Kryptos statt Kredite: Bund will Investitionen mit Meme-Coin und NFT finanzieren
Deutschland soll Hunderte Milliarden Euro in Infrastruktur und Rüstung investieren, da sind sich CDU und SPD einig. Doch dass dafür Schulden gemacht werden sollen, wird nicht nur von der Opposition kritisiert. Auch in der Union rumort es.
Um den Spagat aus umfangreichen Investition ohne eine Belastung künftiger Generationen zu schaffen, haben die Parteien eine innovative Lösung gefunden: Sondervermögen und Rüstungsausgaben sollen über einen Meme-Coin und Non-Fungible Token (NFT) finanziert werden. Golem.de hat exklusive Informationen aus Parteikreisen erhalten.
Diesbezüglich sei Slowenien Vorbild: Das Land gab im Juli 2024 als erstes EU-Mitglied eine digitale Anleihe aus(öffnet im neuen Fenster) . Die Vorstellungen von CDU und SPD gehen viel weiter.
Tue Gutes und zeige es!
Unser Gesprächspartner, der aufgrund der laufenden Planungen anonym bleiben möchte, erklärt uns zunächst den Hintergrund der Idee: "Viele unserer Mitglieder fördern gesellschaftliche Projekte. Das kann eine Parkbank sein oder die Weihnachtsfeier des örtlichen Fußballvereins. Dafür gibt es dann eine Plakette oder Platz für das Firmenlogo. Auf Bundesebene gab es so etwas leider nicht, aber auch hier wollen Bürger Gutes tun. Wir holen ein bewährtes Konzept ins 21. Jahrhundert."
Die NFT werden abhängig von der investierten Summe einem entsprechenden Bauprojekt zugeordnet. "Damit können Sie sich als Förderer etwa eines Autobahnabschnitts ausweisen. Es ist wie eine digitale Patenschaft" , sagt unser Informant. Das Konzept ließe sich auf beliebige Investitionen übertragen. "Zudem können NFT ein weiteres Problem lösen. Großprojekte wie Autobahnen sind kostenintensiv, für den Gegenwert einer Parkbank gibt es maximal zehn Zentimeter Autobahn – unmöglich, so viele Plaketten anzubringen."
Jedes Token kann mit den entsprechenden GPS-Koordinaten und einem Bild des finanzierten Objekts verknüpft werden. Das können die bereits erwähnten zehn Zentimeter Autobahn sein. Wer es handfester mag, finanziert eine Artilleriegranate für die Ukraine – hier werden Abschuss- und Zielkoordinaten hinterlegt. Und wer das nötige Kleingeld mitbringt, kann auch Leopard-Pate werden. "Das Interesse bei unseren Wählern ist da sehr hoch" , so unser Gesprächspartner.
Schulden machen ohne Zinsen
Mit Wohltätigkeit allein werden die gewaltigen Investitionen aber nicht zu stemmen sein. Daher soll den Bürgern auch eine attraktive Investitionsmöglichkeit angeboten werden: die Kryptowährung Bund.coIn (für co-Investment).
"Das Geldvermögen privater Haushalte in Deutschland beträgt fast neun Billionen Euro(öffnet im neuen Fenster) " , erklärt der Insider, "davon müssten wir nur zehn Prozent mobilisieren. Mit Bund.coIn schaffen wir eine attraktive Anlagemöglichkeit, den Bundesschatzbrief des 21. Jahrhunderts."
Wie allgemein bekannt sei, versprächen Kryptowährungen enorme Kursgewinne und hätten als digitale Assets einen eigenen Wert. Begeistert erläutert der Parteivertreter die Vorteile: "An den Kursgewinnen verdienen die Investoren, der Bund muss nicht einmal Zinsen zahlen. Win-Win!"
Ein internes Papier, das Golem.de vorliegt, geht insgesamt von einem Finanzierungspotenzial in Höhe von "mehreren Hundert Milliarden Euro" aus. Insbesondere Bund.coIn hat auch einen praktischen Nutzen, ist dort zu lesen: "Wir stehen in Kontakt mit einer Reihe von Ransomware-Gangs. Wir sehen gute Chancen, dass viele künftig auch Bund.coIn akzeptieren werden. Da Ransomware-Angriffe jeden treffen können, empfiehlt sich für Unternehmen und Bürger eine Vorbereitung auf diesen Fall."
Auch aus einem anderen Grund kann Bund.coIn eine sichere Anlage sein: Die zugrundeliegende Blockchain ist besonders gehärtet.
Diese Blockchain übersteht auch einen Atomkrieg
Auch eine alte deutsche Tradition soll erneut aufleben: Bei Wiedereinführung der Wehrpflicht wird es die Möglichkeit geben, einen Einsteher(öffnet im neuen Fenster) zu entsenden, statt selbst Dienst zu tun. Die fällige Kaution soll exklusiv mit Bund.coIn geleistet werden können. "Damit schärfen wir das konservative Profil der Union" , formuliert es ein führender CDU-Politiker in einer internen E-Mail.
Die Grundlage der Pläne wird eine eigene Blockchain namens Bund.chaiN sein. Entwickelt werden soll sie von T-Systems. Hierzu erfuhr Golem.de aus Kreisen der Unionsparteien: "Im Bereich Blockchain sind deutsche Unternehmen Weltspitze. Das verdanken wir auch dem frühen Engagement der Union ." Auf Basis der Blockchain sollen sowohl die Währung als auch die geplanten NFT implementiert werden – über Smart Contracts.
Eine Herausforderung stellt allerdings die Einbindung in die Infrastruktur des Bundes dar. Hierfür wird T-Systems, so ist es in dem internen Dokument zu lesen, einen "innovativen, KI-basierten Fax-to-Blockchain-Gateway" entwickeln. Da die Blockchain auch für den militärischen Einsatz genutzt wird, muss sie zudem besonders robust sein. Daher wird sie auf Endlospapier gespeichert.
Anstelle einer Wallet gibt es ein Sparbuch. Das vorliegende Strategiepapier führt die Vorteile der etablierten Technologien auf: "Wir schaffen die erste Blockchain, die auch einen Atomkrieg übersteht. Verlorene Vermögen wegen einer weggeworfenen Festplatte gehören ebenfalls der Vergangenheit an."
Die erste physische Kryptowährung
Unser Gesprächspartner will aber nicht verschweigen, dass es auch kritische Stimmen gibt. Die sorgen sich um den Ausschluss der weniger digitalaffinen Bevölkerung. Daher habe man sich ein weiteres Novum überlegt: Bund.coIn wird nicht nur die erste wirklich sichere Kryptowährung sein, sondern auch die erste, die in Form physischer Münzen ausgegeben werden kann.
"Die Bundesbank wird Bund.coIns in den Werten 1 Merz, 50, 10 und 1 Pistorius ausgeben. 1 Merz entspricht 100 Pistorius" , heißt es im internen Papier. Denkbar, dass diese neben dem Euro als gesetzliches Zahlungsmittel etabliert werden.
"Dann kann auch meine Oma endlich im Supermarkt mit Kryptos bezahlen" , freut sich unser Gesprächspartner. Dem Politiker ist die Aufbruchstimmung deutlich anzumerken, als er sich nach unserem Gespräch verabschiedet. Endlich habe Deutschland seine Innovationskraft wiedergefunden, "Innovation ist eben die DNA der CDU."
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