Kühlschrankgröße: Erste 5G-Endgeräte mit 10 GBit/s kommen Ende 2014
Erste Smartphones mit dem LTE-Nachfolger 5G sind Ende 2014 fertig. Das sagte Tong Wen, Fellow und Head Wireless Research bei Huawei, im Interview mit Golem.de am 11. Juni 2014 in Mailand(öffnet im neuen Fenster). Doch das werden noch Geräte in der Größe eines Kühlschrankes sein. 5G-Smartphones im Format eines Schuhkartons sollen 2015 kommen. Der Standard soll eine Datenübertragungsrate von 10 GBit/s bringen.
Der chinesische Mobilfunkausrüster wolle für die 5G-Forschung bis 2018 einen Betrag von 600 Millionen US-Dollar ausgeben, sagte Wen.
5G werde auch die Autoindustrie total verändern und auf dem Smartphone Datenübertagungsraten wie im Glasfasernetzwerk realisieren, so Wen. Holografische Fußballübertragungen ins Wohnzimmer oder des Klassenraums ins Kinderzimmer seien so möglich.
Im Mobilfunknetz soll bei 5G alles softwarebasiert und virtualisiert laufen.
Seit 2013 sind in Deutschland die ersten Mobilgeräte der vierten Generation auf dem Markt: Long Term Evolution (LTE).
5G als globaler Standard
Die EU-Kommission wolle die Entwicklung des Mobilfunks der 5. Generation beschleunigen, um die europäische Telekombranche zu fördern, hatte EU-Kommissarin Neelie Kroes am 24. Februar 2014 auf dem Mobile World Congress in Barcelona gesagt.
Die EU werde die Forschung und Entwicklung von 5G mit 700 Millionen Euro unterstützen, so Kroes.
China wolle 5G-Technologie zusammen mit Unternehmen in Taiwan entwickeln, hatte Chinas Vizeminister Liu Lihua vom Ministerium für Industrie und Informationstechnologie erklärt. "Taiwan und China könnten in der Lage sein, eine fünfte Generation des Mobilfunks zu entwickeln."
Samsung Electronics hatte im Mai 2013 Daten mit Mobilfunktechnik der 5. Generation übertragen. Der Test erfolgte über eine Strecke von 2 Kilometern mit 1,056 GBit/s auf einer 28-GHz-Frequenz. Das Array bestand aus 64 Antennen.
Samsung plane, die Forschung und Entwicklung von 5G zu beschleunigen, um die Technik bis zum Jahr 2020 zu vermarkten, erklärte der südkoreanische Elektronikkonzern. Der Konkurrenzdruck in dem Bereich nehme stark zu. In Japan ist der Mobilfunkbetreiber NTT Docomo in dem Bereich aktiv.
Huawei will 5G als eine globale Mobilfunktechnologie und keine Insellösungen einzelner Staaten oder Kontinente. Dies sei im Interesse der Mobilfunkausrüster und auch der mobilen Internetnutzer. "Die Hersteller werden sich in den nächsten Jahren zusammensetzen. Einen globalen 5G-Standard haben wir dann 2016 bis 2017. Erste 5G-Netze in Innenstädten kommen 2018", so die Erwartungen von Wen. Die deutsche IT-Branche geht davon aus, dass der LTE-Nachfolger 5G im Jahr 2020 verfügbar sein wird.
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