Von Standortvorteilen zu Profitabilität
Interessant ist auch, dass dieser Trend dazu führen könnte, dass Aktien von einigen Bitcoin-Minern, die nun auf KI setzen, stärker mit den Marktbewegungen von KI-Werten und weniger mit dem Kurs von Bitcoin korrelieren könnten.
Allein 2025 haben börsennotierte Bitcoin-Miner laut der Vermögensverwaltungsgesellschaft Coinshares KI- und High-Performance-Computing-(HPC)-Verträge im Gesamtwert von über 65 Milliarden US-Dollar mit großen Unternehmen wie Amazon und Microsoft unterzeichnet. Coinshares geht davon aus, dass KI-Infrastruktur pro Megawatt rund dreimal so hohe Umsätze generieren kann wie klassisches Bitcoin-Mining.
Der alte Trend nutzt folglich seine Standortvorteile, um auf den Trend künstliche Intelligenz aufzuspringen – und von ihm zu profitieren. Da Umspannwerke, Transformatoren, Kühlsysteme und weitere zentrale Infrastrukturkomponenten bereits vorhanden sind, können Miner die Aufbauzeit neuer Rechenzentren im Vergleich zu traditionellen Anbietern wie Oracle oder Alphabet stark verkürzen.
Mindestens acht öffentlich gehandelte Miner haben entweder Deals abgeschlossen oder strategische Richtungsänderungen angekündigt, um Kapazitäten für KI/HPC zu nutzen. Und sollten sie in Zukunft mit ihrer Strategie und dieser Trendwende wirtschaftlich erfolgreich sein, ist es wahrscheinlich, dass weitere Unternehmen innerhalb der Branche es ihnen gleichtun.
Gleichzeitig wird auch die KI-Branche, ähnlich wie die Krypto-Branche, als hochvolatil angesehen. Denn sowohl KI als auch Krypto haben Zukunftspotenzial, während sie gleichzeitig von einigen als Blasen angesehen werden – überbewertete Branchen, in die vor allem Geld fließt, weil Menschen und Firmen Gewinne machen wollen.
Ob die KI-Wette für die Krypto-Miner langfristig aufgeht? Das bleibt abzuwarten. Doch zunächst sieht es ganz gut aus für sie.
Klaudia Lagozinski(öffnet im neuen Fenster) ist Nachrichtenredakteurin und freie Journalistin. Sie interessiert sich für Wirtschaft, Kryptowährungen und KI, hat in Berlin und Schweden Medien und Journalistik studiert und ist meistens als Digital Nomad unterwegs.
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