Kritische Webseite tyrannisiert: Ebay zahlt 3 Millionen US-Dollar für bizarre Einschüchterung
Rund um eine Belästigungskampagne aus dem Jahr 2019 hat sich Ebay bereit erklärt, eine Strafe von 3 Millionen US-Dollar zu zahlen. Das gab das US-Justizministerium(öffnet im neuen Fenster) bekannt und wies darauf hin, dass damit die strafrechtliche Höchststrafe verhängt wurde. In dem Fall geht es um einen besonders bizarren Fall einer Cyberstalking-Kampagne, die vom Sicherheitsteam von Ebay ausging.
Das US-Justizministerium wirft Ebay zwei Fälle von Stalking mithilfe von Reisen, zwei Fälle von Stalking durch elektronische Kommunikationsdienste, einen Fall von Zeugenbeeinflussung und einen Fall von Behinderung der Justiz vor. Die Anklagen gehen auf eine Belästigungskampagne zurück, die 2019 von einer Gruppe von sieben Ebay-Mitarbeitern durchgeführt wurde. Einige von ihnen gehörten zu den Führungskräften des Unternehmens.
Ebay war eine Webseite ein Dorn im Auge, die kritisch über Ebay berichtet hatte. So schmiedeten Mitarbeiter im Jahr 2019 einen Plan, um die Herausgeber eines E-Mail-Newsletters und einer Webseite zu drangsalieren. Der E-Mail-Newsletter wurde von dem Ehepaar Steiner aus der Kleinstadt Natick in Massachusetts herausgegeben.
Ebay-Mitarbeiter verschickten lebende Kakerlaken und eine blutige Schweinemaske
Die Ebay-Mitarbeiter schickten den Herausgebern nicht nur anonyme Onlinedrohungen, sondern besuchten auch das Haus des Ehepaars, um es zu überwachen. Zudem schickten sie dem Paar anonym groteske Gegenstände, darunter eine blutige Schweinemaske, einen Beerdigungskranz, lebende Kakerlaken und ein Buch über den Tod eines Ehepartners.
Der ehemalige Ebay-Sicherheitsdirektor James Baugh und der frühere Direktor für globale Ausfallsicherheit des Unternehmens wurden 2022 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, die fünf übrigen Mitarbeiter waren ebenfalls angeklagt. Laut Verfahrensunterlagen war der damalige Ebay-Chef Devin Wenig unzufrieden mit der Berichterstattung in dem Newsletter und regte an, dagegen vorzugehen. Wenig bestritt, gewusst zu haben, wie weit die Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung gegangen waren.
Opfer von Ebay mussten durch die Hölle gehen
"Ebay hat ein absolut schreckliches, kriminelles Verhalten an den Tag gelegt", sagte der amtierende US-Staatsanwalt Joshua S. Levy in einer Erklärung. "Die an dieser Kampagne beteiligten Mitarbeiter und Auftragnehmer des Unternehmens haben die Opfer durch die Hölle gehen lassen." Sie hätten eine "teuflische Kampagne" durchgeführt, "die darauf abzielte, ihre Berichte zum Schweigen zu bringen und die Marke Ebay zu schützen".
Als Teil der Vereinbarung über die aufgeschobene Strafverfolgung verlangt das Justizministerium, dass Ebay für drei Jahre einen unabhängigen Aufseher einsetzen und "umfangreiche Verbesserungen an seinem Compliance-Programm" vornehmen muss. Ebay reagierte auf die Vereinbarung und erklärte in einer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster), dass es "die Verantwortung für das Fehlverhalten seiner ehemaligen Mitarbeiter übernimmt".
Ebay-CEO bestätigt damaliges Fehlverhalten
"Das Verhalten des Unternehmens im Jahr 2019 war falsch und verwerflich", sagte Ebay-CEO Jamie Iannone. "Von dem Moment an, als Ebay zum ersten Mal von den Ereignissen im Jahr 2019 erfuhr, kooperierte Ebay vollständig und umfassend mit den Strafverfolgungsbehörden."
Das Ehepaar Steiner verklagte Ebay und den ehemaligen CEO Devin Wenig ebenfalls wegen der Behauptung, das Unternehmen habe eine Kampagne gestartet, um sie "einzuschüchtern, zu bedrohen, zu foltern, zu terrorisieren, zu verfolgen und zum Schweigen zu bringen". Ein Richter entschied im Dezember 2023, dass der Fall des Paares fortgesetzt werden kann. Laut den Steiners startet der Prozess im März 2025(öffnet im neuen Fenster).


