Künftig mehr Hybridmodelle: Ford verabschiedet sich von E-Auto-Strategie

Ford hat am Montag Sonderbelastungen in Höhe von rund 19,5 Milliarden US-Dollar angekündigt – hauptsächlich durch das gescheiterte Geschäft mit Elektroautos(öffnet im neuen Fenster) . Seit 2023 habe Ford mit E-Fahrzeugen bereits 13 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht, berichtete das Wall Street Journal (WSJ).(öffnet im neuen Fenster)
Die Abschreibung bedeutet einen Kurswechsel in der US-Autoindustrie. Ford baut nun sein Angebot an Benzinern aus und konzentriert sich auf Hybridmodelle sowie Fahrzeuge mit Range-Extender. Bei diesen lädt ein Benzinmotor den Akku während der Fahrt nach.
Produktionsstopp für Electric F-150 Lightning
CEO Jim Farley begründete die Neuausrichtung mit der Marktrealität. Statt weiter Milliarden in große Elektroautos ohne klare Gewinnaussichten zu investieren, ändere Ford die Strategie. Ein Elektro-Pick-up für 30.000 US-Dollar soll 2027 trotzdem auf den Markt kommen und eine neue Generation bezahlbarer E-Fahrzeuge einleiten.
Der rein elektrische F-150 Lightning wird eingestellt. Stattdessen plant Ford eine Range-Extender-Version des Pick-ups. Auch geplante Elektrotransporter und ein weiterer E-Pick-up wurden aus dem Programm gestrichen.
Bis 2030 will Ford die Hälfte seiner weltweiten Produktion auf Hybride, Range-Extender und Elektroautos umstellen. Derzeit liegt der Anteil bei 17 Prozent. Diese Änderung entspricht den Kundenwünschen: Hybride gelten in den USA als praktischere Alternative zu reinen E-Autos.
Akkufabrik bekommt neue Aufgabe
Die Batteriefabrik im US-Bundesstaat Kentucky wird künftig stationäre Stromspeicher für Energieversorger, erneuerbare Energien und Rechenzentren produzieren. Rund 1.600 Mitarbeiter verlieren dort ihre Arbeitsplätze. An anderen US-Standorten will Ford dafür Tausende neue Stellen schaffen.
In den 19,5 Milliarden US-Dollar sind auch 6 Milliarden für die Auflösung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der SK Group zur Akkuproduktion in den USA enthalten. Die meisten Belastungen werden im vierten Quartal verbucht. Gleichzeitig hebt Ford seine Gewinnprognose auf 7 Milliarden US-Dollar vor Steuern an – zuvor waren 6 bis 6,5 Milliarden erwartet worden.
General Motors habe seine Elektrifizierungspläne ebenfalls angepasst(öffnet im neuen Fenster) und im dritten Quartal 1,6 Milliarden US-Dollar auf E-Auto-Anlagen abgeschrieben, hieß es in dem WSJ-Bericht. Der Plan, bis 2035 komplett auf Elektro umzustellen, sei aufgegeben worden. Auch LG und Stellantis(öffnet im neuen Fenster) verlagerten Akkuproduktionskapazitäten in Richtung stationärer Speicher.



