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Was bei KI 2025 passiert ist: Das Ende der Wundermaschinen

Wie KI -Sprachmodelle nachdenken lernten, der Wettbewerb wieder spannend wurde, Aktionäre vor dem Platzen der KI-Blase erzitterten – und wie es 2026 weitergeht.
/ Helmut Linde
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Platzt 2026 die KI-Blase? (Bild: KI-generiert mit Dall-E 3)
Platzt 2026 die KI-Blase? Bild: KI-generiert mit Dall-E 3
Inhalt
  1. Was bei KI 2025 passiert ist: Das Ende der Wundermaschinen
  2. Die Lizenz zum Denken: KI-Agenten
  3. Das Google-Dilemma
  4. Das Zittern vorm Platzen der Blase
  5. Open Source bringt Vielfalt in die KI-Landschaft
  6. 2026: KI-Agenten werden alltäglicher – und relevanter

Das Jahr 2025 begann auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz mit einem Paukenschlag: Das chinesische Start-up Deepseek veröffentlichte(öffnet im neuen Fenster) im Januar sein Sprachmodell Deepseek-R1 – ein offenes, leistungsstarkes System, das mit den besten westlichen Modellen konkurrieren konnte, aber zu einem Bruchteil der Trainingskosten entstand.

Binnen Tagen ging das Modell viral und die Börsenkurse westlicher KI-Unternehmen brachen kurzzeitig ein: Softwareexperten waren erstaunt über die gewaltige Effizienzsteigerung, die Deepseek beim Training des Modells erreicht hatte. Gleichzeitig markierte die Veröffentlichung eine geopolitische Zäsur. Zum ersten Mal stammte ein global führendes KI-Modell aus China – und es war öffentlich verfügbar.

Deepseek-R1 war nicht nur technisch bemerkenswert, sondern auch politisch aufgeladen. Nutzer stellten schnell fest(öffnet im neuen Fenster) , dass das Modell bei sensiblen Themen wie Taiwan oder Menschenrechte zensierte Antworten lieferte – ein Fingerzeig auf die wachsende Kluft zwischen offenen und staatlich kontrollierten KI-Ökosystemen.

Innere Monologe machen KI schlauer

Um ihren Innovationsvorsprung gegenüber der neuen chinesischen Konkurrenz aufrechtzuerhalten, arbeiteten die westlichen Technologiekonzerne an einer neuen Evolutionsstufe der KI: den Agenten . Als wichtigen Schritt dahin eröffnete OpenAI im Frühjahr mit seinen Modellen o3 und o4-mini(öffnet im neuen Fenster) eine neue Phase des Reasoning – der Fähigkeit, Probleme von unterschiedlichen Perspektiven zu überdenken und der Lösung schrittweise näherzukommen.

Anstatt eine Frage sofort zu beantworten, nehmen sich diese Modelle Zeit: Sie durchlaufen innere Argumentationsketten, bevor sie antworten. Im Laufe dieses inneren Monologs konnten diese Modelle auch erstmals eine größere Zahl an Werkzeugen – zum Beispiel eine Internetsuche – einbinden und flexibel auf die zurückgemeldeten Ergebnisse reagieren.

Damit überwanden Sprachmodelle endgültig die Einschränkungen des bloßen Dialogs mit der Nutzerschaft. Aus einem Gesprächspartner wurde ein operativer Assistent, der recherchieren, berechnen, planen und aus Teilschritten Rückschlüsse ziehen kann. Und der Begriff KI-Agent, der für ein solches System geprägt wurde, stieg schnell zum Buzzword des Jahres 2025 auf.


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