Kryptobörse FTX: Angeblich 447 Millionen US-Dollar an Kundengeld gestohlen
Bei der insolventen Kryptowährungsbörse FTX sind in den vergangenen Tagen offenbar hohe Summe beiseitegeschafft worden. Nach Angaben von FTX-Justiziar Ryne Miller(öffnet im neuen Fenster) kam es zu mehreren "unautorisierten Transaktionen" . Daher würden vorsorgliche Schritte unternommen, um die Kundengelder offline zu speichern, was als cold storage (öffnet im neuen Fenster) (kalte Aufbewahrung) bezeichnet wird. FTX hatte am 11. November 2022 Insolvenz angemeldet .
Über die genaue Höhe der Abflüsse machte Miller keine Angaben. Verschiedene Medien nannten unterschiedliche Summen. Nach Angaben von Coindesk.com(öffnet im neuen Fenster) flossen am Freitag mehr als 600 Millionen US-Dollar ab. Die britische Analysefirma Elliptic schätzte(öffnet im neuen Fenster) , dass davon 477 Millionen US-Dollar gestohlen worden seien.
Zuvor hatte ein FTX-Administrator auf einem Telegram-Kanal vor einem Hack der Kryptobörse gewarnt:(öffnet im neuen Fenster) . "FTX ist gehackt worden. FTX-Apps sind Malware. Lösche sie. Der Chat ist offen. Gehen Sie nicht auf die FTX-Website, da dort Trojaner heruntergeladen werden könnten."
Laut Elliptic wurde ein Großteil der abgeflossenen Summen in andere Kryptowährungen umgetauscht, darunter 220 Millionen US-Dollar über dezentrale Börsen in Ether und Dai. Dieses Vorgehen diene den Dieben dazu, die Beschlagnahmung der gestohlenen Vermögenswerte zu vermeiden.
Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge(öffnet im neuen Fenster) soll FTX-Gründer Sam Bankman-Fried heimlich zehn Milliarden US-Dollar an Kundengeldern zu seinem eigenen Handelsunternehmen Alameda Research transferiert haben. Ein großer Teil davon sei verschwunden, zitierte Reuters zwei Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Während eine der Personen die Summe auf 1,7 Milliarden US-Dollar bezifferte, nannte die andere einen Betrag zwischen einer und zwei Milliarden US-Dollar.
Bankman-Fried wies auf Anfrage von Reuters die Vorwürfe zurück und schrieb: "Wir haben nichts heimlich übertragen. Wir hatten eine verwirrende interne Kennzeichnung und haben sie falsch interpretiert."
Rettung durch Binance gescheitert
Die größte Kryptowährungs-Handelsplattform Binance hatte am 9. November 2022 zunächst angekündigt , den angeschlagenen Konkurrenten zu übernehmen. CEO Changpeng Zhao unterzeichnete allerdings nur eine unverbindliche Absichtserklärung.
Bereits einen Tag später sagte Binance die Rettung von FTX allerdings wieder ab . "Ursprünglich hatten wir gehofft, die Kunden von FTX bei der Bereitstellung von Liquidität unterstützen zu können" , schrieb das Unternehmen auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) , "aber die Probleme entziehen sich unserer Kontrolle und unserer Fähigkeit zu helfen."
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