Kryptografie und Datenanalyse: KI-Analyse soll Zodiac-Killer identifiziert haben

Wie die Los Angeles Times berichtet, hat der 50-jährige Alex Baber aus West Virginia nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) die Identität des Zodiac-Killers(öffnet im neuen Fenster) sowie des Mörders von Elizabeth Short, bekannt als Black Dahlia, aufgedeckt. Baber, ein Autodidakt in den Bereichen Kryptografie und Informatik, nutzte für seine Untersuchung moderne Rechenleistung und künstliche Intelligenz, um jahrzehntealte Rätsel zu entschlüsseln.
Im Zentrum des Durchbruchs steht die sogenannte Z13-Chiffre, eine kurze Zeichenfolge, die der Zodiac-Killer 1970 an den San Francisco Chronicle schickte. Während Generationen von Experten an der Kürze des Codes scheiterten, generierte Baber mithilfe von KI eine Liste von 71 Millionen möglichen 13-buchstabigen Namen. Diese glich er automatisiert mit historischen Militär-, Heirats- und Volkszählungsdaten ab, um Verdächtige nach Merkmalen wie Größe und Herkunft zu filtern.
71 Millionen Namen und ein kryptischer Code
Das Ergebnis der Datenanalyse fokussierte sich auf eine einzige Person: Marvin Merrill. Dies war das Alias von Marvin Margolis, einem ehemaligen Medizinstudenten der University of Southern California (USC) und Veteranen des Zweiten Weltkriegs. Margolis war bereits 1947 kurzzeitig ins Visier der Ermittler geraten, da er kurz vor dem Mord mit Elizabeth Short zusammengelebt hatte. Aufgrund eines vermeintlichen Alibis wurde er jedoch nie angeklagt.
Baber konnte belegen, dass die Z13-Chiffre den Namen Marvin Merrill verbirgt. Mathematiker der National Security Agency (NSA), darunter der ehemalige Chef-Codeknacker Ed Giorgio, haben Babers Methodik überprüft und bestätigt. Laut den Experten ist die Wahrscheinlichkeit eines Zufalls verschwindend gering. Ein weiteres Indiz: Der Schlüssel zum Zodiac-Code war das Wort Elizabeth . Das stelle eine direkte Verbindung zum Vornamen des Mordopfers Elizabeth Short her und deute so laut Experten auf denselben Täter hin.
Ein verdächtiger Medizinstudent und ein Geständnis auf Papier
Die Verbindung zwischen den Fällen wird durch Margolis' Hintergrund erhärtet. Als Sanitäter im Krieg besaß er chirurgische Grundkenntnisse, was zur präzisen Zerstückelung von Elizabeth Shorts Körper passt. Ehemalige Ermittler des LAPD, wie der Cold-Case-Experte Rick Jackson, unterstützen die Theorie. Jackson sieht in Margolis den einzigen Verdächtigen, der sowohl die anatomischen Kenntnisse als auch eine direkte persönliche Verbindung zum ersten Opfer hatte.
Ein entscheidendes Beweisstück sei ferner eine Zeichnung namens Elizabeth , die Margolis 1992 kurz vor seinem Krebstod anfertigte. Die Skizze zeigt eine verstümmelte Frau und enthält laut Baber versteckte Hinweise auf den Namen Zodiac in den Schattierungen. Während das LAPD die neuen Erkenntnisse zwar zur Kenntnis genommen hat, genießt der Fall aufgrund des verstorbenen Verdächtigen keine Priorität mehr.