Krypto-Krise: Das steckt hinter dem jüngsten Bitcoin-Crash

Im November lagen Kryptowährungen auf einem Allzeithoch, im Mai sind die Kurse abgestürzt. Was ist passiert und wie geht es weiter?

Ein Bericht von Daniel Ziegener veröffentlicht am
Die Kurse sind mittlerweile weit vom letzten Allzeithoch entfernt.
Die Kurse sind mittlerweile weit vom letzten Allzeithoch entfernt. (Bild: Kanchanara/Unsplash)

Der Höhenflug von Bitcoin ist vorerst vorbei. Am 5. Mai 2022 stürzte der Kurs der größten Kryptowährung binnen weniger Stunden von fast 40.000 US-Dollar um mehr als 10 Prozent ab. Der Abwärtstrend setzte sich einige Tage fort, am 12. Mai wurde mit 26.350,49 US-Dollar der tiefste Stand seit 2020 verzeichnet. Die Kryptowährung ist mal wieder gecrasht.

Inhalt:
  1. Krypto-Krise: Das steckt hinter dem jüngsten Bitcoin-Crash
  2. Der Crash hat Existenzen zerstört
  3. Aus dem Keller ins eigene Kohlekraftwerk

Heute pendelt der Kurs um die Marke von 30.000 US-Dollar, der mehr als doppelt so hohe Allzeit-Spitzenwert aus dem November 2021 liegt in weiter Ferne. Trotz einer Stabilisierung betrifft diese Entwicklung sämtliche Kryptowährungen. Doch auch wenn der Kryptomarkt schon einige Hochs und Tiefs erlebt hat, haben sich die Grundvoraussetzungen geändert.

Das sagt zumindest Stefan Lübeck. Er ist Analyst beim Krypto-Magazin BTC-ECHO, selbst seit Jahren Anleger und beobachtet den Markt. Der aktuelle Abschwung werde schneller wieder vorbei sein als die Crashes der Jahre 2017 oder 2020, prognostiziert er - weil sich der Markt für Kryptowährungen verändert habe. Da sei "jetzt einfach eine andere Dynamik drin" als noch vor wenigen Jahren, meint Lübeck.

So kam es zum letzten Krypto-Crash

Obwohl Bitcoin und andere Kryptowährungen von Ethereum bis Dogecoin, sogenannte Altcoins, sich für ihre Dezentralität rühmen, heißt das nicht, dass sie unabhängig von den Schwankungen anderer Märkte sind. "Sobald Bitcoin in die Knie geht, wie man es in den letzten Wochen gesehen hat, betrifft das die Altcoins noch stärker als Bitcoin selbst", sagt Stefan Lübeck. "Wenn BTC um 50 Prozent fällt, fallen Altcoins um 80 Prozent."

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Aber Kryptowährungen beeinflussen sich nicht nur gegenseitig, sondern hängen mittlerweile immer stärker an den klassischen Finanzmärkten. Wer sich die Entwicklung der Börsenkurse anschaut, erkennt Parallelen. Der US-Technologieindex Nasdaq sackte im letzten Monat um mehr als 12 Prozent ab, der Dow Jones um 8 Prozent. Auch Dax und Tecdax knickten Anfang Mai um mehrere Prozent ein, erholten sich mittlerweile aber wieder.

Dass Bitcoin und Co. solchen Trends folgen, liegt daran, dass dieselben Anleger dahinterstecken. Kryptowährungen sind für viele neben Aktien lediglich eine weitere Investition im Portfolio. Das war nicht immer so. Als viele Aktienbesitzer im Februar und März 2020 aus Angst vor der beginnenden Coronapandemie Anteile abstießen, blieben die Kurse von Bitcoin und Ethereum vergleichsweise stabil.

Bei Großanlegern liegen die Kryptowährungen neben anderen Technologieaktien und werden zusammen mit ihnen verkauft. "Automatisierte Computerprogramme sorgen dafür, dass bestehende Trends verstärkt werden", erklärt Stefan Lübeck. Gerade im technologieaffinen Geschäft rund um Kryptowährungen sei der algorithmische Handel verbreitet, entsprechend schnell seien die Entwicklungen. Laut US-Börsenangaben handeln 60 bis 73 Prozent der Anleger in den USA mithilfe solcher Algorithmen.

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Kommt jetzt der lange Krypto-Winter?

"Viele Leute sprechen davon, dass es jetzt einen Krypto-Winter gibt", sagt Lübeck. Mit dem Begriff wird eine längere Phase bezeichnet, in der die Kurse absacken, ohne sich deutlich zu erholen. Bereits zum Jahresanfang prophezeiten dies einige Analysten. Schon damals ging es vom Allzeithoch im November 2021 - noch langsam - abwärts. Lübeck selbst denkt allerdings, dass der Abschwung schneller wieder vorbei sein wird als bei den letzten Crashes.

Ähnlich sieht es der Deutschland-CEO der Kryptobörse Coinbase, Sascha Rangoonwala. In einem Interview mit dem Magazin t3n sagte er im Mai 2022, dass die aktuelle Situation nicht mit den vergangenen Kurseinbrüchen vergleichbar sei. "Im Vergleich zur Situation im Jahr 2020 haben wir jetzt schon eine sehr viel reifere Industrie, viel mehr Kunden und Liquidität, die auch von institutionellen Playern kommt", sagte er.

Diese institutionellen Großanleger bestimmen den Markt mittlerweile. Selbst nach dem Crash werden heute noch immer Bitcoin im Gegenwert von weit über 500 Milliarden US-Dollar gehandelt, die Marktkapitalisierung der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum liegt bei über 200 Milliarden US-Dollar. Auch aus Lübecks Sicht sind die institutionellen Anleger "elementar wichtig" geworden, weil über sie "das große Geld in den Markt kommt".

Für Großanleger, die ohnehin längerfristig planen, ist der Kurscrash kein Problem, aber "man sieht in den letzten Wochen, dass nicht wenige kleinere Anleger ein Stück weit kapituliert haben". Wer sein Erspartes in Bitcoin, Ethereum oder kleinere Altcoins investiert hat, kann nicht entspannt auf das nächste Hoch warten.

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Der Crash hat Existenzen zerstört 
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Lachser 04. Jun 2022

Kommt ev. auf das Land an. In der Schweiz miüssen Anlagen, die nicht rein für den...

JanZmus 03. Jun 2022

Die Inflation in Deutschland lag VOR dem Krieg bei 5.1%, wo kam das bitte her? Ich habe...

MakiMotora 01. Jun 2022

Trust of Authority... guter Witz. Den muss ich unbedingt meinem kurdischen Bekannten...

countzero 01. Jun 2022

Das kommt drauf an, welche Zeiträume man anschaut. Der Rubel ist zu Beginn des Kriegs...



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