Abo
  • Services:
Anzeige
Manche jungen Projekte brauchen Zeit, um in den Linux-Kernel aufgenommen zu werden.
Manche jungen Projekte brauchen Zeit, um in den Linux-Kernel aufgenommen zu werden. (Bild: Matt Paley, CC-BY 2.5)

Ktap Rein in den Kernel, raus aus dem Kernel

Für den nächsten Linux-Kernel 3.13 wurde ein neues Tracing-Werkzeug eingereicht. Ktap ist ein Tracepoint-Filter, der Lua-Skripts abarbeitet. Nach Protesten wurde Ktap aber wieder entfernt - vorübergehend.

Anzeige

Ktap schaffte es nur für wenige Tage in den Linux-Kernel. Der Code wurde zwar rechtzeitig für Linux 3.13 eingereicht - das Mergefenster wird vermutlich bis Ende dieser Woche geschlossen werden -, allerdings protestierten einige Entwickler gegen den umfangreichen Patch. Daher wurde er wieder entfernt.

Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit wird Ktap aber in den nächsten Kernel-Versionen aufgenommen werden, denn der Tracepoint-Filter kam bei vielen Kernel-Entwicklern gut an. Die gegenwärtige Kritik richtete sich hauptsächlich gegen die überhastete Aufnahme des Codes und die mangelnde Integration in bestehende Frameworks, wie Kernel-Entwickler Johnathan Corbet schreibt.

Die gute Idee eines Neulings

Ktap stammt von Entwickler Jovi Zhangwei, einem Neuling in der Kernel-Entwicklung. Ktap baut einen kleinen Lua-Interpreter in den Linux-Kernel ein, der sich in dessen Tracing-Schnittstelle einklinkt. Entwickler können Ktap Lua-Skripts übergeben, die dann Tracepoints aktivieren und die entsprechenden Daten filtern können, bevor sie an einen, mit entsprechenden Rechten ausgestatteten Benutzer übergeben werden.

Nachdem Greg Kroah-Hartman den Ktap-Code in den Staging-Tree des Kernels 3.13 aufgenommen hatte, hagelte es Proteste. Zunächst schrieb Ingo Molnar, der eingereichte Code sei noch nicht hinreichend geprüft worden und generell in einem schlechten Zustand. Es gebe beispielsweise keinerlei Kommentare und kaum Dokumentation, die Code-Teile erkläre. Zudem sei der Patch mit 16.000 Codezeilen so riesig, dass er auf die Schnelle kaum überprüfbar sei.

Mehr Funktionen gefragt

Molnar möchte Ktap auch noch enger mit den bestehenden Tracing-Werkzeugen verzahnt sehen. Statt mit völlig neuen Befehlen ausgestattet zu werden, solle Ktap bestehende Befehle aus Perf Probe übernehmen. Letztendlich solle der Entwickler nur Ergebnisse anfordern und nicht das entsprechende Werkzeug auswählen müssen. Im Vergleich zu dem bestehenden Bytecode-Interpreter für Tracepoints des Kernels habe das Lua-basierte Ktap auch deutlich mehr Potenzial und könnte etwa zusätzlich Bedingungsabfragen verarbeiten. Außerdem möchte Molnar die Möglichkeit haben, in Ktap eingebettete Skripts aus Sicherheitsgründen auch wieder auslesen zu können, damit jeder sehen könne, was in seinem Kernel gerade läuft.

Nachdem auch Steven Rostedt den Code ablehnte und Kroah-Hartman ausführlich mit Molnar sprach, wurde der Code wieder entfernt. Es stellte sich auch heraus, dass nur wenige Entwickler Kroah-Hartmans Ankündigung zur Übernahme von Ktap auf Google+ gelesen hatten.

Der Ktap-Entwickler Zhangwei verspricht die von Molnar und anderen Kernel-Entwicklern gemachten Vorschläge umzusetzen. Langfristig wird Ktap wohl in den Linux-Kernel integriert. Denn auch Molnar bemerkte: "Trotz meiner Kritik hat dieser Code viele der Qualitäten, die ich in einem Tracepoint-Filter sehen möchte."


eye home zur Startseite
bstea 21. Nov 2013

Nicht nur, dass es stark nach einem DTrace Nachbau klingt, die Idee mit Lua Interpreter...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  2. über Hanseatisches Personalkontor Berlin, Berlin
  3. Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück
  4. Robert Bosch GmbH, Ludwigsburg


Anzeige
Top-Angebote
  1. 166€
  2. 7,49€
  3. (u. a. Dragon Ball Xenoverse Bundle 14,99€ und Xenoverse 2 für 22,99€)

Folgen Sie uns
       


  1. Bundesverkehrsministerium

    Dobrindt finanziert weitere Projekte zum autonomen Fahren

  2. Mobile

    Razer soll Smartphone für Gamer planen

  3. Snail Games

    Dark and Light stürmt Steam

  4. IETF

    Netzwerker wollen Quic-Pakete tracken

  5. Surface Diagnostic Toolkit

    Surface-Tool kommt in den Windows Store

  6. Bürgermeister

    Telekom und Unitymedia verweigern Open-Access-FTTH

  7. Layton's Mystery Journey im Test

    Katrielle, fast ganz der Papa

  8. Kabel und DSL

    Vodafone gewinnt 100.000 neue Festnetzkunden

  9. New Technologies Group

    Intel macht Wearables-Sparte dicht

  10. Elektromobilität

    Staatliche Finanzhilfen elektrisieren Norwegen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Kryptowährungen: Bitcoin steht vor grundlegenden Änderungen
Kryptowährungen
Bitcoin steht vor grundlegenden Änderungen
  1. Kryptowährungen Massiver Diebstahl von Ether
  2. Link11 DDoS-Angriffe nehmen wegen IoT-Botnetzen weiter zu
  3. Kryptowährung Bitcoin notiert auf neuem Rekordhoch

Indiegames Rundschau: Meisterdiebe, Anti- und Arcadehelden
Indiegames Rundschau
Meisterdiebe, Anti- und Arcadehelden
  1. Jump So was wie Netflix für Indiegames
  2. Indiegames-Rundschau Weltraumabenteuer und Strandurlaub
  3. Indiegames-Rundschau Familienflüche, Albträume und Nostalgie

IETF Webpackage: Wie das Offline-Internet auf SD-Karte kommen könnte
IETF Webpackage
Wie das Offline-Internet auf SD-Karte kommen könnte
  1. IETF DNS wird sicher, aber erst später
  2. IETF 5G braucht das Internet - auch ohne Internet
  3. IETF DNS über HTTPS ist besser als DNS

  1. Re: RX 580 mit 8GB für 240 Euro beim großen "A...

    RienSte | 20:27

  2. Re: Ein bisschen ironisch ist das schon

    thinksimple | 20:26

  3. Re: Solange die Elektroautos Teurer sind als...

    ChMu | 20:18

  4. Re: Verkaufscharts

    plutoniumsulfat | 20:17

  5. Re: Gamer Smartphone?

    plutoniumsulfat | 20:16


  1. 16:55

  2. 16:33

  3. 16:10

  4. 15:56

  5. 15:21

  6. 14:10

  7. 14:00

  8. 12:38


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel