Krypto-Währung: Taproot-Update für Bitcoin ist aktiviert

Nach vier Jahren hat der Bitcoin ein umfassendes Update bekommen. Zu einer Spaltung wie 2017 kam es nicht.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Der Bitcoin bekommt nach 2017 wieder ein Update.
Der Bitcoin bekommt nach 2017 wieder ein Update. (Bild: Pixabay/Pixabay-Lizenz)

Mehr Privatsphäre, weniger Speicherbedarf und sinkende Kosten: Die Szene rund um die Digitalwährung Bitcoin hat sich mit dem ersten großen Upgrade seit 2017 viel vorgenommen. Die umfassende Änderung mit dem Namen «Taproot» (Pfahlwurzel) war bereits im Januar 2018 vorgeschlagen worden. Schon damals war das Ziel mehr Anonymität und Effizienz. Taproot wurde am frühen Morgen des 14. November 2021 aktiviert.

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Ein wichtiger Bestandteil von Taproot ist die Einführung der sogenannten Schnorr-Signaturen. Diese wurden vom Frankfurter Mathematikprofessor und Verschlüsselungsexperten Claus Peter Schnorr entwickelt und sollen beim Bitcoin für mehr Privatsphäre sorgen.

Bislang sei das Bitcoin-Netzwerk so aufgesetzt, dass quasi alle Transaktionen in dem Hauptbuch der Blockchain öffentlich angeschaut werden könnten, erläutert Philipp Sandner, Bitcoin-Experte und Professor an der Frankfurt School of Finance & Management. "Durch diese Schnorr-Transaktionen wird ein Bündel von Transaktionen mit einer einzelnen Signatur freigegeben. Dadurch kann man teilweise nicht immer sehen, wer eine einzelne Transaktion oder ein Bündel davon autorisiert hat."

Taproot bringt Effizienzvorteile

Das bringe Effizienzvorteile, sorge aber auch dafür, dass vielleicht eine Transaktion laufe, bei der man nicht immer sofort wisse, wer dahinterstecke. "Das ist ein Nachteil bei der Transparenz. Auf der anderen Seite ermöglicht es aber auch einen höheren Transaktionsdurchsatz, neuartige Transaktionsansätze und auch einen geringeren Speicherplatz."

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Die Bitcoin-Szene bewältigte mit dem neuen Update auch ein Trauma aus dem Jahr 2017. Damals ging es darum, das Upgrade "Segregated Witness" (SegWit) einzuspielen. Doch statt sich auf das neue Protokoll zu einigen, verzettelte sich die Szene in Grabenkämpfen.

Oberflächlich betrachtet ging es bei dem Streit um die Datenmenge, die in jedem Bitcoin-Block erlaubt ist. Diskutiert wurde aber auch darüber, wer die Regeln des Bitcoin-Protokolls kontrolliert. Am Ende stand die Abspaltung von Bitcoin Cash vom Bitcoin. "Die Szene hat dadurch gelernt, weil die Abspaltung von Bitcoin Cash am Ende des Tages nichts gebracht hat", sagt Experte Sandner. "Es gibt den Bitcoin. Und Bitcoin Cash ist über die Zeit hinweg Monat für Monat ein paar Positionen runtergerutscht. Eigentlich interessiert sich heute niemand mehr für Bitcoin Cash."

Keine Spaltung wie 2017

Taproot sei "ein Beweis für die funktionierende Governance des Systems", sagt der Frankfurter Wirtschaftsprofessor. "Wir haben ein paar flippige Leute, die haben neue innovative Ideen. Dann haben wir diesen Überprüfungs-Prozess (Review), der sehr lange dauert, bis die hohe Qualität garantiert vorhanden ist. Und dann wird das Update ausgerollt." An diesem Punkt müssten auch noch die Betreiber der vielen Mining-Anlagen und die Administratoren der Netzknoten im Bitcoin-Netzwerk zustimmen. "Eine Governance ist dann gut, wenn die Gewaltenteilung in Sinne von "Checks and Balances" funktioniert." So könne "niemand einfach den Durchmarsch machen".

Widersprüchliche Einschätzungen gibt es zur Frage, ob ein erfolgreiches Taproot-Update Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs haben wird. Der Kurs der Digitalwährung hatte Anfang November 2021 mit über 67.000 Dollar ein neues Allzeithoch erreicht. "Das Upgrade wird nur minimale Auswirkungen auf den Bitcoin-Preis haben", sagt Edward Moya, leitender Marktanalyst beim Online-Devisenmakler Oanda, dem Portal Coindesk.

Sandner glaubt hingegen, dass Taproot nur in der Vorbereitungsphase kaum eine Rolle gespielt habe. "Wenn das ganze Update gut funktioniert und es keine Probleme gibt, dann werden viele Leute sicherlich erleichtert sein. Potenziell kann der Kurs dann steigen. Wenn aber was schiefgeht und das Netzwerk sich spaltet, dann ist die Verunsicherung wieder groß. Und dann schlägt es negativ auf den Kurs durch."

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