Kryptowährungen: Wasserstoff statt Bitcoin

Eine Investmentfirma behauptet, Bitcoin könne Solaranlagen helfen. Doch für überschüssigen Solarstrom gibt es bessere Verwendungsmöglichkeiten.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Bitcoin heizt die Klimakrise an, auch wenn die Blockchain-Fans das nicht wahrhaben wollen.
Bitcoin heizt die Klimakrise an, auch wenn die Blockchain-Fans das nicht wahrhaben wollen. (Bild: pixy.org/CC0 1.0)

In Zeiten der Klimakatastrophe sind Kryptowährungen wie Bitcoin ein Problem. Nach aktuellen Schätzungen ist der Kohlendioxid-Ausstoß von Bitcoin bei 50 Millionen Tonnen pro Jahr vergleichbar mit dem von Ländern wie Schweden oder Norwegen. Doch manche Bitcoin-Fans versuchen mit wenig nachvollziehbaren Argumenten, das Gegenteil zu behaupten.

Inhalt:
  1. Kryptowährungen: Wasserstoff statt Bitcoin
  2. Bessere Ideen für ungenutzten erneuerbaren Strom

Die Investmentfirma Ark Invest argumentiert, dass Bitcoin vom Klimasünder zum Klimaschützer werden kann und präsentiert hierfür ein Berechnungsmodell. Begleitet wird das von einem Dokument der Firma Square, die Bitcoin-Dienstleistungen anbietet und an der Ark Invest Anteile hält.

Der Kern des Arguments lautet: Bitcoin kann Strom von erneuerbaren Energien nutzen, wenn diese gerade zu viel produzieren und keine Batteriespeicher zur Verfügung stehen oder wenn die Anlagen nicht ans Stromnetz angeschlossen sind. Bitcoin-Mining soll somit die schwankende Solar- und Windstromproduktion ausgleichen.

Ähnliche Argumente tauchen regelmäßig in der Diskussion um die Klimabilanz von Bitcoin auf. Vor zwei Jahren hatten wir über eine Veröffentlichung der Firma Coinshare berichtet, die ähnlich argumentierte.

Spitzenlast-Gaskraftwerk mit Bitcoin-Mining

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Der Haken bei solchen Ideen: Die Möglichkeit, dass Bitcoin-Miner auf ungenutzte Stromerzeugungskapazitäten zurückgreifen, funktioniert bei fossilen Kraftwerken genauso. Das ist keineswegs nur eine theoretische Überlegung.

Das Kraftwerk Greenidge nahe New York wurde 2017 nach einer Umrüstung von Kohle auf Gas als Spitzenlastkraftwerk wieder ans Netz genommen. Solche Spitzenlastkraftwerke dienen dazu, in seltenen Situationen, in denen zu wenig Strom verfügbar ist, einzuspringen.

Spitzenlastkraftwerke verursachen vergleichsweise wenig Emissionen, da sie selten laufen. Die Betreiber des New Yorker Kraftwerks fanden aber eine Möglichkeit, das zu ändern und ihre Profite aufzubessern: Sie installierten Bitcoin-Mining-Hardware direkt am Kraftwerk - steigende Kohlendioxid-Emissionen inklusive.

Wollen Bitcoin-Fans das Mining staatlich regulieren?

Die Idee vom grünen Bitcoin-Mining geht implizit davon aus, dass überschüssige Kapazitäten von erneuerbaren Energien genutzt werden, solche von fossilen Kraftwerken aber nicht.

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Wie aber soll ein Modell umgesetzt werden, bei dem Solaranlagen ihren Überschussstrom für Bitcoin nutzen, fossile Kraftwerke aber nicht? Darüber schweigen sich Ark Invest und Square aus. Die einzig vorstellbare Möglichkeit wäre, dass man das Bitcoin-Mining streng - und weltweit - reguliert.

Doch das wird nicht ausgesprochen. Es würde in der libertär-anarchokapitalistischen Bitcoin-Community wohl nicht auf viel Gegenliebe stoßen.

Es gibt ein weiteres Problem mit dem Argument, man könnte Bitcoin ja mit überschüssigen erneuerbaren Energien betreiben: Es gibt schlicht bessere Möglichkeiten, den Strom zu nutzen.

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Bessere Ideen für ungenutzten erneuerbaren Strom 
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smonkey 26. Apr 2021

Das sind im Schnitt 0,02% pro "Individuum". Weit gefehlt von jeglicher Mehrheit. Bei...

Dakkaron 25. Apr 2021

F1 (inklusive allem) hat 2019 einen CO2-Ausstoß von 256 Kilotonnen gehabt. Bitcoin hat...

Dakkaron 25. Apr 2021

Es wurde schon oft über den Vergleich diskutiert. Hier gibt es einen Artikel von 2018...

smonkey 23. Apr 2021

Also wirklich die Zeitachse mit lediglich einer Handvoll westeuropäischer Länder...

ruphus 23. Apr 2021

Check! In Eth, Ada und Iota habe ich auch deutlich mehr investiert, da ich hier eine grö...



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