Kritische Rohstoffe: Kongo auch zukünftig unersetzlich für Batterieproduktion

Auswertungen der Daten des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung(öffnet im neuen Fenster) und von gesammelten Abbaumengen des US Geological Survey(öffnet im neuen Fenster) , einer Abteilung des US-amerikanischen Innenministeriums, zeigen, wie sich die geförderten Mengen der vier besonders essenziellen Rohstoffe Lithium, Graphit, Nickel und Cobalt in den letzten Jahren entwickelt haben. Das Forschungsteam hat außerdem die zukünftige Entwicklung bis 2030 abgeschätzt.
Es zeigt sich, dass bereits aktuell und in den nächsten Jahren eine weltweit ausgeglichenere Lithiumförderung zu erwarten ist. Fast die Hälfte des Lithiums stammte zwischen 2020 und 2024 aus Australien, ein Viertel aus Chile und ein Sechstel aus China.
Der Rest der Welt hatte in diesem Zeitraum einen Anteil von 15 Prozent, welcher bis 2030 auf ungefähr 35 Prozent der weltweiten Fördermenge anwachsen dürfte.
Cobalt bleibt konzentriert
Auch bei Graphit beobachtet die Forschungsgruppe eine leichte Verschiebung. Die Bedeutung Chinas als wichtigstes Förderland mit einem Anteil von circa 50 Prozent wird bestehen bleiben, aber Tansania und auch Australien sollen in den nächsten Jahren prozentual zulegen.
Völlig unveränderlich wird dagegen die Verteilung der Cobaltförderung eingeschätzt. Auch in fünf Jahren sollen weiterhin 75 Prozent des gesamten Cobalts aus der Demokratischen Republik Kongo stammen.
Damit wird eines der ärmsten, aber auch rohstoffreichsten Länder der Erde noch länger eine zentrale Rolle bei der industriellen Fertigung von Lithium-Ionen-Akkumulatoren spielen. Vor allem wegen der hohen Energiedichte, aber auch den niedrigen Herstellungskosten dürfte sich an der dominanten Stellung der Technologie auf längere Sicht nichts ändern. Aber diese basiert aktuell auf der Verfügbarkeit von Cobalt.
Suche nach Ersatzstoffen
Gleichzeitig wird nach Möglichkeiten gesucht, eben jenes Cobalt bei der Batterieherstellung zu ersetzen. Es werden bereits Natrium-Ionen-Akkus gebaut, die weder Cobalt noch Nickel benötigen. Auch bei Batterien mit Lithium gibt es bereits Möglichkeiten, vor allem Cobalt zu ersetzen. Lithium-Eisenphosphat-Batterien oder LiFePO4 werden in der Regel schon stationär eingesetzt.
Hinzu kommen gänzlich andere Ansätze mit Aluminium und Graphit , mit Zink und Brom sowie viele weitere Versuche. Im großen Maßstab dürften Natriumbatterien in absehbarer Zeit an Bedeutung gewinnen. Für die Elektromobilität ist ein Vorbeikommen an den typischen Lithium-Ionen-Akkus mit ihrer hohen Energiedichte aktuell kaum vorstellbar.



