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Kryptographie: Die europäische Geheimdienst-Allianz Maximator

Mit der Maximator-Allianz haben fünf europäische Länder einen Gegenpart zu den angelsächsischen Five Eyes geschaffen.

Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti veröffentlicht am
Bei einem Glas Bier der Marke Maximator vereinbarten Geheimdienstmitarbeiter aus vier europäischen Ländern eine Allianz.
Bei einem Glas Bier der Marke Maximator vereinbarten Geheimdienstmitarbeiter aus vier europäischen Ländern eine Allianz. (Bild: Bart Jacobs)

1979 trafen sich ein Däne, ein Deutscher, ein Schwede und ein Niederländer in München zu einem gemeinsamen Bier - aber nicht aus einer einfachen Laune heraus: Die Krypto-Experten hatten im Rahmen der Nachrichtenaufklärung und Signal Intelligence (SIGINT) ihrer Länder schon länger zusammengearbeitet. Die damals aufkommende Satellitennachrichtentechnik erforderte jedoch erhebliche Investitionen, außerdem wollten sie gemeinsam an technischen Abhörmethoden für den diplomatischen Nachrichtenverkehr arbeiten, der über Äther, SHF (Satellit) und HF (Kurzwelle) übertragen wurde.

Inhalt:
  1. Kryptographie: Die europäische Geheimdienst-Allianz Maximator
  2. Auch die Niederländer hatten ihre Crypto AG
  3. Fortlaufende Geheimdienst-Geschichtsschreibung

"Sie blickten auf ihre Gläser mit Doppelbock-Bier der örtlichen Marke Maximator", erzählt der niederländische Informatikprofessor Bart Jacobs in einem kürzlich veröffentlichten Paper, "und trafen eine Entscheidung". Unter dem Codenamen "Maximator" gründeten sie eine informelle Codebrecher-Allianz, der sich 1985 auch Kryptographen aus Frankreich anschlossen. Bis heute soll sich die Gruppe regelmäßig austauschen.

Geheimdienstkooperation zwischen Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Deutschland

Der Niederländer war damals neu in der Runde - die anderen trafen sich bereits seit 1976 auf Initiative Dänemarks regelmäßig. 1985 stieß Frankreich hinzu. Länder, deren Nachrichtenaufklärung als nicht erfahren genug eingestuft wurde oder die nicht über ausreichend eigene SIGINT-Kapazitäten verfügten, wurden nicht in die Gruppe eingeladen.

Jacobs berichtet auf Basis niederländischer Quellen, wie sich Kryptographie-Experten der nationalen Geheimdienste innerhalb der Gruppe über Signal- und Kryptoanalyse austauschen, um Nachrichten über Satelliten entschlüsseln zu können. Dazu gehörten die damals geheim gehaltenen Algorithmen aus kompromittierten Kryptogeräten, die die Teilnehmer dann aber jeweils für sich auf Schwachstellen untersuchen mussten.

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Doch es blieb weiterhin sportlich: Gefundene Schwachstellen wurden nicht untereinander ausgetauscht, sondern nur hin und wieder auf Chips eingebackene Kryptoschlüssel, die aufgrund der Schwachstellen in den Algorithmen oder im Sicherheits-Design der Geräte entdeckt werden konnten. Damit wurde, wie in der Branche üblich, immer nur das jeweils notwendige Wissen geteilt.

Somit kann Maximator als europäische Variante der Five Eyes gesehen werden, der von den USA geleiteten Abhörkooperation, der auch Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland angehörten. Zusätzlich zur Maximator-Allianz mit ihrem Fokus auf den diplomatischen Verkehr gab es auch eine europäische Allianz mit Fokus auf den militärischen Verkehr. Dabei handelt es sich fast um dieselben Länder, nur dass statt Schweden Belgien mit im "Ring der Fünf" war.

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Auch die Niederländer hatten ihre Crypto AG 
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