Krypto: Binance sagt FTX-Kauf ab, Bitcoin bricht ein
Der CEO von Binance, Changpeng Zhao, wird vielleicht gewusst haben, warum er nur eine unverbindliche Absichtserklärung unterschrieben hat, die angeschlagene Krypto-Handelsplattform FTX zu übernehmen . Nach einem genaueren Blick auf die Situation des Konkurrenten hat Binance beschlossen(öffnet im neuen Fenster) , FTX doch nicht zu übernehmen.
Damit steht die bislang als seriös und zuverlässig geltende Handelsplattform FTX vor der Insolvenz und die Anleger vor einer ungewissen, aber sicherlich verlustreichen Zukunft. Noch im Januar 2022 wurde FTX mit einem Marktwert von 32 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Krypto-Märkte haben auf die Hiobsbotschaft direkt reagiert.
Der Bitcoin sank zwischenzeitlich auf unter 16.000 US-Dollar, Ethereum auf unter 1.100 US-Dollar. FTX' eigene Kryptowährung, der FTX Token (FTT) hat sich nach freiem Fall mittlerweile stabilisiert, verlor aber seit Anfang November 2022 fast 90 Prozent seines Wertes. Auch auf Solana hat die Pleite Auswirkungen: Die Währung ist seit Anfang November 2022 um über 50 Prozent gesunken, da sie Teil des Alameda-Portfolios war. Auch der von Bankman-Fried gegründete Hedgefonds Alameda steht vor dem Aus.
Zu enges Zusammenspiel von FTX und Alameda
Ein Bericht von Coindesk hatte Schwachstellen im Geschäftsmodell der von Sam Bankman-Fried gegründeten Plattform sowie dem Schwesterunternehmen Alameda aufgezeigt. Demnach wurden ein Drittel der Assets von Alameda in FTT gehalten, also der Währung von FTX. Alameda selbst tritt bei FTX als Händler auf, was Marktmanipulationen leicht möglich macht.
Binance selbst kündigte anschließend an, die eigenen FTT-Bestände im Wert von 529 Millionen US-Dollar abstoßen zu wollen. Dies löste einen Run aus, die Kurse fielen und FTX stoppte am 8. November 2022 jedweden Handel. Die anschließende Absichtserklärung von Binance, FTX auch zur Marktsicherheit zu übernehmen, hatte die Kurse zunächst etwas stabilisiert; nachdem Zhao nun aber abgesagt hat, sind die Anleger verunsichert, die Kurse sind weiter gefallen.
Mit der Pleite von FTX setzt sich ein grundlegendes Problem des Jahres 2022 fort: Mit sinkenden Kursen sind reihenweise Handelsplattformen bankrottgegangen, gegen Runs auf die Anlagen sind sie kaum gefeit. Zudem zeigte sich immer wieder, dass bei einigen Gründern auch eine gewisse kriminelle Energie vorliegt – unter anderem der Gründer von Terra Luna, Do Kwon, wird mittlerweile mit internationalem Haftbefehl gesucht. Auch die Betreiber von Three Arrows Capital sind untergetaucht .
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Binance wird keine Aufmerksamkeit der Behörden suchen
Dass gerade FTX in die Insolvenz gehen dürfte, wird den Markt besonders treffen. Die Plattform galt als zuverlässig und durchaus offen gegenüber möglichen Regulierungen. Gründer Bankman-Fried dürfte es schwer haben, nach der Binance-Absage noch nennenswert an Geld zu kommen. Binance hat vermutlich auch aus Selbstschutz eine Übernahme abgesagt. Die eigene Kryptowährung BNB hat seit der Ankündigung einer möglichen Übernahme merklich an Wert verloren.
Zudem könnte die Übernahme des relativ großen Konkurrenten die Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden auf sich ziehen, woran Binance nicht interessiert sein dürfte. Die US-Börsenaufsicht SEC hat bereits angekündigt, das Geschäftsgebaren von FTX genauer untersuchen zu wollen.
Großinvestoren von FTX wie Sequoia Capital bereiten sich bereits auf einen Totalausfall ihrer Anlagen vor, wie unter anderem Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) berichtete. Dies dürfte auch den Kleinanlegern bevorstehen, die möglicherweise große Teile ihrer Ersparnisse investiert haben. Für den Kryptowinter ist die Pleite von FTX ein weiterer Stoß, von dem sich die Branche und die Kurse erst einmal wieder erholen müssen. Zudem dürfte die Pleite denen Aufwind geben, die sich für eine Regulierung des Krypto-Marktes einsetzen.
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