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Kritische Rohstoffe: Lithiumabbau in Sachsen wird wahrscheinlicher

Das Vorkommen im Erzgebirge gilt als eines der größten in Europa. In der Region soll heimisches Lithium für Batterien gefördert werden.
/ Mario Petzold
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Lithiumhydroxid für Lithiumbatterien (Bild: AMG Lithium GmbH)
Lithiumhydroxid für Lithiumbatterien Bild: AMG Lithium GmbH

AMG Critical Materials(öffnet im neuen Fenster) aus den Niederlanden hat Zinnwald Lithium übernommen, an dem es bereits zu 30 Prozent beteiligt war. Der Konzern, der weltweit Erze abbaut und verarbeitet, will das Förderprojekt in Zinnwald an der deutsch-tschechischen Grenze im Erzgebirge beschleunigen.

Dazu sollen neben den Erfahrungen im Rohstoffabbau vor allem die bereits vorhandenen Anlagen zur Verarbeitung des Lithiumerzes beitragen. Im 200 km entfernten Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt besitzt AMG eine Lithiumhydroxid-Raffinerie, die zunächst 20.000, später 100.000 Tonnen Lithiumsalze produzieren soll.

In Zinnwald und Umgebung soll der Rohstoff dafür in großen Mengen vorhanden sein. Erkundungen und Probebohrungen zwischen 2022 und 2024 zufolge sollen geschätzte 2,6 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent förderbar sein, was das Vorkommen zum zweitgrößten in der EU macht. Pro Jahr könnte demnach genügend Lithium abgebaut werden, um Batterien für 1 Million Elektroautos herzustellen.

Machbarkeit noch nicht abschließend geklärt

Ob der Abbau sich rechnet, soll allerdings erst eine Machbarkeitsprüfung Anfang 2027 zeigen. Zwar gilt Lithium als kritischer Rohstoff, der zumindest zu Teilen innerhalb der EU gefördert werden soll, aber die Gewinnung aus lithiumhaltigen Mineralien ist deutlich aufwendiger als die Gewinnung aus Sole.

Der Gehalt an Lithium in Zinnwald im dort reichlich vorhandenen Zinnwaldit(öffnet im neuen Fenster) gilt als hoch. Das Mineral kommt in der ganzen Region in großen Kristallen von mehreren Zentimetern Durchmesser vor. Sollte der unterirdische Abbau realisierbar sein, wird mit einer ersten Förderung im Jahr 2030 gerechnet.

Die Lithiumförderung soll laut Aussagen des sächsischen Wirtschaftsministeriums(öffnet im neuen Fenster) hohen Umwelt- und Beteiligungsstandards unterliegen. In der vor allem touristisch geprägten Region südlich von Dresden könnten neue Arbeitsplätze entstehen. Gleichzeitig dürften die zu errichtende Aufbereitungsanlage und die zwangsläufig entstehenden Abraumhalden Konfliktpotenzial bergen.


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