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Künstliche Intelligenz: Erste KI-Kanzlei gewinnt Prozess in Großbritannien

Die zugelassene KI-Kanzlei Garfield AI hat ein erstes Gerichtsverfahren um nicht bezahlte Honorare am Wandsworth County Court gewonnen.
/ Nils Matthiesen
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KI Kanzlei gewinnt ersten Gerichtsprozess. (Symbolbild) (Bild: KATRIN BOLOVTSOVA  / Pexels)
KI Kanzlei gewinnt ersten Gerichtsprozess. (Symbolbild) Bild: KATRIN BOLOVTSOVA / Pexels

Die KI-gestützte Rechtsanwaltskanzlei Garfield AI(öffnet im neuen Fenster) hat ihr erstes Gerichtsverfahren erfolgreich abgeschlossen, berichtet Computerweekly(öffnet im neuen Fenster). Das Unternehmen gilt als erste reine KI-Kanzlei mit einer behördlichen Zulassung in Großbritannien. Rund ein Jahr nach der Entwicklung des KI-Rechtsassistenten erzielte das Startup diesen juristischen Erfolg vor Gericht.

Auslöser des Verfahrens war ein Streit über ausstehende Honorare. Eine Freelancerin, die Personaldienstleistungen für einen Gastronomiebetrieb erbracht hatte, nutzte die Software nach erfolglosen außergerichtlichen Einigungsversuchen. Das KI-System erstellte die vorgerichtliche Korrespondenz, bereitete die Dokumente für das Gerichtsverfahren vor und übernahm die gesamte juristische Vorarbeit.

Als die Gegenseite eine Widerklage erhob, unterstützte das System die Klägerin bei der Erwiderung. Die Anwendung begleitete das Verfahren bis zur Verhandlung, bearbeitete die Dokumentenoffenlegung, bereitete Zeugenaussagen vor und stellte die Prozessakten zusammen. Kurz vor dem Prozessbeginn beauftragte das System ein Nachwuchsmitglied der Anwaltschaft für die mündliche Vertretung.

Niedrige Gebühren bei geringem Streitwert

Nach einer dreistündigen Verhandlung am Wandsworth County Court entschied das Gericht zugunsten der Klägerin. Das Gericht sprach ihr die geforderten 7.000 Britischen Pfund zu und wies die Widerklage ab. Die Klägerin zahlte für die Nutzung des KI-Dienstes Gebühren von 400 Pfund. Die Gegenseite beauftragte im Gegensatz dazu zwei Rechtsanwälte.

Das Startup wurde von einem Technologen und einem Juristen gegründet, um kleinen Unternehmen bei der Eintreibung unbezahlter Rechnungen zu helfen. Die Aufsichtsbehörde Solicitors Regulation Authority (SRA) erteilte der Kanzlei im Mai des Vorjahres die Zulassung.

Technologie verändert rechtliche Prozesse

Der Mitgründer des Startups erklärte, das Verfahren demonstriere die praktische Einsatzfähigkeit rechtlicher KI-Systeme. Es gehe darum, Menschen Werkzeuge zur Durchsetzung ihrer Rechte zu geben, wenn der traditionelle Weg zu teuer oder komplex sei. Branchenexperten sehen in dem Urteil eine Bestätigung für die Funktionsfähigkeit des Systems bei geringen Streitwerten, bei denen hohe Anwaltskosten oft den Zugang zum Recht erschweren. Die SRA befürwortet die Entwicklung solcher KI-Dienste, um Rechtsdienstleistungen erschwinglicher zu machen.


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