Kritik an Nasa: Trump macht Mond zum Marstrabanten

Erst vor wenigen Tagen hat die Nasa die Aufträge für die Mondlander vergeben. In seiner Kritik an den Plänen zeigt US-Präsident Trump Schwächen in Astronomie oder Grammatik.

Artikel veröffentlicht am ,
Trump beobachtet eine Sonnenfinsternis im August 2017.
Trump beobachtet eine Sonnenfinsternis im August 2017. (Bild: Kevin Lamarque/Reuters)

US-Präsident Donald Trump hat die Mondlandepläne der US-Raumfahrtbehörde Nasa kritisiert. "Bei all dem Geld, das wir ausgeben, sollte die Nasa NICHT über eine Mondlandung reden. Wir haben das vor 50 Jahren gemacht", twitterte Trump am 7. Juni 2019 und fügte einen Satz hinzu, der nicht nur bei Astronomen zu Stirnrunzeln geführt haben dürfte: "Sie sollten sich auf die viel größeren Sachen konzentrieren, die wir machen, einschließlich Mars (von dem der Mond ein Teil ist), Verteidigung und Wissenschaft!"

Es dauerte erwartungsgemäß nicht lange, bis Twitter-Nutzer den US-Präsidenten auf den Lapsus hinwiesen und ihm erklärten, dass der Mond ein Teil der Erde und nicht des Mars sei. Schwieriger dürfte hingegen die Frage zu klären sein, was hinter der unerwarteten Kritik Trumps an der Nasa steckt und welche Folgen diese haben könnte. Schließlich hatte derselbe Donald Trump noch vor drei Wochen getwittert: "Unter meiner Regierung werden wir die alte Größe der Nasa wiederherstellen und zum Mond zurückkehren, danach zum Mars." Auch hatte er angekündigt, dass der Kongress dazu ein Budget von 1,6 Milliarden US-Dollar bereitstellen solle.

Mond als Sprungbrett zum Mars

Die Nasa hat wiederum Ende Mai bereits drei Aufträge für unbemannte Lander vergeben. Diese sollen die möglicherweise bereits vom kommenden Jahr an wissenschaftliche Experimente und Technik zum Mond transportieren können. So soll der Weg geebnet werden, um bis 2024 wieder US-Astronauten auf den Mond zu bringen.

Wie so häufig könnte der Auslöser für Trumps Tweet ein Beitrag in dessen Lieblingssender Fox News gewesen sein. Darin fragte Moderator Neil Cavuto den Finanzchef der Nasa, Jeff DeWit, warum die Raumfahrtbehörde überhaupt wieder zum Mond fliegen wolle. Schließlich seien die USA schon vor 50 Jahren auf dem Erdtrabanten gewesen. DeWit begründete die Pläne für das Programm Artemis damit, dass ein Flug zum Mars nicht möglich sei, ohne dort eine fast zweijährige Präsenz der Astronauten gewährleisten zu können. Wegen der unterschiedlichen Umlaufbahnen von Mars und Erde sei ein Aufenthalt von mindestens 22 Monaten erforderlich. Deswegen gehe es nun darum, "eine dauerhafte Präsenz auf der Mondoberfläche zu ermöglichen", sagte DeWit und fügte hinzu: "Wir müssen auf dem Mond nachweisen, dass wir dort zuerst eine dauerhafte Präsenz haben."

Nasa-Chef Jim Bridenstine versuchte in einem Tweet, die Bedeutung von Trumps Kritik herunterzuspielen. Der US-Präsident habe damit lediglich gesagt, dass die Nasa den Mond nutzen wolle, um Menschen auf den Mars zu bringen.

Um Geld für das Mondprogramm zu erhalten, will die Nasa sogar die Internationale Raumstation ISS an Privatpersonen vermieten. Fünf Prozent sollen pro Jahr für die kommerzielle Nutzung zur Verfügung stehen, teilt die Behörde am 7. Juni 2019 mit. Das gilt auch für die Nasa-Astronauten, auf deren Arbeitskraft und Expertise die Unternehmen zugreifen können. Sie können aber auch eigene Astronauten auf die Station schicken.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Schnarchnase 13. Jun 2019

Weil Kelvin im Alltag so eine übliche Einheit ist? Na klar, total logisch. Celsius wäre...

ino-fb 11. Jun 2019

Hier hat es wohl noch ein paar Schneefloeckchen erwischt. Zum Vorredner: Nicht traurig...

Anonymer Nutzer 11. Jun 2019

https://www.youtube.com/watch?v=vySPJKiSzPQ

Anonymer Nutzer 11. Jun 2019

Du meinst wohl eher die Schottische Mauer: https://youtu.be/dp3bHrMFrcE?t=256



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Grim Fandango
Toller Trip durch das Reich der Toten

Morbide und lustig: Grim Fandango war kein Erfolg und gilt trotzdem als Klassiker. Golem.de hat es erneut durchgespielt - und war wieder begeistert.
Von Andreas Altenheimer

25 Jahre Grim Fandango: Toller Trip durch das Reich der Toten
Artikel
  1. Star Wars: Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps
    Star Wars
    Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps

    Eine bessere Story bekommt der legendär schlechte Film dadurch leider nicht. Bis heute lieben ihn einige Fans aber vor allem wegen seiner Absurdität.

  2. Donald E. Knuth: 30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar
    Donald E. Knuth
    30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar

    Ein bisschen theoretische Informatik, Algorithmen oder Mathematik zu Weihnachten? Wer das mag, kann nun sogar alle Vorlesungen hintereinander ansehen.

  3. Autonomes Fahren: Im Märzen der Bauer den Roboter einspannt
    Autonomes Fahren
    Im Märzen der Bauer den Roboter einspannt

    Landmaschinen ohne Fahrer, Traktoren, die mit Gesten gesteuert werden - autonome Systeme sollen in der Landwirtschaft gleich mehrere Probleme lösen.
    Ein Bericht von Werner Pluta

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • TeamGroup Cardea Graphene A440 2 TB mit zwei Kühlkörpern 112,89€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • AVM FRITZ!Repeater 3000 AX 129€ • Philips Ambilight 77OLED808 2.599€ • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /