Abo
  • Services:
Anzeige
Browserverlauf im Firefox besser löschen
Browserverlauf im Firefox besser löschen (Bild: Screenshot: Golem.de)

Kündigung: Der Chef darf den Browserverlauf auswerten

Browserverlauf im Firefox besser löschen
Browserverlauf im Firefox besser löschen (Bild: Screenshot: Golem.de)

Ein Landesarbeitsgericht hat die Verwertung der Daten aus dem Browserverlauf eines Beschäftigten erlaubt. Das Bundesdatenschutzgesetz lasse die Speicherung und Auswertung des Browserverlaufs zur Missbrauchskontrolle zu.

Firmen dürfen unter Umständen den Browserverlauf eines Beschäftigten auswerten. Das gelte, wenn sich nicht anders klären lasse, ob ein Kündigungsgrund vorliege, berichtet das Personalmagazin unter Berufung auf ein Urteil des Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg (Aktenzeichen: 5 Sa 657/15). Dem Beschäftigten war auf dem Dienstrechner eine private Nutzung des Internet nur in Ausnahmefällen während der Arbeitspausen gestattet.

Anzeige

Der Mitarbeiter hatte die Kündigung erhalten, weil er während der Arbeitszeit zu privaten Zwecken online war. Um das zu belegen, überprüfte das Unternehmen ohne seine Zustimmung den Browserverlauf. Der Gruppenleiter sei Kollegen immer wieder aufgefallen, weil er das Netz für private Zwecke genutzt habe. Als der Vorgesetzte daraufhin das Datenvolumen des Beschäftigten überprüft habe, sei aufgefallen, dass es außergewöhnlich hoch gewesen sei. Nach einem Gespräch wurde ihm gekündigt. Wenige Tage nach der Kündigung überprüfte der Arbeitgeber den Browserverlauf. Dabei sei herausgekommen, dass der Beschäftigte in 30 Arbeitstagen 16.369 Seitenaufrufe zu privaten Zwecken getätigt habe. Selbst wenn jede Seite nur wenige Sekunden genutzt worden sei, ergebe sich daraus, dass er innerhalb von 30 Tagen an mindestens 5 Tagen nur im privaten Interesse online gewesen sei.

Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Der Betroffene reichte Kündigungsschutzklage ein und argumentierte, der Arbeitgeber habe den Browserverlauf ohne seine Zustimmung nicht auswerten dürfen. Er sah sich in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt.

Doch die Richter hielten in der ersten und zweiten Instanz die Kündigung für begründet. Durch die exzessive private Internetnutzung am Arbeitsplatz habe der Arbeitnehmer gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten in erheblichem Maß verstoßen. Eine Verwertung der Daten aus dem Browserverlauf sei vor Gericht außerdem erlaubt. Das Bundesdatenschutzgesetz erlaube die Speicherung und Auswertung des Browserverlaufs zur Missbrauchskontrolle. Außerdem habe der Arbeitgeber den Umfang der unerlaubten Internetnutzung nicht anders nachweisen können. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; das Gericht hat die Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen. Die Frist läuft bis Anfang April, bisher ist laut Landesarbeitsgericht keine Berufung eingelegt worden.


eye home zur Startseite
ayngush 23. Mär 2016

Wie schon erwähnt meine ich mit privater E-Mail-Nutzung die private E-Mail-Nutzung der...

Stippe 23. Mär 2016

Nach meiner Interpretation werde ich dafür bezahlt, meine Arbeitskraft für die...

whitbread 22. Mär 2016

Haha wenn der Verteidiger dem Stürmer im Strafraum nen Bein stellt, legst Du Dich auch...

SelfEsteem 22. Mär 2016

Das ist leider eine recht naive Sicht. Wenn du einen Mitarbeiter hast, der in unter 40h...

jb (Golem.de) 22. Mär 2016

Ja, richtig! Ist geändert, danke für den Hinweis!



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Abstatt
  2. inxire GmbH, Frankfurt am Main
  3. Daimler AG, Ulm
  4. SIGMETA Informationsverarbeitung und Technik GmbH, München


Anzeige
Top-Angebote
  1. 249,90€
  2. 159,90€
  3. 58,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Building 8

    Facebook arbeitet an modularem Mobilgerät

  2. Remote Control

    Serienklassiker Das Boot wird VR-Antikriegsspiel

  3. TLS-Zertifikate

    Symantec fällt auf falschen Key herein

  4. Shipito

    Mit wenigen Mausklicks zur US-Postadresse

  5. Ausprobiert

    JPEGmini Pro komprimiert riesige JPEGs um bis zu 80 Prozent

  6. Aufstecksucher für TL2

    Leica warnt vor Leica

  7. Autonomes Fahren

    Continental will beim Kartendienst Here einsteigen

  8. Arduino 101

    Intel stellt auch das letzte Bastler-Board ein

  9. Quartalsbericht

    Microsoft kann Gewinn durch Cloud mehr als verdoppeln

  10. Mobilfunk

    Leistungsfähigkeit der 5G-Luftschnittstelle wird überschätzt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Kryptowährungen: Bitcoin steht vor grundlegenden Änderungen
Kryptowährungen
Bitcoin steht vor grundlegenden Änderungen
  1. Kryptowährungen Massiver Diebstahl von Ether
  2. Link11 DDoS-Angriffe nehmen wegen IoT-Botnetzen weiter zu
  3. Kryptowährung Bitcoin notiert auf neuem Rekordhoch

Indiegames Rundschau: Meisterdiebe, Anti- und Arcadehelden
Indiegames Rundschau
Meisterdiebe, Anti- und Arcadehelden
  1. Jump So was wie Netflix für Indiegames
  2. Indiegames-Rundschau Weltraumabenteuer und Strandurlaub
  3. Indiegames-Rundschau Familienflüche, Albträume und Nostalgie

IETF Webpackage: Wie das Offline-Internet auf SD-Karte kommen könnte
IETF Webpackage
Wie das Offline-Internet auf SD-Karte kommen könnte
  1. IETF 5G braucht das Internet - auch ohne Internet
  2. IETF DNS über HTTPS ist besser als DNS

  1. Re: IT Experten beklagen zu niedrige Löhne

    c0nsultant | 10:32

  2. Re: Darf man Einbrecher platt machen?

    __destruct() | 10:32

  3. Re: Obendrein muss das OS an jeden ARM-Chip...

    ElTentakel | 10:31

  4. Re: Servertickrate

    LH | 10:31

  5. Re: Wo liegt eigentlich der Unterschied ...

    Muhaha | 10:31


  1. 10:31

  2. 10:09

  3. 09:51

  4. 09:05

  5. 08:03

  6. 07:38

  7. 07:29

  8. 07:20


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel