Ist Proof of Stake eine Alternative?

Gewöhnliche Effizienzgewinne in Form schnellerer Hardware dürften aus den genannten Gründen nicht dazu führen, dass Bitcoin in Zukunft umweltverträglicher wird. Eine denkbare Möglichkeit wäre aber, auf einen anderen Konsensmechanismus zu setzen.

Der hohe Stromverbrauch von Bitcoin kommt praktisch ausschließlich dadurch zustande, dass Miner mittels Proof-of-Work darum konkurrieren, wer den nächsten Block bestätigen darf. Alle anderen kryptographischen Operationen, etwa die Verifikation von Signaturen, sind im Vergleich dazu nahezu irrelevant. Käme man ohne Proof of Work aus, wäre der Stromverbrauch also drastisch niedriger.

Eine vielfach diskutierte Alternative zu Proof of Work sind sogenannte Proof-of-Stake-Protokolle. Dabei entscheidet nicht die meiste Rechenpower, wer einen neuen Block bestätigt, sondern eine Art Abstimmung. Teilnehmen daran darf, wer bereits Kryptowährung besitzt, dadurch wird verhindert, dass man mittels simpler gefälschter Identitäten abstimmen kann. Bei den meisten Systemen kann man erst ab einer bestimmten Geldmenge an Abstimmungen teilnehmen, wer mehr Kryptogeld besitzt, hat mehr zu entscheiden.

Darüber, wie praktikabel solche Proof-of-Stake-Protokolle sind, gibt es viele Diskussionen. Manche Bitcoin-Fans halten Proof of Work für alternativlos und für die effizienteste Art, eine dezentralisierte Blockchain zu organisieren.

Einzelne Blockchain-Projekte und Kryptowährungen nutzen Proof of Stake bereits, darunter Peercoin, Blackcoin und Nxt. Was sie aber alle gemeinsam haben: Sie sind vergleichsweise klein und unbekannt.

Ethereum plant Umstieg auf Proof of Stake

Das dürfte sich aber bald ändern, denn Ethereum, ein System für Smart-Contracts, aber gleichzeitig auch die zweitgrößte Kryptowährung, plant eine Umstellung auf ein Proof-of-Stake-System. Die Umstellung soll Anfang 2020 stattfinden.

Ist eine Umstellung auf Proof of Stake auch für Bitcoin eine Option? Zumindest aktuell scheint es kein großes Thema zu sein und viele in der Bitcoin-Community lehnen eine derartige Änderung ab. Auf bitcoin.org, der Webseite, auf der etwa die zentrale Softwareimplementierung Bitcoin Core bereitgestellt wird, findet sich zum Thema Proof of Stake überhaupt nichts.

Änderung des Konsensverfahrens würde vermutlich Bitcoin spalten

Selbst wenn sich ein Teil der Bitcoin-Community für eine Umstellung entscheidet, würde das nicht unbedingt dazu führen, dass das Minen aufhört. Erfahrungsgemäß sind selbst kleine technische Änderungen in der Community oft extrem umstritten. Mehrfach kam es bereits dazu, dass sich Bitcoin daher aufgespalten hat, mehrere Abspaltungen wie Bitcoin Gold, Bitcoin Cash und Bitcoin SV existieren weiter. Bei einer Änderung des Konsensmechanismus wäre eine solche Aufspaltung ebenfalls zu erwarten.

Entscheidend wäre dann wohl, welche der beiden neuen Bitcoin-Varianten von der Mehrheit der Community akzeptiert würde. Wenn eine vergleichsweise kleine Abspaltung weiterhin mit Proof of Work arbeitet, würde das zwar weiterhin Strom verbrauchen, aber vermutlich auf deutlich niedrigerem Level. Aber all das ist reine Spekulation - zumindest aktuell steht eine derartige Änderung bei Bitcoin nicht auf der Tagesordnung.

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 Das Effizienz-Paradoxon und der ElektroschrottKommt ein Mining-Verbot in China? 
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senf.dazu 16. Feb 2022

So in kWh je erzeugtem oder gehandeltem Bitcoin bzw. umgerechnet auf ¤ oder...

Symposium 21. Okt 2019

Zu Gartenzwergen liest man komischerweise nirgends übertrieben negative und faktisch...

Symposium 21. Okt 2019

So ist es.

Symposium 21. Okt 2019

Mit Bitcoin ist es wie mit vielen anderen Dingen auch - diejenigen, die es nicht...



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