Kryptogeld und Spielebranche: Schweinereich statt Free-to-Play

Der Hype um Kryptowährungen erreicht Gaming - auch wenn die Spielebranche noch nicht so recht weiß, was sie mit Blockchain anfangen soll.

Artikel von Daniel Ziegener veröffentlicht am
Spielefiguren auf der Gamescom 2019
Spielefiguren auf der Gamescom 2019 (Bild: Ina Fassbender / AFP)

Dass die Gaming-Industrie auf Trends aufspringt, ist nichts Neues. Nachdem jahrelang Servicegames, Free-to-Play und Battle Royale dominierten, hat die Branche nun ein neues Lieblingswort gefunden: Blockchain.

Inhalt:
  1. Kryptogeld und Spielebranche: Schweinereich statt Free-to-Play
  2. Kritik an NFT-Discord und Steam

Die unter anderem wegen der enormen Umweltbelastung umstrittene Technologie hinter Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum könnte in Form der Non-Fungible Token (NFT) immer mehr Einzug in die Welt der Videospiele halten.

Der französische Publisher Ubisoft investiert bereits in die Entwicklung mehrerer Spiele, die auf Blockchain aufsetzen - unter anderem in Ghost Recon Breakpoint. Gerüchten zufolge könnten NFTs und Kryptowährungen auch ein Teil der Roblox-Vision vom allumfassenden Metaversum sein.

Andrew Wilson, Chef von Electronic Arts, sieht in der Datenbanktechnologie gar schon die Zukunft der Branche. Sind das nur leere Worte für die Investoren - oder steckt mehr dahinter?

Vom Szene-Trend zum Mainstream-Hype

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"Dass die Blockchain und NFTs plötzlich so präsent sind, hat wohl viel mit dem Erfolg von und dem Hype um NFTs zu tun", erklärt Michael Förtsch. Der leitende Redakteur des Zukunftsmagazins 1E9 beschäftigt sich seit Jahren mit den Entwicklungen rund um die Blockchain.

Kryptogames hätten sich "binnen weniger Monate von einem obskuren Begriff aus der Krypto-Szene zu einem Buzzword entwickelt, das auf Vorstandssitzungen auf der Tagesordnung steht", sagt er. "Und das wohl vorrangig, weil mit dieser Technik abrupt Millionen Euro umgesetzt werden."

Die Umsatzzahlen des größten Blockchain-Spiels Axie Infinity haben die Spielebranche aufhorchen lassen. Der vietnamesische Entwickler Sky Mavis wird mit drei Milliarden US-Dollar bewertet. Wie viele Kryptogames erinnert das Spiel selbst an Pokémon, Animal Crossing oder Harvest Moon: Niedliche Fantasiemonster können gesammelt, getauscht und gegeneinander in den Kampf geschickt werden.

Doch während jeder Pokémon-Spieler schon einmal ein Pikachu gefangen hat, sind die Kreaturen von Axie Infinity einzigartig. Jedes "Axie" ist ein Non-Fungible Token, kann also nur einem einzigen Benutzerkonto gehören.

Blockchain für Entwickler: Das Handbuch für Software Engineers. Grundlagen, Programmierung, Anwendung. Mit vielen Praxisbeispielen

Förtsch denkt, dass hinter der Neugier der großen Firmen an solchen Konzepten zumindest teilweise ein ernsthaftes Interesse steckt. "Insbesondere Ubisoft hat bereits mit NFTs experimentiert und in einige Studios investiert, die schon mit der Blockchain-Technologie arbeiten", sagt er.

"Für Studios ermöglicht das auch neue Einnahmemöglichkeiten. Denn beim Weiterverkauf eines NFTs kann eine Provision für den Urheber, also das Studio oder den Publisher, fest verbaut sein." Neue Axies bekommt man in Axie Infinity beispielsweise nur, wenn man sie züchtet oder einem anderen Spieler abkauft. Von dieser Transaktion behält Entwickler Sky Mavis einen Teil für sich.

Einstiegsdroge in den Kryptomarkt

Axie Infinity selbst ist kostenlos. Jedoch wird eine digitale Geldbörse für eine Kryptowährung benötigt, um mitspielen zu können. Diese Wallet ist zunächst ebenso leer wie das Inventar im Spiel. Kurz gesagt: Wer mit Kryptogames anfangen will, muss in Kryptowährungen einsteigen und Euro in Ethereum eintauschen.

Das günstigste Axie kostet tagesabhängig zwischen 70 und 100 US-Dollar, für das Züchten benötigt man gleich mehrere. Axie Infinity ist zunächst also mit einer beachtlichen Investition verbunden - über die sich der Hersteller freut.

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Kritik an NFT-Discord und Steam 
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Sharra 16. Dez 2021 / Themenstart

Tja, und dann kam man auf die Idee, die beste Geschäftsform (für die Bank) überhaupt...

Hotohori 15. Dez 2021 / Themenstart

Also noch schlimmer als Drogendealer. Aber stimmt, ein solcher hat nur eine eher sehr...

Jakelandiar 15. Dez 2021 / Themenstart

Soweit musst du gar nicht gehen. Der Schutz von Manipulation liegt schlicht nicht vor da...

ConstantinPrime 15. Dez 2021 / Themenstart

Richtig. Blockchain war nie als Kopierschutz gedacht sondern um beweisen zu können wer...

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