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Exorbitanter Preis für den Luce

Zum einen ist das der exorbitante Preis von 550.000 Euro. Er dürfte wohl mit Blick auf die Entwicklungskosten, aber nicht unbedingt durch das eigentliche Produkt gerechtfertigt sein. Denn technisch ist der Luce der Konkurrenz wie dem Mercedes-AMG GT nicht nur nicht überlegen, sondern nicht einmal ebenbürtig. Das betrifft vor allem die Ladeleistung.

Zwar sind solche Supersportwagen vor allem Sammlerobjekte und dürften die meiste Zeit in gut bewachten Garagen stehen. Doch wenn die Besitzer damit einmal auf eine Rennstrecke fahren, wollen sie sicherlich die Zeit möglichst ausgiebig nutzen. Daher hat Mercedes eine direktgekühlte Batteriezelle entwickelt, die in Prototypen eine Ladeleistung von mehr 1.000 kW ermöglichte.

Das Serienmodell schafft immerhin 600 kW, der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll elf Minuten dauern. Während der Luce 20 Minuten benötigt, um 70 kWh nachzuladen, geht es beim Mercedes-AMG doppelt so schnell. Zwar geht das Sprittanken noch ein bisschen schneller, doch die Unterschiede sind nicht mehr sehr groß.

Die Tatsache, dass der Luce der erste Ferrari mit fünf Sitzen ist, dürfte hingegen kaum ein Verkaufsargument sein. Für eine noble Familienlimousine im Alltagsgebrauch gibt es deutlich günstigere Angebote wie den Audi E-Tron GT oder den Mercedes EQS, um nur wenige zu nennen.

Mehr Anlageobjekt als Transportmittel

Ferrari steht damit vor denselben Problemen wie Porsche: Viele Käufer sehen die Fahrzeuge nicht in erster Linie als Fortbewegungsmittel oder gar Rennwagen, sondern als Sammler- oder Anlageobjekt. Zum Renommieren oder Posen taugt der Luce aufgrund des Ferrari-untypischen Designs ebenfalls nicht. Man kann nicht einmal an der Ampel den Motor aufheulen lassen.

Bisher konnten die Käufer davon ausgehen, dass die in geringen Stückzahlen produzierten Modelle kaum an Wert verlieren oder sogar im Laufe der Zeit zulegen. So bewegen sich die Preise für gebrauchte Ferrari Purosangue laut Autoscout 24(öffnet im neuen Fenster) zwischen 450.000 und 740.000 Euro und damit deutlich über dem ursprünglichen Einstiegspreis von 380.000 Euro.

Bei Elektroautos geht diese Rechnung bislang jedoch nicht auf. Im Gegenteil. Der Wertverlust ist in den ersten Jahren aufgrund der schnellen technischen Entwicklung groß.

Das dürfte beim Ferrari Luce nicht anders sein. Reichweite und Ladeleistung dürften in den nächsten Jahren auch bei Supersportwagen zulegen. Neue Antriebskonzepte wie die Nutzung von Axialflussmotoren dürften die Fahreigenschaften weiter verbessern. Der Wiederverkaufswert des Luce könnte daher in den kommenden Jahren stark sinken, wie es beispielsweise beim Porsche Taycan der Fall ist.

Verbrennerverbot wäre eine Rettung

Die Rettung für die Elektroautostrategie von Ferrari und Lamborghini wäre vermutlich ein konsequentes Verbrennerverbot ab 2035. Dann wäre zumindest in der EU ein Markt für elektrische Supersportwagen vorhanden. Doch Ausnahmen für Verbrenner mit E-Fuels könnten diese Entwicklung torpedieren. Denn für Ferrari-Besitzer dürfte es keine Rolle spielen, ob diese mehr oder weniger CO2-neutralen Kraftstoffe dann deutlich teurer als herkömmliches Benzin sind.

Es spricht daher einiges dafür, dass der Luce ein ziemlicher Verkaufsflop wird. Das liegt teilweise an den besonderen Ansprüchen des Produkts, hat aber auch hausgemachte Gründe. Design, Preis und die vergleichsweise niedrige Ladeleistung könnten etliche potenzielle Käufer abschrecken. Das ist zwar schlecht für Ferrari, aber kein Manko für den Hochlauf der E-Mobilität.


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