Abo
  • Services:
Anzeige
Verschlüsselungsverfahren sind von dem neuen Algorithmus vermutlich nicht betroffen.
Verschlüsselungsverfahren sind von dem neuen Algorithmus vermutlich nicht betroffen. (Bild: Wikimedia Commons)

Kryptographie: Schnellerer Algorithmus für das diskrete Logarithmusproblem

Auf der Eurocrypt-Konferenz ist ein schnellerer Algorithmus für eine spezielle Variante des diskreten Logarithmusproblems vorgestellt worden. Dieses Problem ist die Grundlage zahlreicher kryptographischer Verfahren, doch eine direkte Bedrohung für real eingesetzte Algorithmen gibt es zur Zeit nicht.

Anzeige

Ein französisches Forscherteam um den Kryptographen Antoine Joux hat auf der Eurocrypt-Konferenz in Kopenhagen einen verbesserten Algorithmus zur Lösung einer bestimmten Variante des sogenannten diskreten Logarithmusproblems vorgestellt. Eine Pressemitteilung des französischen nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) spricht davon, dass der Algorithmus kryptographische Algorithmen gefährden könnte, doch es ist sehr fraglich, ob eine solche Warnung tatsächlich angebracht ist.

Das diskrete Logarithmusproblem ist die Grundlage zahlreicher Verschlüsselungs- und Signaturverfahren. Das ElGamal-Verfahren, der Signaturstandard DSA und der Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch basieren alle darauf, dass es schwierig ist, das diskrete Logarithmusproblem zu lösen. Ein schneller Algorithmus zur Lösung dieses mathematischen Problems würde also die Sicherheit zahlreicher Verfahren gefährden. Doch die Resultate des französischen Forscherteams betreffen nur eine sehr spezielle Variante des diskreten Logarithmusproblems.

"Der Algorithmus ist mathematisch sehr interessant", sagte uns dazu die Kryptographin Tanja Lange von der Universität Eindhofen. "Aber auf gängige kryptographische Verfahren, die im Internet eingesetzt werden, lassen sich diese Resultate nicht übertragen."

Das diskrete Logarithmusproblem wird in einer mathematischen Struktur berechnet, die man als endliche Körper bezeichnet. Die jetzt offiziell veröffentlichten Resultate betreffen aber nur sogenannte endliche Körper mit kleiner Charakteristik. Verfahren wie der Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch oder der DSA-Signaturalgorithmus nutzen allerdings endliche Körper mit großer Charakteristik.

Eine Bedrohung für die Sicherheit im Netz sind die Resultate also im Moment nicht. Trotzdem ist natürlich nicht auszuschließen, dass in Zukunft verbesserte Angriffe die Sicherheit dieser Algorithmen in Zweifel ziehen. Möglicherweise gibt es eine Variation dieses neuen Algorithmus, die sich auch auf generische endliche Körper anwenden lässt.

Falls sich das diskrete Logarithmusproblem schnell lösen ließe, würde dies unter Umständen auch die Sicherheit des weit verbreiteten RSA-Verfahrens bedrohen. RSA basiert zwar auf dem mathematisch etwas anders gelagerten Faktorisierungsproblem. In der Vergangenheit war es jedoch meistens so, dass Fortschritte bei Algorithmen zur Lösung des diskreten Logarithmusproblems später auch zu schnelleren Algorithmen für das Faktorisierungsproblem führten.

Wirklich neu sind die Resultate nicht: Eine Vorabversion des Papers wurde bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht. In einem Vortrag auf der Blackhat-Konferenz warnten infolgedessen einige Forscher vor einer bevorstehenden Cryptopocalypse. Andere Fachleute sahen die Resultate jedoch deutlich gelassener.


eye home zur Startseite
Helites 19. Mai 2014

Spiel satz und Sieg :) Ich hab kein blassen was ihr so Quatscht :D

Mingfu 18. Mai 2014

Denkbar wäre das durchaus, wenn auch in etwas anderer Form. So könnten z. B. Fehler im...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Berlin, Dresden
  2. TUI AG, Hannover
  3. ViaMedia AG, Stuttgart
  4. TUI Cruises GmbH, Hamburg


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 16,99€ (ohne Prime bzw. unter 29€ Einkauf + 3€ Versand)
  2. (u. a. The Revenant 7,97€, James Bond Spectre 7,97€, Der Marsianer 7,97€)
  3. (u. a. Reign, Person of Interest, Gossip Girl, The Clone Wars)

Folgen Sie uns
       


  1. Komplett-PC

    In Nvidias Battleboxen steckt AMDs Ryzen

  2. Internet

    Cloudflare macht IPv6 parallel zu IPv4 jetzt Pflicht

  3. Square Enix

    Neustart für das Final Fantasy 7 Remake

  4. Agesa 1006

    Ryzen unterstützt DDR4-4000

  5. Telekom Austria

    Nokia erreicht 850 MBit/s im LTE-Netz

  6. Star Trek Bridge Crew im Test

    Festgetackert im Holodeck

  7. Quantenalgorithmen

    "Morgen könnte ein Physiker die Quantenmechanik widerlegen"

  8. Astra

    ZDF bleibt bis zum Jahr 2020 per Satellit in SD verfügbar

  9. Kubic

    Opensuse startet Projekt für Container-Plattform

  10. Frühstart

    Kabelnetzbetreiber findet keine Modems für Docsis 3.1



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sphero Lightning McQueen: Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen
Sphero Lightning McQueen
Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen

Quantencomputer: Nano-Kühlung für Qubits
Quantencomputer
Nano-Kühlung für Qubits
  1. IBM Q Mehr Qubits von IBM
  2. Quantencomputer Was sind diese Qubits?
  3. Verschlüsselung Kryptographie im Quantenzeitalter

XPS 13 (9365) im Test: Dells Convertible zeigt alte Stärken und neue Schwächen
XPS 13 (9365) im Test
Dells Convertible zeigt alte Stärken und neue Schwächen
  1. Prozessor Intel wird Thunderbolt 3 in CPUs integrieren
  2. Schnittstelle Intel pflegt endlich Linux-Treiber für Thunderbolt
  3. Asus B9440 im Test Leichtes Geschäftsnotebook liefert zu wenig Business

  1. Re: Infinity Fabric Takt?

    ms (Golem.de) | 03:16

  2. Re: Widerlegung wäre schlecht?

    Sharra | 02:58

  3. Double Rank Module?

    Braineh | 02:38

  4. Re: Der Artikel strotzt vor falschen...

    Braineh | 02:34

  5. Re: Widerlegen?

    Yeeeeeeeeha | 02:28


  1. 18:08

  2. 17:37

  3. 16:55

  4. 16:46

  5. 16:06

  6. 16:00

  7. 14:21

  8. 13:56


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel