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Kryptowährung: Facebook möchte Kritik an Libra ausräumen

Facebooks geplante Digitalwährung Libra kommt in der Politik nicht gut an. Bei einer Anhörung vor dem US-Senat verteidigt Facebook-Manager David Marcus die Währung. Bundesregierung und Bundesbank wollen sie lieber verhindern.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Facebook-Manager David Marcus verteidigt Libra vor dem US-Senat.
Facebook-Manager David Marcus verteidigt Libra vor dem US-Senat. (Bild: Alex Wong/Getty Images)

Facebook versucht, die massive Skepsis der Politik an seinem Projekt für die Digitalwährung Libra zu zerstreuen. Libra konkurriere nicht mit nationalen Währungen und werde gängiger Aufsicht zum Beispiel gegen Geldwäsche unterworfen sein, betonte der zuständige Facebook-Manager David Marcus bei einer Anhörung im US-Senat am 16. Juli. Da die Libra Association, die das System verwalten soll, in der Schweiz angesiedelt werde, werde diese auch von den dortigen Behörden beaufsichtigt. Mit der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma seien bereits vorbereitende Gespräche geführt worden, sagte Marcus.

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Zugleich schürte der Facebook-Manager bei den Abgeordneten Ängste vor einer Dominanz Chinas: "Ich bin überzeugt, wenn Amerika nicht die Innovationen bei digitalen Währungen und Bezahlsystemen anführt, werden das andere tun." Und dann werde man bald eine Digitalwährung sehen, "die von anderen kontrolliert wird, deren Werte drastisch anders sind". Facebook werde sich die nötige Zeit nehmen, alles richtig zu machen.

Kein Libra, sondern Euro

Das Bundesfinanzministerium hat Bedenken gegen die digitale Währung Libra des Internetriesen Facebook. "Die Herausgabe einer Währung gehört nicht in die Hände eines Privatunternehmens, denn sie ist ein Kernelement staatlicher Souveränität", erklärte Finanzminister Olaf Scholz (SPD). "Der Euro ist und bleibt das einzige gesetzliche Zahlungsmittel im Euro-Raum."

Zuvor hatte die Bild-Zeitung unter Berufung auf ein internes Papier des Ministeriums berichtet, Bundesregierung und Bundesbank wollten prüfen, wie eine Etablierung von Libra als Alternative zu staatlichen Währungen verhindert werden könne. In Regierungskreisen wird die Kryptowährung als klare Herausforderung nicht zuletzt für die Notenbanken gesehen.

Internationale Bedenken

US-Finanzminister Steven Mnuchin äußerte sich ebenfalls kritisch zur geplanten Kryptowährung. Sein Ministerium habe "ernsthafte" Bedenken, dass Libra von Geldwäschern und finanziellen Unterstützern von Terroristen missbraucht werden könne. Auch der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, der französische Finanzminister Bruno Le Maire und der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, haben sich bereits gegen Libra ausgesprochen.

Am Mittwoch wollen die Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten bei ihrem Treffen in der Nähe von Paris über die Digitalwährung diskutieren. Facebook selbst hat versichert, Libra erst nach Zustimmung der Aufsichtsbehörden einführen zu wollen. Bedenken müssten vor dem Start vollständig ausgeräumt werden.

Libra ist nicht Bitcoin

Libra basiert zwar ähnlich wie Bitcoin auf der Blockchain-Technologie, funktioniert aber anders. Nutzer sollen Libra mit klassischen Währungen kaufen können, das Geld geht dann in einen Fonds, der die Stabilität der Digitalwährung garantieren soll. Nach Einschätzung von Facebook dürfte Libra zunächst für internationale Geldtransfers genutzt werden, mit der Zeit aber auch zum Bezahlen in Läden. In den USA und Europa äußerten Politiker die Sorge, Libra könnte heutige Währungen untergraben und unkontrollierte Geldströme begünstigen.

Facebook hat die Pläne für seine Kryptowährung Libra am 18. Juni offiziell bekanntgegeben. Zuvor waren bereits mehrfach Informationen geleakt worden. Zwar soll Libra wie Bitcoin und Ethereum auf der Blockchain basieren, im Unterschied zu diesen aber eine stabile Währung sein, ein sogenannter Stablecoin. Libra soll 2020 auf den Markt kommen.

Anfang Januar 2018 hatte Facebook sämtliche Werbung für Kryptowährungen von seiner Seite verbannt. Der Kurs von Bitcoin brach daraufhin um etwa zehn Prozent ein. Nach dem Werbeverbot war Facebook selbst wegen diverser Datenskandale in die Schlagzeilen geraten. Erst im März wurde bekannt, dass das Unternehmen die Passwörter von vielen Millionen Facebook-Nutzern im Klartext speicherte. Bei manchen Nutzern verlangte Facebook während des Registriervorgangs das private Passwort des E-Mail-Kontos.

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Bashguy 17. Jul 2019

Die Geschwindigkeit der Überweisung oder andere Themen haben rein gar nichts mit der...

PatrickSchlegel 17. Jul 2019

Also wenn sich ja sowieso 90% des jetzigen Kapitals in den Haenden einiger weniger...

das-emu 17. Jul 2019

Und sich dann bei solchen Gedanken über flüchtlinge wundern

chefin 17. Jul 2019

Keiner sagt, das man Bitcoin garnicht benutzen kann. Nur sein Leben damit verwalten, das...

PatrickSchlegel 17. Jul 2019

Der Unterschied von hier zu da ist ... hier wird ewig darueber gestritten ob etwas gut...


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