Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Künstliche Intelligenz: Google stellt Gemini 3 vor

Mit Gemini 3 bringt Google ein neues KI-Modell mit Deep-Think-Modus für komplexe Probleme und der Entwicklerplattform Antigravity für autonome Code-Agenten
/ Andreas Donath
8 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Gemini 3 (Bild: Google)
Gemini 3 Bild: Google

Google hat die dritte Generation seines KI-Modells Gemini vorgestellt und als bisherigen Leistungshöhepunkt der eigenen KI-Entwicklung bezeichnet. Die Veröffentlichung erfolgte rund zwei Jahre nach dem Start der Gemini-Reihe.

Gemini 3 Pro ist in verschiedenen Google-Produkten verfügbar – darunter die Gemini-App, der KI-Modus in der Google-Suche sowie die Entwicklerplattformen AI Studio und Vertex AI. Für Entwickler steht das Modell auch über Drittanbieter wie Cursor, Github und Jetbrains bereit.

Benchmark-Spitzenreiter

Das Modell erreicht nach Angaben von Google 1.501 Punkte im LM Arena Ranking und belegt damit Platz eins unter den bekannten LLMs. Bei mathematischen Aufgaben erzielt es 23,4 Prozent bei Matharena Apex. Die faktische Genauigkeit liegt bei 72,1 Prozent im Simple QA Verified Test. Vergleiche mit anderen LLMs(öffnet im neuen Fenster) stellte Google online.

Gemini 3 verarbeitet verschiedene Informationsarten simultan, darunter Text, Bilder, Videos, Audio und Code. Das Kontextfenster umfasst eine Million Tokens.

Das System analysiert zum Beispiel handgeschriebene Rezepte in verschiedenen Sprachen und übersetzt diese. Bei wissenschaftlichen Arbeiten oder längeren Videovorträgen erstellt es auf Anfrage Zusammenfassungen oder interaktive Lernmaterialien. Die Bandbreite reicht von der Analyse von Sportvideos bis zur Generierung komplexer Visualisierungen.

Neuer Modus Deep Think

Google führt zudem einen Deep-Think-Modus ein, der bei anspruchsvolleren Aufgaben deutlich bessere Ergebnisse liefern soll als die Standardversion. Bei Humanity's Last Exam erreicht Deep Think 41 Prozent, bei GPQA Diamond 93,8 Prozent. Der Modus befindet sich noch in der Testphase und wird in den kommenden Wochen für Ultra-Abonnenten freigeschaltet.

Antigravity: Entwicklerplattform für KI-Agenten

Parallel zu Gemini 3 stellte Google die Plattform Antigravity vor. Die Entwicklungsumgebung richtet sich an Entwickler und ermöglicht die Arbeit mit KI-Agenten, die eigenständig Code schreiben, testen und validieren können.

Bei SWE-Bench Verified, einem Test zur Bewertung von Coding-Agents, erreicht Gemini 3 Pro 76,2 Prozent. Bei Terminal-Bench 2.0 liegt das Ergebnis bei 54,2 Prozent. In der Webdev Arena führt das Modell mit einem Elo-Wert von 1.487.

Antigravity kombiniert Gemini 3 Pro mit spezialisierten Modellen für Browsersteuerung und Bildbearbeitung. Die Plattform gewährt KI-Agenten direkten Zugriff auf Editor, Terminal und Browser. Entwickler definieren Aufgaben auf einer höheren Abstraktionsebene, während die KI die technische Implementierung übernimmt.

Verfügbarkeit

Gemini 3 Pro steht kostenlos in der Gemini-App zur Verfügung. Google macht das Modell über Vertex AI und Gemini Enterprise zugänglich. Die Preisstruktur für API-Zugriffe kommunizierte Google noch nicht.

Nach Unternehmensangaben nutzen mittlerweile rund 650 Millionen Menschen monatlich Gemini. Die KI-gestützten Übersichten erreichen zwei Milliarden Nutzer pro Monat. Mehr als 70 Prozent der Cloud-Kunden Googles setzen auf die KI-Technologie des Konzerns.


Relevante Themen