUL LOEB/AFP via Getty Images

Meta-Chef Mark Zuckerberg muss seine ehrgeizigen Zeitpläne für die nächste Generation hauseigener künstlicher Intelligenz offenbar korrigieren. Wie die New York Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf interne Quellen berichtete, bleibt das neue Basismodell mit dem Codenamen Avocado hinter den Erwartungen zurück. In internen Benchmarks zu logischem Denken, Programmierung und Texterstellung schnitt die KI schlechter ab als aktuelle Spitzenmodelle der Konkurrenten Google, OpenAI und Anthropic.

Zwar übertreffe Avocado die hauseigenen Vorgängermodelle sowie Googles Gemini-Modell 2.5 aus dem März 2025. Den Vergleich mit dem im November veröffentlichten Gemini 3.0 verliere die Meta-KI jedoch. In der Folge verschob der Konzern den ursprünglich für diesen Monat geplanten Release auf mindestens Mai 2026. Die Verzögerung ist brisant, da Zuckerberg die Zukunft von Facebook, Instagram und Threads auf eine technologische Spitzenposition im KI-Sektor wettet.

Lizenzverhandlungen mit Google im Gespräch

Die Probleme bei der Entwicklung führen intern offenbar zu ungewöhnlichen Erwägungen. Laut dem Bericht diskutiert die Führung der KI-Sparte derzeit darüber, vorübergehend Googles Gemini zu lizenzieren, um die eigenen Produkte mit ausreichender Leistung zu versorgen. Eine endgültige Entscheidung dazu sei jedoch noch nicht gefallen. Parallel dazu investiert Meta massiv in die Infrastruktur: Für das laufende Jahr prognostiziert das Unternehmen Ausgaben von bis zu 135 Milliarden US-Dollar, ein Großteil davon fließt in den Aufbau von Rechenzentren.

Hinter der Entwicklung von Avocado steht das TBD Lab , eine Eliteeinheit innerhalb von Meta unter der Leitung von Chief AI Officer Alexandr Wang. Das Team arbeitet zudem an einem Bild- und Videogenerator namens Mango. Bisher konnte die Sparte mit Vibes lediglich eine Videoapp veröffentlichen, die ähnlich wie OpenAIs Sora funktioniert.

Strategiewechsel bei Open Source möglich

Ein weiterer Streitpunkt innerhalb des Konzerns ist die Veröffentlichungsstrategie. Während Meta bisher als Verfechter von Open-Source-Modellen galt, neigen Zuckerberg und Wang bei Avocado laut Insidern dazu, das Modell Closed Source zu halten. Damit würde Meta von seinem bisherigen Kurs abweichen, den Quellcode für externe Entwickler zugänglich zu machen.

Zudem gibt es Berichte über interne Reibereien. Wang soll in Konflikt mit Produktchef Chris Cox und Technikchef Andrew Bosworth geraten sein, insbesondere bei der Frage, wie KI das Werbegeschäft optimieren solle. Meta reagierte bereits mit der Gründung eines neuen KI-Engineering-Teams unter Bosworth, das direkt mit der Forschungsabteilung zusammenarbeiten soll. Trotz der Rückschläge wird bereits am übernächsten Modell gearbeitet, das den Codenamen Watermelon trägt.


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