Bitcoin, Ethereum & Co.: Hände hoch, Überfall!

Ob echte Überfälle, Social-Engineering-Scams oder komplexe 51-%-Attacken: Die Welt der Cryptocoins bietet viele Möglichkeiten, sich illegal zu bereichern.

Artikel von Stephan Skrobisch veröffentlicht am
Der Bitcoin ist kein Spielgeld, allerdings spielen manche durchaus damit.
Der Bitcoin ist kein Spielgeld, allerdings spielen manche durchaus damit. (Bild: Stephan Skrobisch/Golem.de)

Digitale Zahlungsmittel boomen im Moment wieder - und zwar massiv. Mit einem derzeitigen Wechselkurs von über 50.000 Euro für einen Bitcoin fahren Miner auf der ganzen Welt ihre Produktionen hoch. Neben einem hohen Energiebedarf und somit einer enormen Belastung für die Umwelt bringt das starke Interesse an Kryptowährungen aber auch ein großes Missbrauchspotenzial mit sich.

Aufgrund der hohen Renditemöglichkeiten wittern nämlich nicht nur mutige Anleger hier das große Geld, auch Kriminelle versuchen, an die begehrten Coins zu gelangen. Dabei finden Raubzüge keinesfalls rein digital statt, die Grenzen zwischen der Onlinewelt und dem echten Leben verschwimmen mitunter.

Bitcoin-Raubüberfall in Großbritannien

Als am 22. Januar 2018 vier vermummte Personen das Devisenmakler-Paar Amy Jay und Danny Aston in ihrem Wohnsitz überfielen, war das Ziel der Räuber keinesfalls Schmuck oder Bargeld. Die Angreifer hatten es auf die Bitcoins des Paares abgesehen. Da beide als Direktoren eines auf Kryptowährungen spezialisierten Unternehmens tätig sind, waren die Einbrecher hier an der richtigen Adresse.

Nachdem die Ganoven ins Haus gelangt waren, zwangen sie den 30-jährigen Ehemann, eine Überweisung der Coins an seinem Computer vorzunehmen. Angaben zur exakten Menge der gestohlenen Bitcoins gibt es bis heute nicht. Allerdings dürfte das Paar im Besitz von weit über 10.000 Coins gewesen sein.

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Ganz neue Wege bieten sich Hackern bei Online-Handelsplattformen wie Mt. Gox. Die ursprünglich als Tauschbörse für Sammelkarten von Magic: The Gathering gegründete Webseite sorgte insbesondere im Jahr 2011 für Aufsehen. Da die Handelsplattform die digitalen Währungen der Nutzer selbst verwaltete, ließ sich aus einem erfolgreichen Hackerangriff ordentlich Kapital schlagen.

Somit war es letztendlich nur eine Frage der Zeit, bis es kriminellen Hackern gelingen würde, eine Sicherheitslücke ausfindig zu machen und diese auszunutzen. Dies geschah am 19. Juni 2011, als mithilfe eines Mitarbeiter-Accounts ein Preissturz ausgelöst wurde und sich Bitcoins für 0,01 US-Dollar pro Coin erwerben ließen. Zudem tauchten zahlreiche Nutzerdaten der Plattform im Internet auf.

750.000 Bitcoin einfach verschwunden

Später wurde klar, dass es dem Hacker beziehungsweise den Hackern gelungen war, eine große Menge Bitcoins an sich selbst zu überweisen. Der entstandene Schaden belief sich auf rund 8,75 Millionen US-Dollar. Zur damaligen Zeit lag der Wechselkurs für einen Bitcoin noch bei knapp 30 US-Dollar.

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Es folgten turbulente Zeiten für die Börse, die schließlich im Jahr 2014 mit einer Insolvenz des Anbieters endeten. Ab dem 7. Februar war es für Kunden nicht mehr möglich, Abhebungen vorzunehmen. Am 25. Februar verschwand die Webseite dann vollständig aus dem Internet. Drei Tage später folgte ein Antrag auf Gläubigerschutz beim japanischen Bezirksgericht, welcher das Insolvenzverfahren einleitete.

Des Weiteren wurde bekannt, dass 750.000 Bitcoin von Kunden sowie 100.000 Bitcoin von Mt. Gox verschwunden waren, was zum damaligen Wechselkurs einem Gegenwert von 800 Millionen US-Dollar entsprach. Zwar tauchten am 20. März des Jahres 200.000 der verlorenen Coins wieder auf, doch von dem Rest fehlt bislang jede Spur. Schenkt man der japanischen Zeitung Yomiuri Shimbun Glauben, sollen beim erwähnten Hackerangriff lediglich 7.000 Bitcoin erbeutet worden sein. Die restlichen 643.000 wurden demnach von einem unbekannten Insider unterschlagen.

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Bitcoin-Bank stellt nach Überfall den Betrieb ein 
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perpetuum.mobile 16. Apr 2021

Halte ich für ein Gerücht. Die EU wird sicher kein System designen, welches so...

ap (Golem.de) 16. Apr 2021

Und ich kann wiederum auch hier bestätigen, dass der einzige Ihrer Kommentare, der hier...

smonkey 16. Apr 2021

2 TH/s war die Total-Hash-Rate. Die Einheit ist dafür ist TH/s wie du ja richtig als...

Rolf Schreiter 16. Apr 2021

Naja, ihm ist da wohl nicht so viel passiert. Die wirklich schlimmen Opfer waren dann...

che (Golem.de) 16. Apr 2021

Stimmt natürlich, wie es der Text darunter auch korrekt wiedergibt. Danke für den...



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