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Kryptowährung: Wieso immer mehr Bitcoin-Miner auf KI setzen

Miner wie Hut8 und Bitdeer verlagern ihr Kerngeschäft vom Minen zu KI . Ihr Vorteil: Kühlungssysteme und Standorte haben sie oft schon.
/ Klaudia Lagozinski
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Hut 8 ist einer von mehreren Bitcoin-Minern, die auf KI setzen. (Bild: Jakub Porzycki via Reuters Connect)
Hut 8 ist einer von mehreren Bitcoin-Minern, die auf KI setzen. Bild: Jakub Porzycki via Reuters Connect
Inhalt
  1. Kryptowährung: Wieso immer mehr Bitcoin-Miner auf KI setzen
  2. Mining seit dem letzten Bitcoin-Halving weniger profitabel
  3. Von Standortvorteilen zu Profitabilität

Es gab zwei Zeitpunkte, in denen viele Bitcoin-Mining-Unternehmen gegründet wurden: So sind viele heute noch an der Börse notierten Unternehmen zwischen den Jahren 2017 und 2018 entstanden, als der Bitcoin-Preis erstmals die 20.000-US-Dollar-Marke knackte. Und als nach dem Corona-Crash im Jahr 2020 Kryptowährungen stark nachgefragt wurden und sowohl die Kurse als auch die Marktkapitalisierung von Krypto deutlich stiegen, gab es eine zweite Gründungswelle.

Viele Miner haben ihre Anlagen strategisch in kostengünstigen, ländlichen Gebieten mit großen verfügbaren Flächen aufgebaut – ideale Voraussetzungen für eine spätere Expansion im Bereich KI-Infrastruktur, auch wenn diese damals noch nicht vorhergesehen war.

Hoher Bedarf für KI-Infrastruktur ab 2022

Zwei Jahre später, 2022, zog der neue Trend in der Tech-Welt auf: künstliche Intelligenz. Mit dem Launch von ChatGPT rückte das Thema in Form von Large Language Models stärker in den Fokus. Schnell überstiegen auch die Google-Suchen nach KI die Anfragen auf der Suchmaschine nach Kryptowährungen. Doch nicht nur die Google-Anfragen nach KI schossen in die Höhe, sondern auch der Bedarf an Rechenleistung und der damit verbundenen Infrastruktur.

Und an diesem Punkt laufen die Trends KI und Krypto zusammen, denn das Kerngeschäft vieler Bitcoin-Miner war in den vergangenen Monaten weniger lukrativ, während KI-Unternehmen auch an der Börse stark zulegten.

Ein Bitcoin kostet derzeit rund 66.000 US-Dollar, vor zwölf Monaten lag die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung noch 23 Prozent höher, bei rund 90.000 US-Dollar.

Das wirkt sich nicht nur auf die Portfolios von Investoren aus, sondern auch auf die zahlreichen Unternehmen, für die das Schürfen der Kryptowährung lange das Hauptgeschäft war. Deshalb satteln viele der Mining-Unternehmen derzeit um – vom reinen Bitcoin-Geschäft zu künstlicher Intelligenz.

Sinkender Hashprice

Beispielsweise hat das im Jahr 2021 in Singapur gegründete Unternehmen Bitdeer kürzlich seine gesamten Bitcoin-Reserven liquidiert(öffnet im neuen Fenster) und setzt nun stark auf KI-Rechenzentren und High-Performance-Computing. Auch Miner Iren verlagert sein Kerngeschäft auf KI-Rechenzentren und sicherte sich zuletzt unter anderem Verträge mit Microsoft.

Dass das Kerngeschäft von Bitcoin-Minern derzeit weniger lukrativ ist als zuvor, hat mehrere Gründe. Ein wesentlicher Faktor ist der sogenannte Hashprice beim Schürfen von Bitcoin – also die Einnahmen pro eingesetzter Rechenleistung.


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