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Künstliche Intelligenz: Forscher entwickeln KI-Kolorierung für Anime

Die Zahl der Anime-Produktionen steigt weltweit, die Zahl der Zeichner hingegen nicht in gleichem Maße. Japanische Forscher haben daher eine automatisierte Kolorierung entwickelt, die Charaktere mit Hilfe von künstlicher Intelligenz einfärben kann.
/ Tobias Költzsch
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Tetsuwan Atomu gehört zu den bekanntesten Manga-Figuren Japans, die auch als Anime umgesetzt wurde. (Bild: Getty Images AsiaPac)
Tetsuwan Atomu gehört zu den bekanntesten Manga-Figuren Japans, die auch als Anime umgesetzt wurde. Bild: Getty Images AsiaPac

Forscher der japanischen Unternehmen Imagica(öffnet im neuen Fenster) und OLM Digital haben zusammen mit dem Nara Institute of Science and Technology (NAIST) einen Algorithmus entwickelt, der Anime-Zeichnungen automatisch kolorieren kann. Dafür wird eine künstliche Intelligenz genutzt.

Hintergrund ist die gestiegene Nachfrage nach Animationsfilmen, die den Zuwachs an Zeichnern und Koloristen übersteigt. Eine automatisierte Färbung der Charaktere könnte die Arbeitsprozesse bei der Erstellung eines Anime-Films erleichtern.

Der von den Forschern entwickelte Algorithmus koloriert die Bilder im Abschlussprozess der Filmproduktion. Dabei werden die Erfahrungen der Produktionsunternehmen Imagica und OLM Digital mit der Forschung im Bereich maschinelles Lernen des NAIST kombiniert.

Farbauswahl trifft am Ende der Algorithmus

Das Bild wird nach einem vorbereitenden Schritt anhand eines vom Zeichner vorgegebenen Farbschemas automatisch koloriert. Welche Farben verwendet werden, entscheidet der Algorithmus letztlich selbst. Dabei wird das zu färbende Bild in Einzelteile segmentiert, deren Unterscheidung dem Algorithmus zuvor beigebracht wurde.

Die Technik soll auf der Computergrafikmesse Siggraph Asia Anfang Dezember 2018 in Tokio vorgestellt werden. Die Forscher betonen, dass sich der Algorithmus noch in einer frühen Entwicklungsphase befinde. Sie wollen die Akkuratesse weiter verbessern und die Technik zusammen mit Anime-Produktionsstudios testen. Ab 2020 soll die automatisierte Kolorierung kommerziell vermarktet werden.


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