Abo
  • Services:

Künstliche Intelligenz: Eugene Goostman besteht Turing-Test

Eugene Goostman hat Mitglieder einer Jury davon überzeugt, er sei ein Mensch. Er ist aber ein Computer. Er soll der erste sein, der den Turing-Test bestanden hat.

Artikel veröffentlicht am ,
Eugene hat ein Drittel einer Jury davon überzeugt, er sei ein Mensch.
Eugene hat ein Drittel einer Jury davon überzeugt, er sei ein Mensch. (Bild: Eugene-Projekt/Screenshot: Golem.de)

Mehr als 30 Prozent der Jury-Mitglieder glaubten, sie kommunizierten mit dem 13-jährigen Jungen Eugene Goostman. Stattdessen beantwortete der Supercomputer Eugene ihre über die Tastatur eingegebenen Fragen. Damit habe Eugene als erster den sogenannten Turing-Test bestanden, heißt es in einer Mitteilung der University of Reading, die den Wettbewerb veranstaltete.

Stellenmarkt
  1. MBDA Deutschland, Schrobenhausen
  2. ENSO Energie Sachsen Ost AG, Dresden

Wenn sich ein Rechner nicht mehr von einem Menschen unterscheidet, handelt es sich um eine denkende Maschine und damit um eine echte künstliche Intelligenz. Diese These postulierte Alan Turing bereits 1950 und entwickelte die gleichnamige Prüfung.

Ein echter Mensch?

Die soll Eugene jetzt bestanden haben. In fünfminütigen Unterhaltungen, die die Mitglieder einer Jury unter anderem mit fünf Großrechnern über die Tastatur absolvierten, überzeugte Eugene mehr als ein Drittel davon, dass er ein 13-jähriger Junge sei.

Es sei das erste Mal, dass der Turing-Test bestanden wurde, teilte Kevin Warwick von der University of Reading in Großbritannien mit. Denn Eugene habe beliebige Fragen beantworten können. In bisherigen Tests seien Themengebiete oder sogar die Fragen vorgegeben gewesen, sagte Warwick. Daher habe Eugene als erster Rechner den wahren Turing-Test bestanden. In einem vergleichbaren Test 2008, der ebenfalls von der University of Reading veranstaltet wurde, scheiterten alle sechs Rechner. Die erfolgreichste Software schaffte es damals, 25 Prozent der Jury zu überzeugen.

Fortschritte im Dialogmodul

Eugene stammt aus dem Jahr 2001. Der Russe Vladimir Veselov und sein Team haben ihn seitdem kontinulierlich weiterentwickelt. In den letzten Jahren hätten sie vor allem daran gearbeitet, ihm eine Persönlichkeit zu geben und an dem Konversationsmodul zu feilen, damit das Gespräch mit Eugene möglichst natürlich erscheint. Eine frühere Version von Eugene lässt sich online testen. Allerdings ist die Webseite vorübergehend nicht erreichbar.

Wie zuverlässig ist der Turing-Test?

Während Turing davon überzeugt war, dass sein Test bereits bis zum Jahr 2000 absolviert sein würde, wettete der Lotus-Gründer Mitchell Kapor gegen den KI-Experten Ray Kurzweil, dass der Turing-Test erst 2029 erfolgreich bestanden werde. Kapor kritisierte den Turing-Test. Er sei beispielsweise nicht standardisierbar, weil Menschen sehr unterschiedlich sind und dementsprechend verschiedenartig im Test reagierten. Zur diesjährigen Jury gehörten unter anderem Robert Llewellyn, der in der TV-Serie Red Dwarf den Roboter Kryten spielte, sowie Lord Sharkey, der sich um die posthume Rehabilitation Alan Turings kümmerte. Turing war zu Lebzeiten wegen seiner Homosexualität verfolgt worden.

Der Philosoph John Searle stellte 1980 das Gedankenexperiment "Chinesisches Zimmer" auf, in dem er beschrieb, dass auch Menschen mit Hilfe von aufgestellten Regeln den Eindruck erwecken können, eine fremde Sprache zu beherrschen, ohne dass sie sie wirklich verstehen. Mit dem Experiment wollte Searle untermauern, dass Computer nur mit Hilfe eines von Menschen geschriebenen Programms kein eigenes Bewusstsein entwickeln können.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 26,99€
  2. 53,99€
  3. 59,99€

crmsnrzl 11. Jun 2014

Das er ein Kind simulierte sehe ich nicht als Problem. Dass es sich um einen Erwachsenen...

tangonuevo 10. Jun 2014

Im Allgemeinen verät die Anzahl an ">", wer was gesagt hat, das ist internetüblich und...

Ach 10. Jun 2014

Ein Data? Die Idee ist natürlich verführerisch. Bis die Robotik aber so weit ist dass sie...

DerRückenIstBack 10. Jun 2014

Ich habe gerade festgestellt, dass der Terminus "automatische Gedanken" in der...

crmsnrzl 10. Jun 2014

Ich wollte schon ausholen, aber du kamst mir zuvor.^^ Danke.


Folgen Sie uns
       


Steam Spy vor dem Aus - Bericht

Das Tool Steam Spy kann nach Valves Änderungen bei den Privatsphäre-Einstellungen des Onlineshops nach Angaben des Erfinders nicht länger funktionieren.

Steam Spy vor dem Aus - Bericht Video aufrufen
Xperia XZ2 Compact im Test: Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos
Xperia XZ2 Compact im Test
Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos

Sony konzentriert sich beim Xperia XZ2 Compact erneut auf die alte Stärke der Serie und steckt ein technisch hervorragendes Smartphone in ein kompaktes Gehäuse. Heraus kommt ein kleines Gerät, das kaum Wünsche offenlässt und in dieser Größenordnung im Grunde ohne Konkurrenz ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Xperia XZ2 Premium Sony stellt Smartphone mit lichtempfindlicher Dualkamera vor
  2. Sony Grundrauschen an Gerüchten über die Playstation 5 nimmt zu
  3. Playstation Sony-Chef Kaz Hirai verabschiedet sich mit starken Zahlen

HTC Vive Pro im Test: Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf
HTC Vive Pro im Test
Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf

Höhere Auflösung, integrierter Kopfhörer und ein sehr bequemer Kopfbügel: Das HTC Vive Pro macht alles besser und gilt für uns als das beste VR-Headset, das wir bisher ausprobiert haben. Allerdings ist der Preis dafür so hoch, dass kaufen meist keine clevere Entscheidung ist.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. SteamVR Tracking 2.0 36 m² Spielfläche kosten 1.400 Euro
  2. VR-Headset HTCs Vive Pro kostet 880 Euro
  3. HTC Vive Pro ausprobiert VR-Headset hat mehr Pixel und Komfort

Digitalfotografie: Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher
Digitalfotografie
Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher

War der Anhänger wirklich so groß wie der Ring? Versucht da gerade einer, die Versicherung zu betuppen? Wenn Omas Erbstück geklaut wurde, muss die Versicherung wohl dem Digitalfoto des Geschädigten glauben. Oder sie engagiert einen Bildforensiker, der das Foto darauf untersucht, ob es bearbeitet wurde.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. iOS und Android Google lanciert drei experimentelle Foto-Apps
  2. Aufstecksucher für TL2 Entwarnung bei Leica

    •  /