Abo
  • Services:

Ungewolltes Mining im Browser

Verwegen erschien der Plan, Nutzern ungewollt Mining-Software im Browser oder auf dem Raspberry Pi unterzujubeln. Angesichts der schwachen Rechenleistung würde es allerdings mehrere Hunderttausend Raspis benötigen, um Bitcoin oder andere Kryptowährungen profitabel zu generieren.

Stellenmarkt
  1. Fachhochschule Aachen, Aachen
  2. Northrop Grumman LITEF GmbH, Freiburg

Frei nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist, oder wer den Satoshi nicht ehrt, ist des Bitcoins nicht wert, haben wohl auch die Entwickler bei Coinhive gehandelt. Per Javascript-Code, der freiwillig oder unfreiwillig in etlichen Webseiten eingebettet wurde, wurden Nutzer gezwungen, an einem Kryptomining-Netzwerk teilzunehmen. Immerhin sollen die Nutzer selbst als Miner davon profitieren, zumindest müssen sie einen Wallet bei Coinhive einrichten, in der die geschürften Monero gespeichert werden. Coinhive behält 30 Prozent der Einnahmen ein. Der US-Anbieter Showtime, die Webseite Quotenmeter.de und auch die Oberschule Werder der Baumblütenstadt Werder im Havelland schienen zunächst von dem Konzept überzeugt, entfernten das Javascript aber wieder, nachdem auch Golem.de darüber berichtete.

Coinhive will das Skript so abändern, dass Benutzer wählen können, ob sie an dem Mining-Pool teilnehmen wollen oder nicht. Langfristig soll das Konzept nervige Werbung ersetzen, so das Kalkül. Für einzelne Nutzer dürfte sich das Browser-Mining kaum lohnen, gebündelt mit anderen Mining-Pools könnte es aber für Coinhive lukrativ sein. Das sehen wohl auch Anbieter kostenloser VPN-Dienste so, die ebenfalls solche Skripte im Hintergrund laufen lassen, meist ohne Wissen des Nutzers. Wessen Laptop sich auffällig schnell entlädt, der sollte überprüfen, ob nicht ein Mining-Skript im Hintergrund läuft.

Explodierende Preise bei Mining-Grafikkarten

Aufgrund des Mining-Hypes um die Kryptowährung Ethereum wegen des steigenden Kurses waren Grafikkarten Mitte 2017 von AMD und Nvidia deutlich teurer als üblich. Bei der aktuellen Grafikkartenreihe Vega kommt AMD mit der Produktion kaum hinterher, sie sind meist sofort vergriffen. Diese Entwicklung betraf auch Mainboards, die speziell auf den parallelen Betrieb mehrerer Grafikkarten ausgelegt sind. Selbst für gebrauchte Grafikkarten wurden auf einschlägigen Versteigerungsplattformen teils absurd hohe Preise erzielt, bis der Hype bei Ethereum wieder vorbei war. Dann überschwemmte die gebrauchte Ware den Markt und die Preise fielen wieder. Vega-Karten sind aktuell aber immer noch Mangelware.

In Deutschland lohnt sich Kryptomining wegen der hohen Strompreise kaum, in Venezuela aber schon, weil der subventionierte Strom dort deutlich billiger ist. Geklauter Strom ist aber kostenlos, dachten sich wohl vier Personen aus der Stadt Cúcuta in der Region Charallave und betrieben bis zu 300 Asics vom Typ Antminer und Geräte des Herstellers Spondoolies Tech, um massenhaft Bitcoin zu schürfen. Sie flogen auf und wurden verhaftet, weil der hohe Stromverbrauch ihrer Anlage offenbar das gesamte Netz in der Region destabilisierte.

Mining im Tesla-Kofferraum

Geschickter geht ein Tesla-Besitzer in den USA vor. Da er als früher Käufer noch unbegrenzt kostenfrei Strom an Superchargern tanken darf, hat er ein Mining-Setup mit 16 Grafikkarten in seinem Kofferraum untergebracht, die täglich etwa 57,6 Kilowattstunden benötigen sollen. Wie weit er mit dem Tesla tatsächlich kommt, wenn die GPUs nebenbei den Akku leeren, sei dahingestellt. Und für den Fahrer dürfte es im Wagen unangenehm warm werden. Lukrativ sei das Setup aber ohnehin nur langfristig, rechnete Motherboard-Redakteur Daniel Oberhausvor.

Kritik am hohen Energiebedarf

Der Energieverbrauch durch das Berechnen bei Kryptowährungen rückte 2017 ebenfalls in den Fokus, insbesondere bei Bitcoin und Bitcoin Cash. Die Webseite Digiconomist rechnete vor, dass jede Transaktion in den beiden Blockchains 285 KWh (Kilowattstunden) benötige, durchschnittlich so viel wie 9,63 Haushalte in den USA täglich verbrauchten. Insgesamt verbrauchen die Bitcoin-Netzwerke inzwischen 0,17 Prozent des weltweit generierten Stroms. Damit positionieren sich die Kryptowährungen in der Verbrauchsliste nach Ländern auf Platz 59 zwischen Bulgarien und Katar. Die Zahlen bei Digiconomist basieren auf Statistiken, die die International Energy Agency jährlich veröffentlicht. Die Internationale Energieagentur ist eine unabhängige Einheit der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mit Sitz in Paris.

Im Vergleich europäischer Länder beim Energieverbrauch für Bitcoin liegt Deutschland hinter Frankreich, Großbritannien und Italien auf den unteren Plätzen. Deutlich mehr verbrauchen Bitcoin-Miner in den Niederlanden und vor allem in Tschechien. Bedenklich ist, das Bitcoin vor allem in Ländern generiert wird, die überwiegend Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen betreiben, etwa China. So errechnet sich ein jährlicher CO2-Ausstoss von 18,105 Megatonnen (Stand: 25.12.2017). Zum Vergleich: 2013 vermeldete Slowenien einen CO2-Ausstoss von 18,166 Megatonnen.

Auch wenn Digiconomist selbst in seiner verwendeten Methodik angibt, dass die Daten nur um Annäherungswerte auf Basis der benötigten Gigahash pro Sekunde zur Berechnung neuer Blöcke in der Blockchain basierten, sind das deutliche Zahlen. Da die Berechnung neuer Blöcke jeweils ein Wettlauf unter Minern ist, bei dem die Rechenleistung der Konkurrenten in dem Moment hinfällig wird, wenn ein anderer einen neuen Block errechnet hat, ist die Energieverschwendung deutlich höher als bei gezielt berechneten Transaktionen, etwa bei dem Kreditkartenanbieter Visa. Während Bitcoin jährlich den Energiebedarf von 3,42 Millionen US-Haushalten verbraucht, sind es bei Visa lediglich 50.000 US-Haushalte. Auch gebe es zwar keine vollkommen belegbaren Zahlen, schreibt Digconomist, der Unterschied zwischen den Annäherungswerten bei Bitcoin und Visa sei jedoch so gravierend, dass ein Vergleich möglich sei.

Selbst Nationen sehen Kryptowährungen dennoch als lohnende Investition.

 Kryptowährungen etablieren sich als Zahlungsmittel für ErpresserNationale Kryptowährungen geplant 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote

niceone23 14. Jan 2018

Alles Rund um Bitcoins www.bitcoins-24.blogspot.de Bitcoin für Anfänger Einführung...

Hansdampf99 11. Jan 2018

Eigenartig, daß dies noch niemand bisher gemacht hat. Der Coo ist ein weltweit...

Hansdampf99 11. Jan 2018

Naja... die Rechnung ist etwas Milchmädchen... viele Mining Farmen stehen auch in den...

Hansdampf99 11. Jan 2018

Sorry... ich weiss nicht woher du diese Informationen hast, aber das ist einfach...

Nocta 05. Jan 2018

Klär uns auf :)


Folgen Sie uns
       


Huawei Mate 20 Pro - Test

Das Mate 20 Pro ist Huaweis neues Topsmartphone. Es kommt wieder mit einer Dreifachkamera, die um ein Superweitwinkelobjektiv ergänzt wurde. Im Test gefällt uns das gut, allerdings ist die Kamera weniger scharf als die des P20 Pro.

Huawei Mate 20 Pro - Test Video aufrufen
NGT Cargo: Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h
NGT Cargo
Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h

Güterzüge sind lange, laute Gebilde, die langsam durch die Lande zuckeln. Das soll sich ändern: Das DLR hat ein Konzept für einen automatisiert fahrenden Hochgeschwindigkeitsgüterzug entwickelt, der schneller ist als der schnellste ICE.
Ein Bericht von Werner Pluta


    Serverless Computing: Mehr Zeit für den Code
    Serverless Computing
    Mehr Zeit für den Code

    Weniger Verwaltungsaufwand und mehr Automatisierung: Viele Entwickler bauen auf fertige Komponenten aus der Cloud, um die eigenen Anwendungen aufzubauen. Beim Serverless Computing verschwinden die benötigten Server unter einer dicken Abstraktionsschicht, was mehr Zeit für den eigenen Code lässt.
    Von Valentin Höbel

    1. Kubernetes Cloud Discovery inventarisiert vergessene Cloud-Native-Apps
    2. T-Systems Deutsche Telekom will Cloud-Firmen kaufen
    3. Trotz hoher Gewinne Wieder Stellenabbau bei Microsoft

    Job-Porträt Cyber-Detektiv: Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen
    Job-Porträt Cyber-Detektiv
    "Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen"

    Online-Detektive müssen permanent löschen, wo unvorsichtige Internetnutzer einen digitalen Flächenbrand gelegt haben. Mathias Kindt-Hopffer hat Golem.de von seinem Berufsalltag erzählt.
    Von Maja Hoock

    1. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix
    2. Bundesagentur für Arbeit Ausbildungsplätze in der Informatik sind knapp
    3. IT-Jobs "Jedes Unternehmen kann es besser machen"

      •  /