Künstliche Intelligenz: Deutsches ChatGPT könnte an Geld und Datenschutz scheitern

ChatGPT kommt wie viele KI-Systeme aus den USA und nicht aus Europa, geschweige denn aus Deutschland. Es fehlt an Geld, Willen und politischer Unterstützung.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden
Wird Deutschland bei KI abgehängt?
Wird Deutschland bei KI abgehängt? (Bild: Envato)

Deutschland befindet sich nach Ansicht des KI-Bundesverbandes in Gefahr, im Wettlauf um künstliche Intelligenz abgehängt zu werden. Dazu fehlen Rechenkapazitäten und Daten. Um dies zu ändern, hat der Bundesverband Künstliche Intelligenz eine Initiative ins Leben gerufen, die darauf abzielt, ein hundert Millionen Euro schweres KI-Rechenzentrum in Deutschland zu errichten. Darüber berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Ein großer Teil der KI-Modelle stammt aus den USA, und Europa und Deutschland sind in dieser Hinsicht unterrepräsentiert. Dies birgt die Gefahr monopolartiger Strukturen und bedroht die digitale Souveränität in Bezug auf KI. Um diese Herausforderungen anzugehen, hat der KI-Bundesverband die Initiative LEAM ins Leben gerufen. LEAM steht für Large European AI Models und hat das Ziel, große europäische KI-Modelle zu entwickeln, die auf riesigen Datenmengen trainiert werden.

Die Initiative wird von E.ON, Bayer und Continental, der TU Darmstadt und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz unterstützt. Ende 2020 wurde LEAM vom damals CDU-geführten Bundeswirtschaftsministerium gefördert und sollte eine Machbarkeitsstudie aufstellen, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Rechenzentrum für mehrere hundert Millionen Euro nötig

Das Rechenzentrum würde 350 bis 400 Millionen Euro kosten, doch auch der Betrieb wäre teuer, so die Studie, aus der die FAZ zitiert. Das geplante KI-Rechenzentrum soll in der Lage sein, riesige Mengen an Daten zu verarbeiten und die Entwicklung von fortgeschrittenen KI-Modellen zu unterstützen. Dies würde es Unternehmen und Wissenschaftlern ermöglichen, an der Entwicklung der KI-Technologie teilzunehmen und dazu beitragen, Deutschland und Europa wettbewerbsfähiger zu machen.

Der Plan, ein KI-Rechenzentrum in Deutschland zu errichten, beinhaltet auch die Schaffung einer Servicegesellschaft, die von der Industrie unterstützt und finanziert wird. Diese Gesellschaft soll Rechenkapazitäten bereitstellen und bei der Entwicklung von neuen KI-Modellen sowie der Anpassung bestehender Modelle an die Bedürfnisse von Unternehmen unterstützen. Jörg Bienert, Präsident des Bundesverbandes Künstliche Intelligenz (KI), ist überzeugt, dass dies von großer Relevanz für die Industrie ist.

Die Ergebnisse einer Studie, an der mehr als 70 Experten aus Wissenschaft und Industrie beteiligt waren, bestätigen dies. Laut der Studie werden tiefe KI-Modelle zu einem "elementaren Bestandteil der IT-Anwendungs-Architektur", heißt es laut FAZ, die aus der Studie zitiert. Viele Unternehmen würden schon mit KI-Anwendungen experimentieren und deren Einsatz evaluieren. Allerdings gibt es kaum europäische Modelle, was dazu führt, dass interessante Ergebnisse aus Datenschutzgründen nicht in der Produktion eingesetzt werden dürfen, so Bienert.

Entscheidend sei jedoch, dass die notwendigen Mittel für die Umsetzung zur Verfügung gestellt würden, so die Initiative gegenüber der FAZ. Der Staat solle die Anschubfinanzierung übernehmen. Ob es dazu kommt, ist noch offen.

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ptepic 31. Jan 2023 / Themenstart

Das Formular A 38 muss auch erst beschafft und ausgefüllt werden...

spyro2000 26. Jan 2023 / Themenstart

Äh, nein...?

/mecki78 25. Jan 2023 / Themenstart

Biontech ist gefördert worden, nachdem sie dem Impfstoff schon fertig hatten, weil der...

/mecki78 24. Jan 2023 / Themenstart

Das ist keine löbliche, dass ist eine fürchterliche Ausnahme und zeigt das Versagen bei...

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