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Kritische Infrastruktur: Landestationen für Seekabel sollen besser geschützt werden

Unterseekabel verbinden Kontinente für den schnellen Datenaustausch. Auch sie könnten das Ziel terroristischer Angriffe werden.

Ein Bericht von Marc Hankmann veröffentlicht am
Landung des Seekabels 2Africa (Bild: BORIS HORVAT/AFP via Getty Images)

Am 19. Oktober 2022 meldete der US-Cybersicherheitsexperte Zscaler in einem sogenannten Trust Post den Ausfall einer Datenverbindung in Südfrankreich. Dieser könnte Auswirkungen auf die Datenübertragung via Unterseekabel haben, die Asien, Europa und die USA miteinander verbinden. Von Paketverlusten und/oder höheren Latenzzeiten beim Aufruf von Webseiten und Anwendungen war die Rede.

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Laut Zscaler ermitteln inzwischen örtliche Behörden. Erste Reparaturen wurden bereits einen Tag später vorgenommen. Der Vorfall zeigt, dass das Internet nicht nur Vehikel für Angriffe sein kann, sondern selbst zur Zielscheibe von Angriffen wird. Nach den Anschlägen auf die Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 geraten vor allem Unterseekabel und deren Landestationen in den Fokus.

Pro Sekunde 140 Terabyte über Unterseekabel

Laut einem Forschungsbericht des EU-Parlaments vom Juni 2022 (PDF) laufen 99 Prozent des weltweiten Internet-Traffics über mehr als 400 Unterseekabel. Pro Sekunde werden 140 Terabyte durch die Unterwasserleitungen gejagt; darunter auch Finanztransaktionen im Wert von rund 10 Billionen US-Dollar – täglich. "Unterseekabel sind das Rückgrat der Weltwirtschaft", schreibt das Forscherteam in seinem Bericht.

Die Forscher kritisieren, dass sich die Politik zu wenig um die Sicherheit dieser Unterseekabel kümmert: "Die EU-Institutionen haben bisher keine Richtlinien, keine Strategie, keine Initiative und kein Programm ausgearbeitet, die sich vornehmlich und ausdrücklich um den Schutz von Datenkabeln drehen."

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"Landestationen von entscheidender Bedeutung"

Neuralgische Punkte in der Infrastruktur sind die Landestationen, an denen die Unterseekabel an Land ankommen. "Die Lage der Landestationen ist für die Resilienz der Kabelinfrastruktur von entscheidender Bedeutung." Für Deutschland zählt die Submarine Cable Map vier Standorte auf: Sylt, Puttgarden auf Fehmarn, Markgrafenheide, ein Ortsteil von Rostock, und Rostock selbst.

Aber: Die Landestationen zählen nicht zu den Kritischen Infrastrukturen (Kritis). Noch nicht. "Das BMI betrachtet die Stationen als wichtig und beabsichtigt, die Landestationen für Seekabel in die BSI-KritisVO aufzunehmen", erklärt eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Kritische Infrastrukturen werden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in der Kritis-Verordnung zusammengefasst. Kritis-Betreiber müssen IT-Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik umsetzen und diese Umsetzung alle zwei Jahre gegenüber dem BSI nachweisen.

  1. Einschätzung der Gefährdungslage
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