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Künstliche Intelligenz: Führungskräfte lassen sich durch KI klonen

Eine wachsende Zahl von Managern nutzt KI-Zwillinge, um E-Mails zu beantworten oder Vorträge zu halten.
/ Nils Matthiesen
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Manager lassen sich klonen. (Symbolbild) (Bild: Darlene Alderson / Pexels)
Manager lassen sich klonen. (Symbolbild) Bild: Darlene Alderson / Pexels

Laut einem Bericht des Wall Street Journals(öffnet im neuen Fenster) nutzen immer mehr Führungskräfte digitale Abbilder ihrer selbst, um ihr Arbeitspensum zu bewältigen. Ein KI-System analysiert dafür den Schreibstil, die Sprache und die Denkweise einer Person anhand von geschriebenen E-Mails, Reden und Interviews. Der KI-Zwilling übernimmt anschließend Aufgaben wie das Beantworten von Fragen von Angestellten. Videobasierte Versionen treten sogar auf Konferenzen auf oder halten Präsentationen.

Reid Hoffman, Mitbegründer von Linkedin, nutzt sein digitales Abbild namens Reid AI beispielsweise vor allem für öffentliche Auftritte und Medieninterviews. Das System wurde mit Inhalten aus 22 Jahren trainiert, darunter Bücher, Reden, Podcasts und Artikel von Hoffman. Seit dem Start im Jahr 2024 absolvierte die KI mehr als 75 Ansprachen und Präsentationen, wobei ein Mensch bei der Vorbereitung half.

Bei einer Konferenz in Dubai stellte sich der Klon zum Beispiel auf einem Bildschirm in den Sprachen Französisch, Chinesisch und Hindi vor. Insgesamt beherrscht das System 74 Sprachen, während Hoffman nach eigenen Angaben nur eine spricht. Hoffman berichtet von einer Zeitersparnis von schätzungsweise 50 Prozent in den Wochen, in denen der Klon eingesetzt wird.

Einsatzbereiche und rechtliche Fragen

Bala Sathyanarayanan, Personalchef beim Industrie-Verpackungsunternehmen Greif, setzt ebenfalls einen Klon namens Balabot ein. Dieser kommuniziert über elektronische Kurznachrichten und interagierte seit dem Start im Dezember mit fast 3.300 Angestellten. Das System wurde in diesem Fall mit öffentlich zugänglichen Materialien trainiert, spart jedoch private E-Mails oder vertrauliche HR-Akten aus. Führungskräfte nutzen die KI, um Ratschläge zum Coaching von Mitarbeitern oder für die eigene Karriere einzuholen. Ein Manager des Unternehmens nutzte eine von der KI vorgeschlagene Strategie, um die Leistung eines Teammitglieds zu verbessern.

Der Einsatz der Technologie wirft jedoch rechtliche und organisatorische Fragen auf. Paul Jurcys, Anwalt für geistiges Eigentum beim Onlinemarktplatz Vinted, warnt vor rechtlichen Problemen, falls eine KI in einer Vorgesetztenrolle Arbeitsregeln falsch darstellt. Zudem ist unklar, ob ausscheidende Angestellte ihre KI-Zwillinge mitnehmen dürfen. Bei Upwork wurde eine Richtlinie erstellt, die es Mitarbeitern erlaubt, das eigene Abbild und persönliches Fachwissen beim Verlassen der Firma mitzunehmen, während geschäftsspezifisches Wissen im Unternehmen verbleibt.

Zudem kommen technische Fehler vor: Ein Klon der Managing Directorin des Forschungsinstituts von Upwork, Kelly Monahan, stotterte bei einer Konferenz im Dezember 2025 und wiederholte dieselbe Zeile, woraufhin die Vorführung abgebrochen werden musste.


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