Künstliche Intelligenz: Taxi-App für Lastwagen soll Staus verhindern

Jeder dritte Lkw auf der Straße fährt leer durch die Gegend. Das Hamburger Startup Cargonexx hat ein KI-System entwickelt, das das Disponieren effizienter macht. Es soll Leerfahrten verhindern, dadurch Staus vermeiden und Schadstoffemissionen senken.

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Lkw im Stau auf der Autobahn: Der Algorithmus Manni berechnet den Preis und lernt dabei.
Lkw im Stau auf der Autobahn: Der Algorithmus Manni berechnet den Preis und lernt dabei. (Bild: Jeff J Mitchell/Getty Images)

Lkw hinter Lkw hinter Lkw: Ein Bild, das sich auf vielen Autobahnen bietet. Täglich sind rund 500.000 Lkw auf Deutschlands Straßen unterwegs. Aber nicht alle sind beladen: Etwa ein Drittel fährt leer. Sie verstopfen die Straßen, bringen dem Eigentümer aber kein Geld ein. Das will das Hamburger Unternehmen Cargonexx ändern.

Inhalt:
  1. Künstliche Intelligenz: Taxi-App für Lastwagen soll Staus verhindern
  2. Wann kommt die Fracht?
  3. Weniger Vekehr, weniger Emissionen

Das 2016 gegründete Unternehmen hat eine Plattform entwickelt, über die Frachten und Fahrten vermittelt werden. Auftraggeber, Verlader genannt, können eine Fracht einstellen, die von A nach B transportiert werden soll. Fuhrunternehmer stellen Touren sein, die sie fahren und bieten Transportkapazität an. Ein System mit künstlicher Intelligenz vermittelt Lasten und Fahrten. "Das ist so einfach, wie ein Taxi über eine App zu buchen", beschreibt Bert Manke, Marketingchef von Cargonexx, im Gespräch mit Golem.de.

Cargonexx ist auf Standardtransporte spezialisiert: große Sattelschlepper, die Ladungen ab drei Lademeter - das entspricht acht Plattenstellplätzen - über eine Strecke von mehr als 300 Kilometern transportieren, am liebsten Komplettladungen, aber auch Teilladungen werden vermittelt. Kunden sind Großunternehmen unter anderem aus der Automobilbranche, Hersteller von Kosmetik- und Körperpflegeartikeln oder Baumärkte. Für sie organisiert Cargonexx beispielsweise Frachten aus dem Zentrallager ins Regionallager, oder auch, bei den großen Discountern, in die Filiale.

Ein Auftraggeber etwa meldet bei dem System eine Ladung an, die von Hamburg nach Köln transportiert werden soll. Er gibt die Größe in Lademetern und die Anforderungen für den Lkw an. Der selbstlernende Algorithmus, Multidimensional Artificial Neural Network Intelligence, kurz Manni, berechnet den Preis für die Fahrt und fragt den Verlader, ob der den Preis für akzeptabel hält - ohne dass es für die Fahrt schon ein Fahrzeug gibt.

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Den Preis berechnet Manni tagesaktuell. Er berücksichtigt dabei Fracht und Strecke, Treibstoffpreis, Verkehrs- und Wetterdaten, vergleicht, was Frachtführer verlangen und was Verlader zu zahlen bereit sind, bezieht auch Sonderfälle ein, wie etwa Betriebsferien oder Feiertage, an denen es schwierig ist, einen Fahrer zu finden. So ermittelt Manni einen Preis, der für beide Seiten annehmbar sein sollte. Dafür wurde das System mit Millionen Datensätzen früherer Touren trainiert. Es wertete beispielsweise aus, was Fahrten mit bestimmtem Volumen und Ladungsgewicht früher kosteten, wie Baustellen oder Schneefall die Fahrtzeiten beeinflussten - und es lernt immer noch mit jeder vermittelten Tour weiter.

Nimmt der Auftraggeber den Preis an, wird Cargonexx zum haftenden Spediteur. Anders als eine Online-Frachtbörse übernimmt Cargonexx also die Verantwortung dafür, dass die gebuchten Fahrten auch durchgeführt werden. Das Unternehmen lebt von der Preisdifferenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis der Touren.

Bei Cargonexx sind 70.000 Lkw registriert

"Wir spielen diesen Auftrag in unser Netzwerk aus. Darin haben wir aktuell zirka 70.000 Lkw", sagt Manke. Die Lkw-Betreiber, im Fachjargon Frachtführer, stellen im System die Strecken ein, für die sie Ladungen suchen. So kann ein Frachtführer beispielsweise eingeben, dass er jeden Montag von Hamburg nach Köln fährt und dabei 12 Lademeter frei hat. Manni matcht die Nachfrage gegen die Angebote und vermittelt die Fahrt.

Einen solchen Transportauftrag zu bearbeiten, dauert laut Cargonexx etwa eine Minute. Die Vermittlung einzelner Fahrten reicht dem Unternehmen aber nicht.

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Wann kommt die Fracht? 
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xMarwyc 12. Nov 2018

Wird auch nicht von einer "Nicht-KI" berücksichtigt, warum sollte es also berücksichtigt...

HeroFeat 23. Jun 2018

Im Artikel steht doch "Das Unternehmen lebt von der Preisdifferenz zwischen Einkaufs- und...

henryanki 22. Jun 2018

Sonst einfach den Artikel nächstes mal lesen, dann klappt's auch mit den Nachbarn. Es...

jjo 22. Jun 2018

Vielleicht weil der, der das Zentrale Leitsystem kontrolliert, auch gleich einfach paar...



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