Künstliche Intelligenz: Klarna-Angestellte können Frust an KI-Chef auslassen
Der Klarna-CMO (Chief Marketing Officer) David Sandström hat eine KI-Version seiner selbst dafür verwendet, um den Frust seiner Angestellten abzufangen. Wie Business Insider berichtet(öffnet im neuen Fenster), geschah dies während einer schwierigen Phase des Fintech-Unternehmens, in der Budgetkürzungen vorgenommen werden mussten.
Der Bericht zitiert ihn mit den Worten: "Ich glaube, dass die Leute wahrscheinlich ziemlich sauer auf mich sind, und ich möchte ihnen eine Möglichkeit geben, diesem Ärger Luft zu machen, ohne mir wütende Slack-Nachrichten schicken zu müssen." Der KI-CMO habe gemäß seiner Programmierung stets freundlich reagiert und die Schuld auf sich genommen, erklärte er.
Als Weiterentwicklung wurde anschließend eine KI-Version des Unternehmenschefs Sebastian Siemiatkowski veröffentlicht, die von Kunden angerufen werden kann. Dies sei zunächst als PR-Aktion geplant gewesen, habe sich aber zu einer sehr guten Quelle für Kundenfeedback entwickelt, so Sandström. Das Training von Siemiatkowskis KI erfolgte auf Basis seiner zahlreichen Podcastauftritte.
Klarna sucht Marketingingenieure
Klarna setzte bereits im Jahr 2024 auf den Einsatz von KI und erklärte damals, dass das interne Marketingteam mit nur noch halb so vielen Mitarbeitern auskomme. Auch im Bereich des Kundenservice wurden viele Angestellte durch KI ersetzt.
Im Jahr 2025 räumte das Unternehmen allerdings ein, dass die mithilfe von KI vorgenommenen Kosteneinsparungen zu weit gegangen seien und wieder mehr Mitarbeiter für den Kundensupport eingesetzt werden müssten.
Sandström sagte dazu, dass es nach wie vor Bereiche gebe, in denen menschliches Eingreifen erforderlich sei. So neigten die generativen KI-Tools für Werbetreibende von Meta, die Klarna für die entsprechenden Social-Media-Plattformen verwendet, dazu, beim Erstellen viraler Kampagnen dazu, "völlig durchzudrehen", führte er aus.
Um dem zu begegnen, sei Klarna vermehrt auf der Suche nach Marketingingenieuren, die nicht nur das Marketinggeschäft verstünden, sondern auch die zugrundeliegende Technik beherrschten, sagte Sandström. Er gebe Marketingexperten allerdings meist den Vorzug, weil es einfacher sei, diesen das wenige notwendige technische Basiswissen zu vermitteln, als einem Ingenieur das Werbegeschäft nahezubringen.
- Anzeige Hier geht es zu Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.