Kritische Infrastruktur: Regierung sieht keine Registrierungslücke bei NIS2
Die Bundesregierung geht derzeit nicht von einer Registrierungslücke bei der Umsetzung der sogenannten NIS2-Richtlinie aus. Bei der im Gesetzentwurf genannten Zahl von 29.850 registrierungspflichtigen Unternehmen handele es sich um eine Schätzung des Statistischen Bundesamtes, teilte das Bundesinnenministerium am 11. August 2026 mit. Zum Stand 31. Juli 2026 meldeten sich 19.058 Firmen und Einrichtungen beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) an.
Obwohl diese Zahl um ein Drittel unter der ursprünglichen Schätzung liegt, teilt das Ministerium "nicht den Zweifel, dass die Registrierungen weit hinter den erwarteten Zahlen zurückliegen". Die Statistiker hätten für die Berechnung der Zahl auf Datenmaterial aus den Jahren 2019 bis 2022 zurückgegriffen. Das Ministerium will jedoch "die Entwicklung der Registrierungszahlen weiter beobachten und bedarfsgerecht reagieren".
Die erste Frist zur Anmeldung beim BSI(öffnet im neuen Fenster) war bereits Anfang März 2026 abgelaufen. Anschließend wurde die Frist bis zum 31. Juli 2026 verlängert.
Das BSI wertete auf seiner Internetseite(öffnet im neuen Fenster) bislang nur die Anmeldungen bis zum 30. Juni 2026 aus. Demnach registrierten sich bis zu diesem Stichtag 17.945 Unternehmen und Einrichtungen. Dazu zählten 11.501 wichtige und 6.215 besonders wichtige Einrichtungen. Von den letztgenannten gehören 1.342 zu Einrichtungen der kritischen Infrastruktur (Kritis). Weitere 13 gehören zur Energiewirtschaft. Hinzu kommen 216 registrierte Niederlassungen aus andere EU-Staaten.
Im ursprünglichen Gesetzentwurf(öffnet im neuen Fenster) (PDF) vom Juli 2024 hieß es: "Unter der Annahme, dass heute bereits insgesamt rund 6.000 Betreiber kritischer Infrastrukturen und Unternehmen im besonderen öffentlichen Interesse registriert sind, werden in Deutschland künftig zusätzlich rund 23.850 besonders wichtige und wichtige Einrichtungen in den Anwendungsbereich der Rechtsänderungen fallen."
Wegen des Bruchs der Ampelkoalition wurde der Entwurf nicht mehr vom Bundestag beschlossen. Die neue Regierung von Union und SPD übernahm die Zahlen jedoch unverändert in ihrem Entwurf vom Juni 2025(öffnet im neuen Fenster) (PDF).
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