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Kritik an Desinformation: Drei Bundestagsparteien verlassen geschlossen X

Seit der Übernahme von Twitter durch Musk haben viele Nutzer die Flucht ergriffen. Die Aktion von SPD, Grünen und Linke wird als inkonsequent kritisiert.
/ Friedhelm Greis
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Die SPD-Fraktion verkündet auf Facebook ihren Rückzug von X. (Bild: Facebook.com/Screenshot: Golem)
Die SPD-Fraktion verkündet auf Facebook ihren Rückzug von X. Bild: Facebook.com/Screenshot: Golem

In einer gemeinsamen Aktion haben SPD, Grüne und Linke ihren Abschied von der Internetplattform X erklärt. "X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken", hieß es am 4. Mai 2026 in teilweise wortgleichen Erklärungen(öffnet im neuen Fenster) der drei Parteien und Bundestagsfraktionen. Politische Debatten lebten vom Austausch, während X zunehmend Desinformation fördere. "Deswegen haben wir uns über Parteigrenzen hinweg entschlossen, unseren Account nicht mehr zu bespielen", hieß es unter dem Hashtag #WirVerlassenX.

Der frühere Kurznachrichtendienst Twitter steht seit der Übernahme durch Elon Musk im Jahr 2022 zunehmend in der Kritik. Nachdem Musk die Plattform für rund 44 Milliarden US-Dollar gekauft hat, zogen sich immer mehr Unternehmen, Politiker und Prominente von X zurück.

Ex-Bundesdatenschützer kritisiert Verbleib auf Facebook

Einem Bericht von Table.Media zufolge(öffnet im neuen Fenster)ging die Aktion von der Politischen Geschäftsführerin der Grünen, Pegah Edalatian, aus. Nach ihren Worten ist X mittlerweile zu einem "Einfallstor für Desinformation und eine aggressive Debattenkultur" geworden. Die einzelnen Parteigliederungen und Mitglieder könnten allerdings selbst entscheiden, ob sie auf der Plattform bleiben wollen. So ist die frühere Parteivorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, mit ihren fast 190.000 Followern(öffnet im neuen Fenster) weiterhin auf X aktiv. Auf Bluesky(öffnet im neuen Fenster) folgen ihr bislang nur knapp 60.000 Personen.

Die Parteien wollen sich jedoch nicht aus den sozialen Netzwerken zurückziehen. "Wir sind weiterhin auf verschiedenen Plattformen präsent und bleiben dort im Austausch", schrieb die SPD auf Facebook. Der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte und SPD-Politiker Ulrich Kelber kritisierte die Parteien jedoch für ihren Verbleib auf bestimmten Diensten. "Wer von X als seiner zentralen Kommunikationsplattform zum nächsten Dienst einer privaten Firma wechselt, der jederzeit (!) denselben Weg gehen könnte, hat sein Problem nicht richtig verstanden. Von einer Abhängigkeit in die nächste. Wir müssen die Menschen überzeugen, den öffentlichen Raum wieder zu einem öffentlichen System zu machen", schrieb Kelber auf Mastodon(öffnet im neuen Fenster).


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