Künstliche Intelligenz: "Alpha Go spielt wie eine Göttin"

Nach dem Europameister hat die künstliche Intelligenz Alpha Go auch einen der besten Spieler der Welt besiegt. Sie spielte unerwartet aggressiv.

Artikel von veröffentlicht am
Alpha Go besiegt auch einen der weltbesten Go-Spieler.
Alpha Go besiegt auch einen der weltbesten Go-Spieler. (Bild: Donarreiskoffer/Wikipedia/CC-BY 3.0)

Das Brettspiel Go galt lange Zeit als einer der letzten Bereiche, in denen Menschen Computerprogrammen überlegen waren. Heute hat die künstliche Intelligenz Alpha Go einen der besten menschlichen Spieler der Welt im ersten von fünf Spielen besiegt: Nach 184 Spielzügen gab der Koreaner Lee Sedol auf.

Inhalt:
  1. Künstliche Intelligenz: "Alpha Go spielt wie eine Göttin"
  2. 'Ich glaube, sie wird gewinnen!'

Das Spiel bietet schon wegen der Brettgröße mehr Zugmöglichkeiten und ist insgesamt deutlich komplexer als Schach. Durch die verwendeten Algorithmen und die begrenzte Rechenleistung der verfügbaren Computer reichten bis zum vergangenen Jahr die Fähigkeiten der besten Programme nicht über das Amateurniveau hinaus. Heute kommentierte Kim Myungwan, ebenfalls ein starker Profispieler, Alpha Go mit den Worten: "Sie spielt wie eine Göttin!"

Das auf neuronalen Netzwerken basierende Programm von Google mit dem Namen Alpha Go hatte bereits im Oktober den europäischen Meister Fan Hui in fünf von fünf Spielen geschlagen. Diese Leistung wurde erst im Januar veröffentlicht, zusammen mit der Ankündigung, dass die künstliche Intelligenz im März ein ähnliches Match gegen Lee Sedol spielen werde.

Lee Sedol gilt als einer der besten Go-Spieler der Welt, seit er 2014 in einem Match aus zehn Spielen ("Jubango") den chinesischen Spieler Gu Li mit 6:2 besiegt hat. Für das Match gegen Alpha Go mit fünf Spielen ("Gobango") ist eine Siegprämie von 1 Million US-Dollar ausgesetzt. Sollte Lee Sedol mindestens drei der fünf Spiele verlieren, wird die Summe an das Kinderhilfswerk Unicef und Vereine für MINT-Förderung und Go-Verbände gespendet.

Alpha Go spielt aggressiver

Alpha Go überraschte im Spiel gegen Lee Sedol mit einer stark verbesserten Spielleistung. Sie spielte deutlich aggressiver als in den Spielen gegen Fan Hui und zeigte weitaus weniger Nachlässigkeiten als noch bei der Auswertung dieser Spiele. Inwiefern die Hardware verbessert wurde, war noch nicht zu erfahren.

Die Spiele im Match werden im Four-Seasons-Hotel in Seoul gespielt und live auf Youtube übertragen. Die offizielle Übertragung für den Google-Mutterkonzern Alphabet wird von Michael Redmond begleitet. Er ist der beste westliche Go-Spieler und der erste, der jemals den höchsten professionellen Go-Rang (9p) erreicht hat. Der 52-Jährige erhielt schon mit 14 Jahren Go-Unterricht in Japan und kommentierte das Spiel für Anfänger; knapp 80.000 Zuschauern sahen zu. In der Spitze hatte das erste Spiel knapp 100.000 Zuschauer, als am Ende des Spiels die Niederlage bereits abzusehen war.

Gleichzeitig kommentierte Kim Myungwan, ein ähnlich starker koreanischer Spieler, für die American Go Association etwas detaillierter.

Das Spiel begann zunächst friedlich. Lee Sedol eröffnete das Spiel mit den schwarzen Steinen und steckte Ansprüche entlang der rechten und oberen Seite ab. Die erwartete Invasion von Alpha Go folgte. Lee Sedol nutzte sie, um Territorium an der rechten Seite zu konsolidieren. Zunächst wirkte diese Invasion schwach, da sie Lee Sedol vergleichsweise viele Punkte sicherte, ohne dass sich Alpha Go vor dessen Steine setzen konnte. Das erinnerte etwas an die Spiele gegen Fan Hui, als Alpha Go generell zu passiv wirkte. Aber in der gegebenen Situation war es dennoch eine vernünftige Strategie, wie sich zeigte.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
'Ich glaube, sie wird gewinnen!' 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Donald E. Knuth
30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar

Ein bisschen theoretische Informatik, Algorithmen oder Mathematik zu Weihnachten? Wer das mag, kann nun sogar alle Vorlesungen hintereinander ansehen.

Donald E. Knuth: 30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar
Artikel
  1. 25 Jahre Grim Fandango: Toller Trip durch das Reich der Toten
    25 Jahre Grim Fandango
    Toller Trip durch das Reich der Toten

    Morbide und lustig: Grim Fandango war kein Erfolg und gilt trotzdem als Klassiker. Golem.de hat es erneut durchgespielt - und war wieder begeistert.
    Von Andreas Altenheimer

  2. Star Wars: Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps
    Star Wars
    Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps

    Eine bessere Story bekommt der legendär schlechte Film dadurch leider nicht. Bis heute lieben ihn einige Fans aber vor allem wegen seiner Absurdität.

  3. Updates für GPT-3 und GPT-4: GPT im Geschwindigkeitsrausch
    Updates für GPT-3 und GPT-4
    GPT im Geschwindigkeitsrausch

    OpenAIs Updates für GPT-4 und GPT-3 machen die Modelle zuverlässiger, vor allem aber anpassungsfähiger. Die Änderungen und neuen Features im Detail.
    Von Fabian Deitelhoff

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • TeamGroup Cardea Graphene A440 2 TB mit zwei Kühlkörpern 112,89€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • AVM FRITZ!Repeater 3000 AX 129€ • Philips Ambilight 77OLED808 2.599€ • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /