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Krypto-Kriminalität: Behörden fahnden nach Onecoin-Betrügerin

Deutsche und internationale Behörden suchen nach den Hintermännern und -frauen von Onecoin. Der Schaden durch Betrug mit der vermeintlichen Kryptowährung geht in die Milliarden.
/ Daniel Ziegener
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Die Fahndung nach Ruja Ignatova läuft. (Bild: Onecoin)
Die Fahndung nach Ruja Ignatova läuft. Bild: Onecoin

Der Fall Onecoin beschäftigt weiterhin die Ermittlungsbehörden. Mittlerweile wird international nach Ruja Ignatova gefahndet. Die mutmaßliche Betrügerin gründete 2014 das Unternehmen Onecoin mit. Der weltweite Schaden, den Investoren durch den Betrug mit der vermeintlichen Kryptowährung erlitten haben, soll mehrere Milliarden US-Dollar betragen.

Der Spiegel berichtet(öffnet im neuen Fenster) , dass die deutschen Ermittlungen im Fall Onecoin weiter gingen als bislang bekannt. Dem Magazin liegen Informationen der Staatsanwaltschaft Darmstadt vor, laut denen seit August 2021 Ermittlungen gegen Ignatovas Ehemann laufen. Ende Januar kam es zu mehreren Durchsuchungen von Wohnungen und Büros. Ruja Ignatova soll im Jahr 2016 eine mutmaßlich aus Betrug stammende Summe in Höhe von 7,69 Millionen Euro auf eines seiner Konten überwiesen haben.

Seit 2017 ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld unter anderem wegen Betrugs und Verstoßes gegen das Gesetz zur Beaufsichtigung von Zahlungsdiensten gegen die Hintermänner und -frauen von Onecoin. Das Unternehmen hatte Anlegern große Gewinnversprechen gemacht und Onecoin als Kryptowährung beworben, die einfacher benutzbarer sei als Bitcoin, welches "nur etwas für Computernerds" sei. Nach Angaben der ebenfalls ermittelnden Staatsanwaltschaft in Münster sollen zwischen Dezember 2015 und Spätsommer 2016 über 320 Millionen Euro von mehr als 20.000 Investoren an Onecoin gegangen sein.

Onecoin konnte nur über die firmeneigene Plattform gehandelt werden, die 2017 abgeschaltet wurde und Anleger ohne Zugang zurückließ. In den Jahren 2014 bis 2016 sollen die Betreiber auf diese Weise 4 Milliarden US-Dollar von Anlegern gestohlen(öffnet im neuen Fenster) haben. Den Kurs der vermeintlichen Kryptowährung sollen die Betreiber manipuliert haben.

Anhaltendes Problem mit Kryptobetrug

Der Fall Onecoin ist alt, das Problem mit betrügerischen Aktivitäten rund um Kryptoprojekte hält aber an. Das Blog Web3 is doing great(öffnet im neuen Fenster) berichtet regelmäßig von sogenannten Rug Pulls(öffnet im neuen Fenster) , bei denen die Betreiber eines Kryptoprojekts mit dem Geld der Anleger verschwinden.

Besonders im Zusammenhang mit den 2021 populär gewordenen NFTs sind viele Betrüger aktiv. Im Mai wurden dem Schauspieler Seth Green durch eine Phishing-Webseite NFTs im Wert von mehr als 300.000 US-Dollar entwendet.

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin will den dezentralisierten Finanzmarkt regulieren , am liebsten EU-weit einheitlich. Bislang gibt es bei der Umsetzung aber Uneinigkeiten .


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