Kryptowährung: Kein Zugriff auf Bitcoins im Wert von 50 Millionen Euro

Bitcoins im Wert von derzeit mehr als 50 Millionen Euro hat die Staatsanwaltschaft Kempten von einem verurteilten Computer-Betrüger beschlagnahmt. Auf das Geld kann die Behörde aber nicht zugreifen, wie ein Sprecher am Donnerstag bestätigte. Für die digitale Geldbörse fehlt demnach das Passwort – das hat ihr ehemaliger Besitzer bislang nicht verraten.
Nur 86 der 1.800 Bitcoins, die der Betrüger illegal auf den Computern anderer Menschen geschürft hatte, konnte die Staatsanwaltschaft im Jahr 2018 verkaufen. Die Behörde erlöste so rund 500.000 Euro für die Staatskasse. Die restlichen mehr als 1.700 Bitcoins sind weiter im Besitz der Staatsanwaltschaft, ohne dass sie bislang darauf Zugriff erlangen konnte.
Mit dem Bitcoin-Kurs steigerte sich auch der Wert des Wallets
Lag der Bitcoin-Kurs 2018 noch bei rund 10.000 Euro, stieg er in den vergangenen Monaten rasant auf über 30.000 Euro an. Die verbleibenden Bitcoins sind daher mittlerweile über 50 Millionen Euro wert. Da die Betroffenen, auf deren Rechnern der Kriminelle das Bitcoin-Mining durchgeführt habe, keine konkreten Vermögensschäden erlitten hätten, komme das Geld der Staatskasse zugute, erklärte der Kemptener Oberstaatsanwalt Sebastian Murer dem Bayerischen Rundfunk (BR) (öffnet im neuen Fenster) .
Der Computer-Betrüger hat nach Angaben der Behörde seine Haftstrafe nach seiner Verurteilung im Jahr 2014 inzwischen verbüßt. Auf die Bitcoins könne der Mann aber nicht mehr zugreifen: IT-Fachleute der Strafverfolgungsbehörden hätten das Wallet vor einem Zugriff von außen abgesichert, sagte Kemptener. Es werde regelmäßig überprüft, ob es sich möglicherweise doch knacken lasse.



