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Das Zittern vorm Platzen der Blase

In Verbindung mit den anhaltenden Schwierigkeiten, KI in der Breite zu einem wirklich starken Werttreiber zu machen, verstärkten sich in der zweiten Jahreshälfte 2025 die Sorgen darüber, ob die enormen Investitionen des Technologiesektors wirtschaftlich tragfähig sind. Der Begriff der KI-Blase verdrängte die KI-Agenten vom Spitzenplatz der meistgenutzten Schlagworte.

Angeheizt wurden die Befürchtungen durch die Zunahme sogenannter zirkulärer Geschäfte(öffnet im neuen Fenster) , bei denen auf dem Papier hohe Umsätze dadurch erzeugt werden, dass Geld innerhalb der KI-Branche hin- und hergereicht wird. So hat beispielsweise Nvidia angekündigt, 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI zu investieren, während im Gegenzug OpenAI Rechenzentren mit einer Leistung von 10 Gigawatt mit Nvidia-Hardware ausrüsten will.

Die Aktienmärkte zeigten sich von allen Blasenängsten jedoch bislang eher unbeeindruckt: Nvidia führt als wichtigster Zulieferer der KI-Industrie die Liste der weltweit wertvollsten Aktiengesellschaften an und erreichte im Oktober 2025 als erstes Unternehmen überhaupt eine Marktkapitalisierung von fünf Billionen Dollar.

Günstig geht auch

Quasi als Gegenpol zu den schwindelerregenden Investitionen der Technologiekonzerne machte allerdings auch das Open-Source-Ökosystem im Jahr 2025 große Fortschritte. Mit dem eingangs erwähnten Release von Deepseek‑R1 im Januar erregte ein vorher wenig bekannter chinesischer Anbieter Aufsehen – das Modell wurde mit frei einsehbaren Modellparametern veröffentlicht und erreicht laut mehreren Vergleichen eine Leistungsfähigkeit, die mit großen proprietären Systemen konkurrieren kann.

Im Frühjahr wurde Deepseek-R1 zudem mit einem großen Update versehen: Die Version Deepseek‑R1‑0528(öffnet im neuen Fenster) steigerte die Fähigkeiten bei Mathematik, Programmierung und logischem Denken deutlich, was viele in der Szene als Beleg dafür sahen, dass Open-Source-Modelle nicht nur mitziehen, sondern in Teilbereichen sogar führend sein können.

Doch Deepseek war nicht allein. Im Laufe des Jahres traten mehrere Modelle und Initiativen auf den Plan, die zeigten, wie vielfältig quelloffene Modelle sein können.


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