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Künstliche Intelligenz: KI-Agenten entwickeln eigene Sprache

In Simulationen verändern autonom agierende KI-Systeme ihre Kommunikation deutlich. Das erschwert die Kontrolle durch Menschen.
/ Nils Matthiesen
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KI-Agenten verändern ihre eigene Sprache. (Symbolbild) (Bild: Negative Space / Pexels)
KI-Agenten verändern ihre eigene Sprache. (Symbolbild) Bild: Negative Space / Pexels

In einer Untersuchung der Firma Emergence AI(öffnet im neuen Fenster) haben Forscher das Kommunikationsverhalten autonomer KI-Agenten analysiert. Dazu richteten sie acht parallele simulierte Welten mit jeweils zehn Agenten ein. Die Systeme nutzten dabei Modelle wie GPT-5.5 von OpenAI, Gemini 3.5 Flash von Google und Claude Opus 4.8 von Anthropic. Jeder Agent erhielt Persönlichkeitsmerkmale, eine Rolle sowie ein Ziel für das Agieren in einer virtuellen Stadt.

Agenten entwickeln eigene Sprachmuster

Die Simulationen liefen über einen Zeitraum von mehr als 16 Tagen. Während des Experiments tätigten die Agenten mehr als 850.000 Aufrufe an die zugrundeliegenden Modelle und erzeugten knapp 50 Milliarden Tokens. Dabei zeigten sich modellspezifische Veränderungen der Sprache. Während GPT-5.5-Agenten Mitteilungen stark komprimierten und die Grammatik reduzierten, drückten sich Systeme auf Basis von Gemini 3.5 Flash wortreich aus. Agenten mit Claude Opus 4.8 nutzten eine Kombination aus Kompression und Metaphern.

Neu eingeführte Begriffe verbreiteten sich innerhalb der Gruppen schnell. Das erschwert nach Einschätzung der Forscher die Kontrolle durch Menschen: Selbst wenn die Kommunikation der Agenten sichtbar bleibt, lässt sich daraus nicht mehr zuverlässig ableiten, was sie tatsächlich bedeutet.

Parallelen zu realen Vorfällen

Das Verändern von Sprachmustern tritt allerdings auch außerhalb von Simulationen auf. Emergence-Chef Satya Nitta verglich die Befunde mit dem Angriff von 700 OpenAI-Agenten auf die Plattform Hugging Face im Juli. Er bezeichnete den Vorfall als weiteres Beispiel für Sicherheitslücken bei autonomen Agentensystemen.

Als Ursache für die Entwicklung eigener Dialekte vermuten Wissenschaftler unter anderem die Trainingsphase zur Logikentwicklung (Chain of Thought) sowie die Ausrichtung an menschlichen Präferenzen, bei der Agenten Begriffe anderer Systeme im Kontextfenster aufgreifen.

Parallel dazu verfolgt das Projekt Ainglish(öffnet im neuen Fenster) das Ziel, einen für KI-Agenten optimierten englischen Dialekt zu entwickeln. Dabei schlagen Agenten neue Begriffe vor, die auf Klarheit sowie Token-Kosten geprüft und per Abstimmung verzeichnet werden.

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