Künstliche Intelligenz: Blackstone und Google gründen Rechenzentrum
Google und die US-amerikanische Investmentgesellschaft Blackstone planen die Gründung eines Unternehmens, das ein ebenfalls geplantes KI-Rechenzentrum betreiben soll. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet(öffnet im neuen Fenster), erhält das Gemeinschaftsunternehmen von Blackstone Eigenkapital in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar und Google stellt KI-Chips und Software bereit.
Für Google ist es laut dem WSJ der bislang größte Vorstoß, die eigenen Chips und deren Rechenleistung an externe Kunden zu verkaufen. Bis zum Jahr 2027 sollen 500 Megawatt Leistung in Betrieb genommen sein und anschließend signifikant ausgebaut werden, heißt es weiter. Blackstone hält bereits Anteile an anderen Rechenzentren im Wert von 150 Milliarden US-Dollar.
Es wird erwartet, dass der langjährige Google-Manager Benjamin Treynor Sloss als CEO des neuen Unternehmens eingesetzt wird, so das WSJ. Blackstone soll hingegen die Mehrheit am Unternehmen halten und weitere 25 Milliarden US-Dollar an Investitionen in die Recheninfrastruktur finanzieren.
Blackstone hat breit gestreute KI-Beteiligungen
Google stellte im April 2026 die achte Generation seiner Tensor Processing Units (TPU) vor und kündigte dabei an, dass Kunden die ab Ende des Jahres 2026 auch mieten können sollen. In größerem Umfang hat der Konzern bislang nur zwei bedeutende Vereinbarungen mit externen Partnern geschlossen. Eine davon erlaubt es Anthropic, rund eine Million TPUs zu nutzen. Die andere betrifft Rechenleistung, die von Meta in Anspruch genommen wird.
Blackstone ist als einer der aktivsten Investoren in Rechenzentren am Markt aktiv. Im Jahr 2021 übernahm die Investmentgruppe den Rechenzentrumsbetreiber QTS Realty Trust und im Jahr 2024 den Betreiber Airtrunk. Hinzu kommen erhebliche Investitionen in Coreweave, Anthropic, OpenAI und weitere KI-Firmen.
In der KI-Wirtschaft werden insbesondere Kreislaufgeschäfte, wie sie zwischen Nvidia und OpenAI oder auch Google und Anthropic bereits stattfanden, kritisiert. Im Fall von Blackstone und Google ist derartiges zunächst nicht zu beobachten. Es muss sich aber zeigen, ob das Gemeinschaftsunternehmen genug solvente Abnehmer für die geplante Rechenleistung findet oder ob diese, wie bei den zuvor genannten Geschäften, nur durch Investitionen von Google in die Abnehmer ausgelastet werden können.
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