• IT-Karriere:
  • Services:

Wenn die Musik an ihre Grenzen stößt

Möglich macht all das nicht ausschließlich, aber vor allem das sogenannte Deep Learning: Mit Datenbanken bestehender Musik trainiert, mit Informationen über Noten, Klangfarben und Rhythmus ausgestattet, beginnt ein künstliches neuronales Netzwerk, von selbst neue Verbindungen zu schaffen. Gleichzeitig bekommt es gesagt, welche dieser Verbindungen auch gut klingen, schließlich sollen sie nicht bloß Krach erzeugen. Die Kreativität entsteht dadurch, dass die Algorithmen nicht nur nach vorgegebenen Mustern eine Melodie erzeugen, was Computer schon seit Jahrzehnten können (frühe Experimente in computergenerierter Musik datieren ins Jahr 1956). Vielmehr lernen sie, eigenständig neue Kombinationen und Melodien zu erschaffen - wie ein Musiker, der im Studio jammt.

Stellenmarkt
  1. Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
  2. Telio Management GmbH, Hamburg

Schon jetzt sind die Ergebnisse für die meisten Menschen kaum mehr von einem von Menschen komponierten Song zu unterscheiden. Das Lied Daddy's Car des von der EU mitfinanzierten Startups Flow Machines ist ein dreiminütiger Popsong im Stil der Beatles. Bis auf den Gesang wurde er ausschließlich von einer künstlichen Intelligenz komponiert. Liefe Daddy's Car im Radio, würde er ebenso wenig auffallen wie Break Free von Taryn Southern.

Neue Musik für neue Anwendungen

Ist es also nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Top Hit in den Charts von einer KI kommt? Denkbar wäre es, aber vielen Startups geht es gar nicht darum, mit ihren Algorithmen die traditionelle Musikproduktion auf höchstem Niveau zu ersetzen und damit Musiker und Produzenten überflüssig zu machen. Ihr Ziel ist es zum einen, die Musik zu demokratisieren. Nutzer von Youtube oder sozialen Medien wie Snapchat könnten die Angebote nutzen, um ihren Inhalten einen individuellen Soundtrack zu verpassen, ohne sich mit Urheberrechten herumschlagen zu müssen. Zum anderen kann KI in Anwendungen eingesetzt werden, in denen lineare Musik an ihre Grenzen stößt.

Das glaubt Valerio Velardo, einer der Gründer von Melodrive in Berlin, welches sich auf "adaptive Musik" konzentriert, die nicht linear ist, sondern sich an ihre Umwelt und deren Veränderungen anpasst. Szenarien wären etwa interaktive Medien oder Kunstinstallationen, in denen die Musik auf die Bewegungen der Besucher reagiert. Oder VR-Videos und Videospiele. So ist es denkbar, dass der Soundtrack eines Egoshooters auf das Verhalten und die Gesundheit der Spielfigur reagiert. Das könnte die Immersion in virtuellen Welten im Vergleich zu einem statischen Soundtrack verstärken.

Velardo ist überzeugt, dass Computer eines Tages Musik erschaffen können, die der von Menschen in nichts nachsteht. Doch trotz wichtiger Entwicklungen in den vergangenen Jahren sei dieser Zeitpunkt noch weit entfernt. "Musik lässt sich in Einzelteile zerlegen und analysieren, die Bausteine neu zusammensetzen", sagt der ausgebildete Musiker im Gespräch mit Zeit Online. Doch das führe derzeit lediglich zu einer "explorativen Kreativität": Die Software erkundet neue Wege in bekannten Gebieten. Entscheidend sei der Weg hin zu einer "transformativen Kreativität": Etwas zu erschaffen, was sowohl für die Software selbst als auch die Musikkultur neu ist.

Bis es soweit ist, werden noch Jahre vergehen, glaubt Velardo. Zum einen fehle es noch an umfassenden Datensätzen, die Musik in all ihren Facetten, Stilen und Eigenarten für eine künstliche Intelligenz lesbar machten. Zum anderen benötige die Branche ein besseres Bild davon, wie Musik eigentlich funktioniere: "Es gibt nur eine Handvoll Menschen, die wirklich beide Sprachen, also sowohl KI als auch Musik sprechen", sagt Velardo. Eine der größten Herausforderungen sei es, tatsächliche Musiker in die Entwicklung einzubeziehen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Künstliche Intelligenz: KI will rock youKreativität im Superheldenanzug 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Returnal für 79,99€, Lego Star Wars: Die Skywalker Saga für 59,99€, Overcooked: All...
  2. 59,99€ (Release 10.11.)
  3. 299,99€/499,99€ (Release 10.11.)
  4. (u. a. Horizon: Zero Dawn - Complete Edition für 27,99€, Conan Exiles für 11,49€, Sekiro...

twiro 01. Jan 2018

Mir auch. Bitte noch die Lyrics mit veröffentlichen, damit ich mitgrölen kann! Danke.


Folgen Sie uns
       


MX Anywhere 3 im Test: Logitechs flache Maus bietet viel Komfort
MX Anywhere 3 im Test
Logitechs flache Maus bietet viel Komfort

Die MX Anywhere 3 gefällt uns etwas besser als Logitechs älteres Mausmodell, das gilt aber nicht für jeden Einsatzzweck.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. MK295 Logitech macht preisgünstige Tastatur-Maus-Kombo leiser
  2. G915 TKL im Test Logitechs perfekte Tastatur braucht keinen Nummernblock
  3. Logitech Mechanische Tastatur verzichtet auf Kabel und Nummernblock

Playstation 5: Sony macht das Rennen
Playstation 5
Sony macht das Rennen

Die Playstation 5 liegt preislich zwischen Xbox Series S und Xbox Series X. So schlägt Sony zwei Microsoft-Konsolen mit einer eigenen.
Ein IMHO von Marc Sauter

  1. Sony Weitere Playstation 5 für Vorbesteller angekündigt
  2. Spielekonsole Playstation 5 ist nicht zu älteren Spielen kompatibel
  3. Hogwarts Legacy Potter-Solo-RPG und Final Fantasy 16 angekündigt

IT-Freelancer: Der kürzeste Pfad zum nächsten Projekt
IT-Freelancer
Der kürzeste Pfad zum nächsten Projekt

Die Nachfrage nach IT-Freelancern ist groß - die Konkurrenz aber auch. Der nächste Auftrag kommt meist aus dem eigenen Netzwerk oder von Vermittlern. Doch wie findet man den passenden Mix?
Ein Bericht von Manuel Heckel

  1. Selbstständiger Sysadmin "Jetzt fehlen nur noch die Aufträge"

    •  /