Fortlaufende Geheimdienst-Geschichtsschreibung

Bart Jacobs dürfte mit seiner Einschätzung richtig liegen, dass mit dem Bekanntwerden der Maximator-Allianz auch die Allianz der Five Eyes in den kommenden Jahren neu bewertet werden wird. Auch die Erfolge aus der Zusammenarbeit von CIA und Bundesnachrichtendienst in Sachen Crypto AG könnten in Wirklichkeit vielleicht doch etwas anders gewesen sein, wie die jetzt bekanntgewordenen Gedächtnisprotokolle ihrer Mitarbeiter schildern. Jacobs vermutet, dass das daran liegen könnte, dass die geleakten Berichte zur "Operation Rubikon" vermutlich nicht von Kryptologen verfasst wurden.

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Als Beispiel erwähnt Bart Jacobs das Attentat auf den im Pariser Exil lebenden ehemaligen iranischen Premierminister Shapour Bakhtiar 1991: So ging der Bundesnachrichtendienst davon aus, dass die Attentäter Geräte der Crypto AG nutzten.

Nach Informationen des niederländischen Geheimdienstes wurde jedoch eine manuelle Verschlüsselung genutzt. Quellen aus dem TIVC weisen überdies darauf hin, dass man nach dem Bombenanschlag auf die Diskothek La Belle 1986 in Berlin keine Nachrichten gesehen habe, die mit Geräten der Crypto AG verschlüsselt worden waren, sondern dass die libyschen Attentäter eine eigene, möglicherweise manuelle Verschlüsselung verwendet hatten. Angeblich sollen die Franzosen die Nachrichten entschlüsselt und an die Amerikaner weitergereicht haben. Würde diese alternative Schilderung des TIVC stimmen, dann hätten sich CIA und BND die Entzifferung in ihren jetzt ans Tageslicht gekommenen Enthüllungen fälschlicherweise auf das eigene Konto gutgeschrieben.

Abschied von der Hintertür-Politik

Die Niederländer jedenfalls sahen sich trotz ihrer Kontrolle über die Kryptoabteilung von Philips immer in einer defensiven Position. So war ihnen klar, dass sie niemals einen Kryptomarkt aufbauen konnten, der weltweit Standards setzen würde. Auch Deutschland musste dies Anfang der 2000er Jahre erkennen. In seinen liberalen Krypto-Eckpunkten kam Deutschland zu dem Schluss, dass eine Regulierung von Verschlüsselungsprodukten nicht erwünscht sei. Auf Drängen des Innenministeriums aber wollte man keinen eindeutigen Abstand vom Einbau von Hintertüren nehmen.

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Dieser Zwiespalt zeigt sich in Deutschland noch heute in den Debatten um Überwachungsschnittstellen, Hackbacks und Staatstrojanern. Die Niederländer hingegen entwickelten eine offensiv-liberale Position, die sich schließlich 2016 ausdrücklich und unmissverständlich gegen den Einbau von Hintertüren aussprach, wie eine erst kürzlich erschienene Publikation zeigt.

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 Auch die Niederländer hatten ihre Crypto AG
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