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Kühlung des Atomkraftwerks Paks: Ungarn will Wasserstand künstlich erhöhen

Ungarn will die Donau anstauen, damit das AKW Paks weitergekühlt werden kann. Dazu soll eine Sohlschwelle gebaut werden.
/ Andreas Donath
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Das ungarische Atomkraftwerk Paks (Bild: Janos Kummer/Getty Images)
Das ungarische Atomkraftwerk Paks Bild: Janos Kummer/Getty Images

Ungarn hat am Mittwoch Pläne bekanntgegeben, um direkt in die Flusslandschaft der Donau einzugreifen. Ministerpräsident Peter Magyar kündigte auf Facebook konkrete bauliche Schritte(öffnet im neuen Fenster) an. Der Wasserstand soll künstlich erhöht werden, damit das Atomkraftwerk Paks weiterkühlen kann.

Der Wasserstand der Donau ist auf historische Tiefstwerte gesunken. Ursache ist die anhaltende Hitzewelle in weiten Teilen Europas. Dürrebedingungen führen dazu, dass Flüsse und Bäche kaum noch Wasser führen.

Kraftwerk Paks kann derzeit nur rund ein Viertel seiner Kapazitäten nutzen. Von acht Turbinen sind lediglich zwei in Betrieb. Das bedeutet erhebliche Einschränkungen für die Stromversorgung des Landes.

Bau einer Sohlschwelle mit Militäreinsatz

Die Regierung in Budapest plant daher den Bau einer sogenannten Sohlschwelle. Das Bauwerk soll das Flusswasser aufstauen und den Pegel anheben. Die Arbeiten sollen unter Beteiligung des Militärs und rund um die Uhr durchgeführt werden.

Für die Sohlschwelle werden etwa 150.000 Kubikmeter Gestein benötigt. Diese Materialmenge verdeutlicht das Ausmaß des Vorhabens. Die geschätzten Kosten liegen bei rund sechs Milliarden Forint, was etwa sechzehn Millionen Euro entspricht.

Laut Magyar soll die Sohlschwelle den Wasserstand um bis zu einen Meter erhöhen können. Innerhalb weniger Wochen sei damit die Rückkehr zum Vollbetrieb des Kraftwerks möglich. Ob dieses Ziel realistisch erreichbar ist, bleibt abzuwarten. Fachleute müssen die Pläne noch prüfen.

Problem: Barriere für Fische und Wasserorganismen

Eine Sohlschwelle stabilisiert die Flusssohle und verhindert, dass sich das Gewässer durch die Strömung immer tiefer in den Untergrund gräbt. Zudem reguliert sie den Wasserstand, indem sie das Wasser bei geringem Abfluss leicht anstaut und die Fließgeschwindigkeit der Strömung verringert. Das Hauptproblem von Sohlschwellen ist, dass sie eine unüberwindbare Barriere für Fische und andere Wasserorganismen darstellen, die flussaufwärts wandern wollen. Außerdem stoppen sie den natürlichen Transport von Kies und Sand, was flussabwärts zu einem Mangel an wichtigen Lebensräumen im Flussbett führt.

Es gibt aber auch Sohlrampen, die keine harten Stufen aufweisen, sondern eine flache, raue Neigung aus Steinen. Sie sollen die Flusssohle genauso effektiv wie eine Schwelle stabilisieren. Durch ihre raue Oberfläche und die geringe Steigung können Fische und Kleinlebewesen die Rampe flussaufwärts durchwandern. Zudem lassen sie Sand und Kies passieren, so dass der natürliche Geschiebetransport im Fluss erhalten bleibt.

Alternativ zwei Lastkähne versenken

Parallel zu den langfristigen Maßnahmen erwägt die Regierung eine kurzfristige Alternative. Zwei Lastkähne von je 80 Metern Länge sollen versenkt werden. Dieser Schritt könnte den Wasserstand vorübergehend um 20 Zentimeter erhöhen. Eine Entscheidung dazu wird am Freitag erwartet. Die Behörden müssen den Vorgang noch genehmigen. Ob das Projekt in der kurzen Frist umsetzbar ist, bleibt ungewiss.


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